Report Italien

Italiens beste Weine – anders als geglaubt

Annuario Luca Maroni
In einer Beilage der Mailänder Finanzzeitung Milano Finanza wurden die Bewertungen der vier wichtigsten italienischen Weinführer zusammengefasst und ein Ranking der höchst benoteten Weine erstellt. An der Spitze steht – zur Überraschung aller – ein Wein aus Kampanien. Er hat sowohl im Gambero Rosso als auch im L’Espresso, im Veronelli und bei Luca Maroni die Höchstwertung erhalten.

In einer Bei­la­ge der Mai­län­der Finanz­zei­tung Mila­no Finan­za wur­den die Bewer­tun­gen der vier wich­tigs­ten ita­lie­ni­schen Wein­füh­rer zusam­men­ge­fasst und ein Ran­king der höchst beno­te­ten Wei­ne erstellt. An der Spit­ze steht – zur Über­ra­schung aller – ein Wein aus Kam­pa­ni­en. Er hat sowohl im Gam­be­ro Ros­so als auch  im L’Espresso, im Vero­nel­li und bei Luca Maro­ni die Höchst­wer­tung erhal­ten.

Cover Annuario Dei Migliori Vini Italiani 2011Wenn es nach den ita­lie­ni­schen Wein­ex­per­ten gin­ge, müss­te der bes­te ita­lie­ni­sche Rot­wein aus Kam­pa­ni­en kom­men. Die Kel­le­rei heißt Mastro­ber­ar­di­no, und der Wein, der den Ver­kos­tungs­ex­per­ten der vier gro­ßen Wein­füh­rer des Lan­des am bes­ten schmeckt, ist eine Tau­ra­si Riser­va des Jahr­gangs 2004. Der Wein ist erst vor weni­gen Mona­ten auf den Markt gekom­men und kos­tet etwa 29 Euro pro Fla­sche – ein Schnäpp­chen­preis, wenn es sich wirk­lich um den bes­ten Roten Ita­li­ens han­delt.

Lei­der ist der Wein in Deutsch­land schlecht ver­tre­ten, was aber nicht dar­an liegt, dass er schon aus­ver­kauft wäre, weil alle ihn plötz­lich haben wol­len. Das Gegen­teil ist der Fall: Weder der Wein noch die Bot­schaft, die mit ihm ver­bun­den ist, sind hier­zu­lan­de ange­kom­men. Nach den Lis­ten der Impor­teu­re sind die Jahr­gän­ge 1999 und 2001 noch im Ange­bot. Bei einer der­art zöger­li­chen Nach­fra­ge kauft nie­mand den 2004er, bevor die Vor­gän­ger­jahr­gän­ge nicht aus­ge­trun­ken sind.

Cover Le Guide de L'espresso - I Vini d'Italia 2011Die Zurück­hal­tung der Kon­su­men­ten hat aller­dings ihre Grün­de. Nach­dem Mastro­be­ra­di­no in den 80er Jah­ren in Deutsch­land und in der Schweiz einen Ruf wie Antin­o­ri und Bion­di San­ti zusam­men besaß, wur­de es in den 90ern plötz­lich still um das his­to­ri­sche Fami­li­en­un­ter­neh­men. Ein Teil der Fami­lie stieg aus dem Unter­neh­men aus und grün­de­te eine neue Kel­le­rei, nicht ohne Trau­ben­lie­fe­ran­ten mit­zu­neh­men und ihren Anteil am (damals) rela­tiv gerin­gen Wein­berg­be­sitz für sich zu bean­spru­chen. Die Qua­li­tät sta­gnier­te. Mastro­ber­ar­di­no ver­lor an Boden, geriet ins Hin­ter­tref­fen.

Seit eini­gen Jah­ren ist die neue Gene­ra­ti­on am Hebel: Pie­ro Mastro­ber­ar­di­no, 44 Jah­re alt, Pro­fes­sor für Wirt­schaft an der Uni­ver­si­tät Fog­gia, ver­ant­wor­tet die Pro­duk­ti­on von 2,3 Mil­lio­nen Fla­schen Wein jähr­lich und herrscht über (mitt­ler­wei­le wie­der) 200 Hekt­ar Wein­ber­ge. Die Qua­li­tät stimmt wie­der, der Markt wird lang­sam, aber bestän­dig neu auf­ge­rollt.

Von der prä­mier­ten 2004 Tau­ra­si Riser­va Radi­ci wur­de gera­de mal 10 000 Fla­schen abge­füllt – eigent­lich nicht viel, um die gan­ze Welt damit zu beglü­cken. Doch der Wein ist nicht mas­sen­kom­pa­ti­bel. Er trinkt sich nicht wie ein scho­ko­la­di­ger Mer­lot oder ein süßer Pinot. Die Frucht ist ledern, schmeckt mehr nach Back­pflau­men als nach fri­scher Kir­sche oder Brom­bee­re, das Tan­nin ist hart (trotz teil­wei­sen Aus­baus im Bar­ri­que), eine spür­ba­re Säu­re durch­zieht den Wein. Ein Wein für Ken­ner eher, die wis­sen, wo Kam­pa­ni­en liegt und denen klar ist, dass die Aglianico-Traube im Irpi­ni­schen Hoch­land kei­ne nor­ma­len süd­ita­lie­ni­schen Bedin­gun­gen vor­fin­det: auf 500 Metern Höhe auf vul­ka­ni­schem Sand- und Lehm­bö­den wach­send unter kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen, die afri­ka­nisch hei­ße Som­mer und eis­kal­te Win­ter ein­schlie­ßen. Erst Ende Oktober/Anfang Novem­ber ist die Sor­te lese­reif.

Auf Sei­te 3: das Ran­king

Kommentar

  • First off I would like to say gre­at blog! I had a quick ques­ti­on
    in which I’d like to ask if you do not mind. I was curious to know
    how you cen­ter yours­elf and clear your head pri­or to wri­ting.
    I have had a dif­fi­cult time clea­ring my mind in get­ting my thoughts out the­re.
    I do enjoy wri­ting howe­ver it just seems like
    the first 10 to 15 minu­tes are usual­ly was­ted just try­ing to figu­re out how to begin.

    Any ide­as or tips? Kudos!

Antwort schreiben

Anzeige

Veranstaltungen

« Juni 2018 » loading...
MDMDFSS
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
14
20
21
22
23
24
25
26
1
Mo 18

Weinfest Knöringen

15. Juni - 18. Juni
Mo 18

Königsbacher Weinkerwe

15. Juni - 19. Juni
Mi 27

Leipziger Weinfest

27. Juni - 1. Juli
Fr 29

Anzeige