Der Wein- und Spirituosensektor steht durch ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und den USA unter Druck: Ab dem 1. August 2025 sollen 15 Prozent Zoll auf europäische Weine beim Import in die USA erhoben werden. Obwohl die EU-Kommission weiter auf Ausnahmen für traditionelle Produkte wie Wein hofft, scheint Wein bislang nicht zur ersten Ausnahmeliste zu gehören. Italienische Verbände wie die UIV und Federvini fordern dringend Nachverhandlungen, da sie hohe wirtschaftliche Schäden befürchten.
„Wir schätzen den Schaden für unsere Unternehmen auf insgesamt rund 317 Millionen Euro in den nächsten zwölf Monaten“, beziffert UIV-Präsident Lamberto Frescobaldi den Schaden. „Für unsere US-Handelspartner werden die Einbußen auf fast 1,7 Mrd. US-Dollar (1,47 Mrd. €) steigen. Sollte der Dollar seine derzeitige Schwäche beibehalten, würden unsere Verluste auf 460 Millionen. Euro steigen. Laut UIV könnten italienische Winzer durch die Zölle jährlich bis zu 460 Millionen Euro verlieren. Besonders betroffen sind Weine mit hohem Exportanteil in die USA, etwa Moscato d’Asti (60 Prozent), Pinot Grigio (48 Prozent) und Chianti Classico (46 Prozent). Preislich würde eine 5-Euro-Flasche italienischen Weins im US-Regal künftig fast 15 Dollar kosten – ein Aufschlag von 186 Prozent. In der Gastronomie könnten sich Preise von 60 Dollar je Flasche ergeben. Der US-Markt ist für Italien von großer Bedeutung, da rund 24 Prozent der Weinausfuhren dorthin gehen – mehr als in Frankreich (20 Prozent) oder Spanien (11 Prozent).
Das Export-Observatorium von Edoardo Freddi bestätigt die Bedrohung für symbolträchtige Weine wie Prosecco, Barolo und Brunello. Zölle könnten deren Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigen. Trotz aller Herausforderungen zeigt sich die Branche kämpferisch. Strategien wie Marktdifferenzierung, Branding und Stärkung der Verbraucherbindung sollen helfen, die negativen Effekte abzufedern.








































































