Es ist Herbst: Saison für den „Federweissen“

© Deutsches Weininstitut
Die ersten Weine des neuen Jahrgangs 2019 sind da: die „Federweißen“. Eigentlich sind es noch gar keine richtigen, sondern „halbfertige“ Weine. Trotzdem schmecken sie.

Woher stammt der Name „Federweißer“?

Wir begin­nen direkt beim Namen des neu­en Weins, inner­halb Deutsch­lands ist die Bezeich­nung Feder­wei­ßer am wei­tes­ten ver­brei­tet, jedoch gibt es noch zahl­rei­che ande­re Namen für den frü­hen Wein. Syn­ony­me aus ande­ren Län­dern oder Regio­nen sind „Rau­scher“ und „Sturm“. Die Bezeich­nung „Feder­wei­ßer“ lei­tet sich von den Hefe­flo­cken ab, die noch im Wein schwim­men und ihn milchig-trüb aus­se­hen las­sen – wie klei­ne Federn. Der Wein befin­det sich näm­lich noch in der Gärung. Das heisst: Die Hefe hat den Zucker des Mos­tes noch nicht voll­stän­dig in Alko­hol umge­wan­delt. Er gärt noch und besitzt eine mehr oder min­der hohe Rest­sü­ße. Da bei der Gärung Koh­len­di­oxid (CO2) ent­steht, pickelt er auch. Wenn Sie genaue­re Infor­ma­tio­nen zur Namens­ge­bung haben möch­ten, schau­en Sie sich den Arti­kel Feder­wei­ßer: Alles Wis­sens­wer­te zum neu­en Wein an.

Aus­ser dem Hefe­trub unter­schei­det sich der „Feder­wei­ße“ noch in ande­ren Din­gen von einem nor­ma­len Weiss­wein. Wich­tig ist zum Bei­spiel, dass der Ver­schluss der Fla­sche luft­durch­las­sig ist. Das CO2 muss ent­wei­chen kön­nen. Sonst platzt die Fla­sche durch Über­druck. Aus­ser­dem muss die Fla­sche ste­hend auf­be­wahrt wer­den, nicht lie­gend. Und der „Feder­weis­se“ wird immer kühl getrun­ken. Wie kühl, fin­den Sie – neben wei­te­ren Hin­wei­sen zum Genuss guter Wei­ne – in einem Weinkenner-Artikel zur rich­ti­gen Wein­tem­pe­ra­tur.

Als Sai­son­pro­dukt, wird der „Feder­wei­ßer“ sehr früh ver­kauft. Der Halb­wein ent­hält in den meis­ten Fäl­len noch viel Zucker und schmeckt sehr trau­big. Wem er in die­sem Sta­di­um zu süß ist, lässt die Fla­sche am bes­ten in einem war­mem Raum ste­hen. Dort gärt er wei­ter und wird jeden Tag ein biss­chen tro­cke­ner. Vie­le Men­schen, vor allem die jün­ge­ren, lie­ben ihn jedoch süß. Wer ihn so mag, soll­te die Fla­sche in den Kühl­schrank stel­len. Bei Kühlschrank-Temperatur kommt die Gärung zum Erlie­gen. Der „Feder­weis­se“ bleibt so, wie er ist, und kann sofort kon­su­miert wer­den. Sehen Sie hier­zu auch die Ess­ge­wohn­hei­ten der neu­en Genera­ti­on der Fein­schme­cker in dem Arti­kel: Du bist, was Du isst – die Revo­lu­ti­on der Fein­schme­cker.

Aus welchen Rebsorten wird „Federweißer“ erzeugt?

Für den „Feder­wei­ßen“ wer­den früh­rei­fe Trau­ben genutzt. Fast immer han­delt es sich um wei­ße Trau­ben, etwa Orte­ga, Sola­ris oder Müller-Thurgau. Es gibt den „Feder­wei­ßen“ aber auch aus roten Trau­ben, nur sel­te­ner. Die­ser wird dann Roter Rau­scher genannt. Der Alko­hol eines „Feder­weis­sen“ schwankt übri­gens je nach Zeit­punkt des Kon­sums. Je süßer er ist, des­to nied­ri­ger der Alko­hol. Je mehr er durch­gärt, des­to höher liegt sein Alko­hol­ge­halt. Hoch heisst in die­sem Fal­le aber immer noch unter 12 Vol.% – also rela­tiv leicht. Die Trau­ben wur­den früh gele­sen, die Öchs­le sind nied­rig gewe­sen. Klas­sisch wird zum „Feder­wei­ßen“ Zwie­bel­ku­chen geges­sen, in vie­len Gast­stät­ten gibt es auch Flamm­ku­chen oder eine Quiche dazu. Auch gerös­te­te Ess­kas­ta­ni­en (Maro­ni) sind bei den Fein­schme­ckern sehr beliebt.

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