Report Deutschland

Große Gewächse 2012: Moselriesling trocken – diesmal ganz groß

2012 - ein phantastischer Jahrgang
2012 - ein phantastischer Jahrgang
Am 1. September kommen die heiß erwarteten Großen Gewächse 2012 in den Handel: die Spitzenweine der VDP-Weingüter. Einige Journalisten durften sie schon vorher probieren, auch Jens Priewe. Er war begeistert. Die Serie über die GG dieses phantastischen Jahrgangs beginnt hier mit der Mosel.

Am 1. Sep­tem­ber kom­men die heiß erwar­te­ten Gro­ßen Gewäch­se 2012 in den Han­del: die Spit­zen­wei­ne der VDP-Weingüter. Eini­ge Jour­na­lis­ten durf­ten sie schon vor­her pro­bie­ren, auch Jens Priewe. Er war begeis­tert. Die Serie über die GG die­ses phan­tas­ti­schen Jahr­gangs beginnt hier mit der Mosel.

2012 - ein phantastischer Jahrgang
2012 - ein phan­tas­ti­scher Jahr­gang

Rich­tig fana­ti­sche Wein­trin­ker kön­nen es kaum erwar­ten: den Ver­kaufs­start der Gro­ßen Gewäch­se des phan­tas­ti­schen Jahr­gangs 2012. Einen so homogen-guten Jahr­gang hat es in Deutsch­land beim Wein schon lan­ge nicht mehr gege­ben. Die Wei­ne sind wun­der­bar aus­ba­lan­ciert. Sie besit­zen viel Extrakt, wir­ken erstaun­lich har­mo­nisch. Ihre Säu­ren sind höher als 2011 und 2009, rei­fer und wei­ni­ger als 2010. Im Unter­schied zu 2008 – eben­falls ein her­vor­ra­gen­der Weiß­wein­jahr­gang – sind sie in süßen, fruch­ti­gen Schmelz ein­ge­bet­tet. Das bedeu­tet: Sie trin­ken sich auch im jun­gen Sta­di­um schon recht gut. Ande­rer­seits sind sie nicht so kör­per­reich und alko­ho­lisch wie 2007, ein Jahr­gang, der eben­falls als her­vor­ra­gend ein­ge­stuft wur­de, im Lau­fe der Jah­re dann aber doch ein wenig an Repu­ta­ti­on ver­lo­ren hat: Die 2007er Wei­ne altern schnell.

Die 2012er Weine werden langsamer reifen als 2011

Roman Nie­wod­nic­z­an­ski, WG Van Vol­xem

Bei den 2012ern ist das nicht zu erwar­ten. Sie wer­den wesent­lich lang­sa­mer, dafür siche­rer rei­fen. Sagen die Win­zer. Und die Kri­ti­ker glau­ben es, nach­dem sie die ers­ten Wei­ne pro­biert haben. Auch ich. In der letz­ten August­wo­che hat­ten sich 150 Jour­na­lis­ten und Händ­ler aus aller Welt im Kur­haus in Wies­ba­den getrof­fen, um die Gro­ßen Gewäch­se, abge­kürzt GG, vor­zu­ver­kos­ten.

Rund 400 Wei­ne stan­den auf der Lis­te, 150 habe ich pro­biert. Mehr ging nicht an zwei Tagen. Die Geschmacks­fül­le, die Säu­re, die fei­nen Nuan­cen, die es wahr­zu­neh­men galt, um die guten von den wahr­haft gro­ßen Wei­nen zu unter­schei­den – all das erfor­dert viel Kon­zen­tra­ti­on. Län­ger als sie­ben, acht Stun­den pro Tag hält das nie­mand durch.

Reinhard und Conny Löwenstein
Rein­hard und Con­ny Löwen­stein

Außer­dem waren die meis­ten Wei­ne erst vor kur­zer Zeit gefüllt wor­den. Sie besa­ßen also noch viel frei­en Schwe­fel. Wir haben die Wei­ne, die wir in klei­nen Schlu­cken in den Mund nah­men, selbst­ver­tänd­lich nicht geschluckt, son­dern in bereit­ste­hen­de Näp­fe aus­ge­spuckt. Den­noch war eine Aspi­rin am Abend hilf­reich. Und noch etwas: Die Anmer­kun­gen zu den ein­zel­nen GG geben nur einen ver­kürz­ten Flash auf den Wein. Es sind kei­ne voll­stän­di­gen Ver­kos­tungs­no­ti­zen.

Jahrhunderjahrgang? Der Begriff ist abgenutzt.

Die Mosel im Herbst­dunst

In der Gesamt­be­trach­tung kann man sagen, dass 2012 am Ende ein Super­jahr für die Win­zer war. Man­che wer­den „Jahr­hun­dert­jahr­gang“ sagen. Doch das Wort hat sich abge­nutzt. Bei aller Begeis­te­rung: Es gibt den­noch Unter­schie­de zwi­schen den ver­schie­de­nen deut­schen Anbau­ge­bie­ten. Von der Pfalz heißt es, sie lie­fe­re die bes­ten tro­cke­nen Ries­lin­ge in Deutsch­land. Den Ruf dürf­te sie in 2012 unter­mau­ert haben. Aber auch die Nahe, von der in den letz­ten Jah­ren bären­star­ke Wei­ne kamen, kann in der Spit­ze mit der Pfalz mit­hal­ten. Der Rhein­gau, der sich etwas zu lan­ge im Glanz sei­ner illus­tren Schlös­ser und Bur­gen gesonnt hat sowie bis heu­te von der Anspruchs­lo­sig­keit des Frank­fur­ter Publi­kums pro­fi­tiert, befin­det sich dage­gen in einer Kri­se. Er macht – das hat die Wies­ba­de­ner Vor­pre­mie­re gezeigt – zwar Fort­schrit­te, aber nur punk­tu­ell.

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