Große Gewächse 2012: Die Pfalz marschiert vorweg

Große Gewächse 2012: Die Pfalz marschiert vorweg
Große Gewächse 2012: Die Pfalz marschiert vorweg
Die Pfalz wartet mit den wohl besten Großen Gewächsen auf, die es im Jahrgang 2012 in Deutschland gibt. Eine wahre Riesling-Gala – und nicht etwa nur an der berühmten Mittelhaardt.

Finan­zi­ell gera­de nicht liqui­de zu sein – das ist die ein­zi­ge Ent­schul­di­gung, den Jahr­gang 2012 nicht zu kau­fen. So viel­schich­tig, fein­fruch­tig, rein­tö­nig und per­fekt aus­ba­lan­ciert war schon lan­ge kein Jahr­gang mehr in der Pfalz. Dass die Gro­ßen Gewäch­se davon am meis­ten pro­fi­tie­ren, ist klar: tol­le, lang­le­bi­ge Wei­ne, die im Unter­schied zu 2011 etwas geschmei­di­ger und dadurch ele­gan­ter sind.

Ganz oben ste­hen mal wie­der die Fors­ter Lagen: Unge­heu­er, Freund­stück, Pech­stein, Jesui­ten­gar­ten und die klei­ne, nur 3,67 Hekt­ar umfas­sen­de und direkt hin­ter der Dorf­kir­che befind­li­che Lage Kir­chen­stück. Ich bin alle die­se Lagen im letz­ten Jahr zu Fuß abge­wan­dert. Es war ein schö­ner Spa­zier­gang. Aber Anhalts­punk­te habe ich nicht gefun­den, wes­halb die eine Lage sehr gute und die ande­re gro­ße Wei­ne her­vor­bringt. Zumin­dest kei­ne opti­schen.

Sicher, den Unter­grund sieht man nicht, und der vari­iert – aber nicht total. Mal ein biss­chen mehr Sand und Löß, mal mehr vul­ka­ni­scher Basalt und Ton. Aber wer im Bur­gund durch die Wein­ber­ge von Vosne-Romanée geht, erkennt auch nicht, wes­halb die Lage Romanée-Conti ande­re Wei­ne her­vor­bringt als die Lage La Gran­de Rue. Bei­de trennt nur ein schma­ler Fuß­weg.

Lagenprägung noch nicht zu erkennen

Ulrich Mell, Weingut Bassermann-Jordan
Ulrich Mell, Wein­gut Bassermann-Jordan

Auch die Ver­kos­tung zeigt, dass eine durch­ge­hen­de Lagen­prä­gung der Fors­ter Wei­ne nicht zu erken­nen ist. Zumin­dest in die­sem jun­gen Sta­di­um nicht, in dem die Wei­ne noch stark von Pri­mär­aro­men mas­kiert sind. Der Pech­stein von Bassermann-Jordan sprüht vor Charme und Offen­heit. Der Pech­stein von Bürklin-Wolf wirkt dage­gen mür­risch und indis­po­niert. Eben­so die Kirchenstück-Weine von Reichs­rat von Buhl, Acham-Magin, Bassermann-Jordan, von Win­ning und Bürklin-Wolf: alle groß­ar­tig und mit einem rie­si­gen Span­nungs­bo­gen. Doch die Aro­men­pro­fi­le wei­sen unter­ein­an­der wenig Ähn­lich­kei­ten auf. Kir­chen­stück und Jesui­ten­gar­ten von Reich­rat von Buhl ähneln sich mehr als die ent­spre­chen­den Wei­ne von Bürklin-Wolf und von Win­ning. Die Ursa­che? Ver­schie­de­nes Alter der Reb­stö­cke, unter­schied­li­cher Lese­zeit­punkt, ande­re Kelter- und Vini­fi­ka­ti­ons­me­tho­den, ver­mu­te ich.

Nicht nur die Mittelhaardt

Wein­gut von Win­ning­Die pau­scha­le Behaup­tung, dass die Fors­ter Pres­tige­la­gen immer die bes­ten Wei­ne her­vor­brin­gen, ist falsch. Aus Dei­des­heim, Rup­perts­berg, Königs­bach, Gim­mel­din­gen kom­men in 2012 eben­falls phan­tas­ti­sche tro­cke­ne Wei­ne von saf­ti­ger Fül­le. Scha­de nur, dass Wein­gü­ter wie Mug­ler und Müller-Catoir bei der Wies­ba­de­ner Vor­pre­mie­re nicht dabei waren. Von der Süd­li­chen Wein­stra­ße, an der in den letz­ten Jah­ren viel Bewe­gung und Auf­bruch zu spü­ren war, fehl­te dies­mal Sie­grist. Dafür begeis­ter­ten Theo Min­ges und Her­bert Mess­ner mit sehr gelun­ge­nen Gro­ßen Gewäch­sen – eben­falls Luxus­wei­ne, aber mit jenem Preis­ab­schlag, der an der Süd­li­chen Wein­stra­ße immer noch erwar­tet wird. Ähn­li­ches gilt für Boris Kranz, der erst seit ver­gan­ge­nem Jahr im VDP ist und nun schon zum zwei­ten Mal aus sei­ner „Ers­ten Lage“ Kal­mit neben Weiß­bur­gun­der und Spät­bur­gun­der auch ein mit­rei­ßen­des Gro­ßes Gewächs vom Ries­ling pro­du­ziert hat.

Rebholz outstanding

Etikett Knipser
Eti­kett Knip­ser

Eine Klas­se für sich ist der Kas­ta­ni­en­busch von Reb­holz, auch wenn er sich wegen sei­ner har­ten Mine­ra­li­tät manch­mal schwer tut, bei allen Jour­na­lis­ten Begeis­te­rung her­vor­zu­ru­fen. Bei Wehr­heim zie­he ich, offen gestan­den, das Gro­ße Gewächs vom Weiß­bur­gun­der vor, das aber nicht Gegen­stand die­ses Arti­kels ist.

Auch die Wei­ne der Unter­haar­dt sind in 2012 vor­be­halt­los zu emp­feh­len. Knip­ser etwas schlan­ker als 2011, aber dicht gewo­ben und hoch­ele­gant. Phil­ipp Kuhns Gro­ße Gewäch­se eben­falls ele­gant, aber eher Kraft­pa­ke­te. Extrem ras­sig und fein­mi­ne­ra­lisch die Wei­ne von Pfeffingen-Emayel, deren hohe Qua­li­tät sich noch nicht genü­gend her­um­ge­spro­chen hat.

Topweine verdienen hohe Bewertungen

Übri­gens habe ich die Wei­ne im Ver­gleich zu vie­len ande­ren Kri­ti­kern hoch bewer­tet. Wenn es stimmt, dass deut­scher Ries­ling zu den Top-Weißweinen der Welt gehört, dann weiß ich nicht, wes­halb man ihnen Punk­te gibt wie für Wald- und Wie­sen­wei­ne aus Ita­li­en oder Frank­reich. Aller­dings muss ich zuge­ben, dass nicht jedes Gro­ße Gewächs in 2012 ein gro­ßer Wein ist und hohe Wer­tun­gen ver­dient. Bei man­chen Wei­nen – nicht nur in der Pfalz – wäre es bes­ser gewe­sen, sie als Ers­te Lage und nicht als Gro­ßes Gewächs abzu­fül­len.

Große Gewächse Pfalz 2012

LageWein­gutCha­rak­te­ri­sie­rungPunk­te
Forst Kir­chen­stückVon Win­ningDicht gewirkt, aber geschmei­dig und ele­gant, hefe­fri­sche Zitrus-/Aprikosenfrucht mit fei­ner Sel­le­rie­wür­ze, leicht reduk­tiv in der Nase, vom Holz kaum etwas zu spü­ren, wohl aber von der enor­men Span­nung zwi­schen sat­ter, rei­fer Frucht und Leich­tig­keit: genia­ler Wein.95
Forst Pech­steinGeh. Rat Dr. von Bassermann-JordanErkenn­bar groß ange­leg­ter, fein­wür­zi­ger Wein mit geschlif­fe­ner Frucht, kraft­voll mit viel Apri­ko­se, aber auch tro­pi­schen Früch­ten, dazu zahl­lo­sen mine­ra­li­schen Nuan­cen im Inne­ren, von rei­fer Säu­re durch­zo­gen: gro­ßes Riesling-Kino!94
Forst Pech­steinDr. Bürklin-WolfNoch wenig her­zei­gend von sei­ner Grö­ße, sogar etwas unge­ord­net wir­kend: im Kern jedoch sub­s­tanz­reich, mit den typi­schen rau­chi­gen Basalt­no­ten, tief wie ein Kir­chen­schiff und vol­ler unent­deck­ter Fein­heit.94
Forst Kir­chen­stückDr. Bürklin-WolfDer­zeit noch etwas neu­tral und blass wir­kend, Poten­zi­al nur zu ahnen: dicht gewo­ben mit phenolisch-apfeligen Kom­po­nen­ten, mineralisch-herb auf der Zun­ge, fast ein wenig rus­ti­kal: wie ein dicker Tan­ker, der für die Gro­ße Fahrt gebaut ist, aber noch fest­ge­täut im Hafen liegt – mit 100 Euro aller­dings auch gut bezahlt.94
Königs­bach IdigA. Christ­mannNor­ma­ler­wei­se das üppigs­te Gro­ße Gewächs der Pfalz, dies­mal fri­scher und zitrus­fruch­ti­ger als sonst bei wei­cher Tex­tur, im Inne­ren zart und nuan­cen­reich: meis­ter­haft aus­ba­lan­cier­ter, sei­ne Schwe­re nicht zei­gen­der Wein. Gro­ße Zukunft!94
Birk­wei­ler Kas­ta­ni­en­buschÖko­no­mie­rat Reb­holzExtrem dich­ter, noch in sich gekehr­ter Wein mit viel har­ter Mine­ra­lik, sal­zig und dezent fruch­tig zugleich: dra­ma­ti­scher Wein mit rie­si­gem Span­nungs­bo­gen.94
Forst Pech­steinVon Win­ningNicht son­der­lich aus­la­den­der, eher geschmei­di­ger Wein, schmal­zi­ge Frucht, glat­te Län­ge: der Ein­fluß des (gro­ßen) Holz­fas­ses noch deut­lich spür­bar.94
Forst Jesui­ten­gar­tenDr. Bürklin-WolfBreit ange­legt, ent­spre­chend schmal­zig und aro­men­stark, trotz­dem zart in der Mit­te, viel­leicht durch die Spon­tan­ver­gä­rung noch nicht per­fekt zusam­men­ge­wach­sen: Wer die Ent­wick­lung der BB-Weine kennt weiß, dass die­ser Wein sei­ne Zeit braucht.94
Forst Unge­heu­erVon Win­ningWeit aus­ho­len­der Wein, stof­fig, kraft­voll, fast explo­siv, im Inne­ren dis­zi­pli­niert, ja bei­na­he fili­gran: gro­ßer, fas­zi­nie­ren­der Wein, der den Ein­fluss des Hol­zes (Stück­fass) kaum spü­ren lässt.93
Forst Kir­chen­stückGeh. Rat Dr. von Bassermann-JordanWeit aus­ho­len­der, aber in jeder Hin­sicht auf den Punkt gebrach­ter Wein, hoch­ele­gant, geschlif­fen, reif, gleich­zei­tig aber ras­sig – und das alles sich jetzt schon klar und deut­lich abzeich­nend. Phan­tas­tisch!93
Gim­mel­din­gen Man­del­gar­tenA. Christ­mannIn süßem Schmelz ein­ge­bet­te­ter Wein von enor­mer Stoff­fül­le, rei­fer Apfel sowie ein Hauch von Man­go und wür­zi­ger Vanil­le, das alles von wei­cher Säu­re durch­zo­gen: majes­tä­ti­scher Ries­ling.93
Rup­perts­berg Rei­ter­pfadA. Christ­mannWein aus erkenn­bar hoch­rei­fen (aber gesun­den) Trau­ben, buttrig-frisch mit vie­len Apfel- und Zitrus­no­ten, stof­fig mit schö­ner, wei­cher Tex­tur: tol­ler Wein.93
Forst Jesui­ten­gar­tenGeh. Rat Dr. von Bassermann-JordanDuf­ti­ger, sehr attrak­ti­ver Wein, sau­be­res, von Zitrus­frucht gepräg­tes Aro­ma, geschlif­fen, facet­ten­reich, dabei cremig-weich und von einer packen­den Säu­re geädert: auch die­ser Wein ein GG von höchs­ter Ele­ganz.93
Forst Freund­stückGeorg Mos­ba­cherFein­glied­ri­ger und geschmei­di­ger als Jesui­ten­gar­ten und Pech­stein, geschlif­fe­ne­re Frucht, den­noch grö­ße­re Tie­fe: Gän­se­h­aut­wein.93
Dei­des­heim Lan­gen­mor­genA. Christ­mannVol­ler Wein mit sat­ter Frucht, Grape­fruit und Bir­ne, dazu eine fei­ne vanillig-grasige Wür­ze und eine mar­kan­te, aber rei­fe Säu­re: span­nen­der und durch­aus begeis­tern­der Wein.93
Rup­perts­berg SpiessVon Win­ningHoch­mi­ne­ra­li­scher, vor Fri­sche vibrie­ren­der Wein, zitrus­fruch­tig, schlank, hefe­ge­prägt: toll her­aus­ge­ar­bei­te­te Lagen­cha­rak­te­ris­tik.93
Dei­des­heim Kie­sel­bergGeorg Mos­ba­cherKräf­ti­ger Wein mit schmeich­le­ri­scher, rei­fer Frucht, die bis ins tro­pi­sche Spek­trum geht, geschlif­fe­ne Säu­re, glat­te Län­ge, rie­si­ges Poten­zi­al.93
Laumers­heim Stein­bu­ckelKnip­serSchon gut ent­wi­ckel­tes Bou­quet, ansons­ten aber noch ver­schlos­sen: kom­pak­ter, noch in sich gekehr­ter Wein, extrakt­stark, ker­nig, fein­mi­ne­ra­lisch, wird ein Gro­ßer.92
Dei­des­heim Kalk­ofenGeh. Rat Dr. von Bassermann-JordanSaf­tig, herz­haft, gut aus­ba­lan­ciert: ele­gan­ter, mine­ra­li­scher Wein von sei­di­ger Tex­tur, rei­fer, gesun­der Frucht mit ange­deu­te­ten Honigno­ten, hohe Ele­ganz, begeis­ternd.92
Dei­des­heim Kalk­ofenDr. Bürklin-WolfNoch ver­schlos­se­ner, aber packen­der Wein mit vie­len vege­ta­bi­len, aber auch rei­fen Bee­ren­tö­nen, druck­voll, tief­grün­dig, neu­gie­rig machend, doch gleich­zei­tig Zuver­sicht säend.92
Dei­des­heim Kalk­ofenVon Win­ningGeschmei­dig, schlank, aber doch stof­fig mit rei­fer, salzig-mineralischer Frucht und fei­nem Holz­schliff (in 500-Liter-Fässern ver­go­ren).92
Dei­des­heim Lan­gen­mor­genVon Win­ningSpielerisch-eleganter Wein mit eher küh­ler Ries­ling­frucht, der gleich­wohl Sta­tur besitzt, fest und soli­de gebaut ist: schon gut ent­wi­ckelt und – wie auch die ande­ren Wei­ne des Gutes – mit viel Fines­se.92
Rup­perts­berg Gais­böhlDr. Bürklin-WolfMus­ku­lö­ser Wein mit brei­tem Aro­men­spek­trum, von grü­nem Apfel über Oran­gen­zes­te bis zu Ruko­la­wür­ze, noch nicht ganz zusam­men­ge­wach­sen, ver­mut­lich ein Spät­ent­wick­ler.92
“Sie­bel­din­gen “”Ganz Horn”” Im Son­nen­schein “Öko­no­mie­rat Reb­holzStark mine­ra­lisch geprägt, ner­vig, seh­nig, lang: nature­le­gan­ter Wein ohne künst­li­chen Schliff, nichts für „Lecker-Trinker“, Kenner-Gewächs.92
Laumers­heim Kirsch­gar­tenPhil­ipp KuhnSehr stof­fi­ger, aus­la­den­der Wein mit zar­ter, wei­cher Frucht, sehr sau­ber, viel Pfir­sich, ein wenig Lit­schi und Bana­ne, dabei rauchig-mineralisch, extrakt­süß: Die­ser Wein ist eine Wucht!92
Forst Kir­chen­stückAcham-MaginHoch­fei­nes, fast berau­schend inten­si­ves Bou­quet, hoch­rei­fe, gesun­de Bee­ren­tö­ne mit Anklän­gen an Grape­fruit und Bana­ne, druck­voll am Gau­men, mäch­tig und zugleich fein­zi­se­liert, eine Sym­pho­nie von Wein.92
Forst Kir­chen­stückReichs­rat von BuhlSaf­ti­ger Wein von unüber­seh­ba­rer Ele­ganz, gemä­ßig­te Fül­le, reich­lich Tie­fe, gro­ßer Facet­ten­reich­tum.92
Forst Unge­heu­erDr. Bürklin-WolfGeschlif­fe­ner, schon erstaun­lich gut ent­wi­ckel­ter Wein, mitt­le­re Län­ge, sau­be­re Frucht, akzen­tu­ier­te Säu­re, gute Extrak­te, dabei reich und tief.92
Forst Unge­heu­erGeorg Mos­ba­cherAttrak­ti­ver, rei­cher Wein mit viel süßem Schmelz, rei­fer Säu­re, sat­ter Zitrus- und Grape­fruit­frucht, druck­vol­le Mine­ra­li­tät, unge­heu­er inten­siv.92
Dei­des­heim Kie­sel­bergVon Win­ningIn einer war­men Lage mit lehmig-steinigem Unter­grund gewach­sen: im Hin­ter­grund leicht rau­chig, im Vor­der­grund rei­fer wei­ßer Pfir­sich und Kräu­ter­wür­ze: raf­fi­nier­ter, zart­glied­ri­ger Wein, auf­fäl­lig schön.92
Dei­des­heim Hohen­mor­genGeh. Rat Dr. von Bassermann-JordanSchmeich­le­ri­scher, fast ein wenig gefäl­li­ger Wein mit rei­fer, schon deut­lich ins Tro­pi­sche gehen­der Frucht, Anklän­ge von kan­dier­ten Zitrus­früch­ten, bei aller Kraft leicht­fü­ßig und sehr ele­gant.92
Dei­des­heim Hohen­mor­genDr. Bürklin-WolfDuf­ti­ger, schon offe­ner, leicht ver­ständ­li­cher Wein, würzig-fruchtig mit etwas unge­stü­mer Säu­re, im Bou­quet Apfel und grü­ne Blät­ter, im Hin­ter­grund Andeu­tung von Apri­ko­se und eine fei­ne Mine­ra­li­tät.92
“Haar­dt Bür­ger­gar­ten “”Breu­mel in den Mau­ern”””Müller-CatoirSau­be­rer, klar geglie­der­ter Wein von natür­li­cher Har­mo­nie, zar­te Apfel-/Birnenfrucht mit fei­ner Grape­fruit in Hin­ter­grund, bei aller Fül­le erfri­schend, ja kna­ckig.92
Burr­wei­ler SchäwerMeß­merSehr wür­zig und fein­fruch­tig, deut­li­che Lagen­prä­gung mit mineralisch-tropischer Note, sehr beson­ders und sehr fein.92
Gleis­wei­ler Höl­leTheo Min­gesFei­ner, aus­ge­wo­ge­ner Wein, wirkt unspek­ta­ku­lär, besitzt aber alles, was ein Gro­ßes Gewächs aus­ma­chen soll­te: Tief­gang, Facet­ten­reich­tum, rei­fe Säu­re: Geheim­tipp.92
Sie­bel­din­gen Im Son­nen­scheinÖko­no­mie­rat Reb­holzKräf­ti­ger, aber gleich­zei­tig zart­glied­rig, bis­si­ge Säu­re, fei­ne Mine­ra­lik gepaart mit Rei­fe­aro­men: gut „geer­de­ter“, ele­gan­ter Spit­zen­wein.92
“Birk­wei­ler Kas­ta­ni­en­busch “”Köp­pel”””Dr. Wehr­heimKom­ple­xer, durch sei­ne Mine­ra­lik stark in sich ver­schach­tel­ter Wein, anspruchs­voll, span­nend, per­fekt vini­fi­ziert mit viel kla­rer Frucht und Fri­sche.92
Dirm­stein Man­del­pfadKnip­serSaf­ti­ger, sehr sau­be­rer Ries­ling vom Kalk­stein, schon gut ent­wi­ckelt, Aro­ma von Pfir­sich und Klee mit einem Hauch Sel­le­rie­wür­ze: kräf­tig, aber spie­le­risch leicht zu trin­ken.91
Laumers­heim Stein­bu­ckelPhil­ipp KuhnSchmelzig-weich mit sau­be­rer Frucht, grad­li­nig, fest gebaut, klar geglie­dert mit fei­nen Noten tro­pi­scher Früch­te: eine siche­re Bank für die Zukunft.91
Groß­karl­bach Burg­wegPhil­ipp KuhnKom­pak­ter, gera­de­zu mus­ku­lö­ser Wein, in wei­chen Schmelz ein­ge­bet­tet, Apri­ko­se, Kräu­ter­wür­ze, Honig­me­lo­ne, sehr tro­cken.91
Ung­stein Weil­bergPfef­fin­gen – Fuhrmann-EymaelZar­ter, viel­fach ver­schach­tel­ter Wein, auf Kalk­mer­gel gewach­sen, des­halb hoch­mi­ne­ra­lisch, kräu­ter­wür­zig, fein­glied­rig und raf­fi­niert.91
Forst Pech­steinAcham-MaginVanillig-buttriges Bou­quet mit fei­ner Kräu­ter­wür­ze, am Gau­men druck­voll, rei­fe Frucht mit spür­ba­rer Extrakt­sü­ße: sehr gelun­ge­ner Wein, macht nicht nur Spaß, son­dern gibt Befrie­di­gung.91
Forst Pech­steinGeorg Mos­ba­cherOrdent­li­cher, gut gebau­ter Wein, sau­ber, klar kon­tu­riert, mehr Frucht als Mine­ra­li­tät, mitt­le­re Län­ge: Es fehlt aller­dings der letz­te Kick.91
Forst Unge­heu­erReichs­rat von BuhlNoch etwas sprö­der, aber schö­ner und sehr nach­hal­ti­ger Wein von beacht­li­cher Län­ge, fein­glied­rig, tief und mit bes­ten Anla­gen.91
Birk­wei­ler Kas­ta­ni­en­buschDr. Wehr­heimWei­cher, saf­ti­ger Wein mit viel Charme, bes­te Sub­stanz und auf hohem Niveau „all­ge­mein­ver­ständ­lich“.91
Ilbe­s­heim Kal­mitKranzDicht gewo­ben, tief­grün­dig mit fei­ner Mine­ra­lik: ein Wein, der die Ein­stu­fung des Kal­mit als Gro­ße Lage voll­auf recht­fer­tigt.91
Ung­stein Her­ren­bergPfef­fin­gen – Fuhrmann-EymaelDer sub­stan­ti­el­le­re der bei­den Goßen Gewäch­se von Pfef­fin­gen, dicht, sei­di­ge Tex­tur, noch viel rei­fer Apfel in der Nase, im Hin­ter­grund jedoch deut­lich rei­fe Pfirsich- und Apri­ko­sen­no­ten, robus­te Säu­re.91
Rup­perts­berg Rei­ter­pfadBerg­dolt – St. Lam­prechtSehr kräf­ti­ger Wein aus teil­wei­se hoch­rei­fem Lese­gut, aller­dings etwas grob­fruch­tig und mit unge­schlif­fe­ner Säu­re.90
Rup­perts­berg Rei­ter­pfadReichs­rat von BuhlAttrak­ti­ver Wein, rei­fe Frucht, wei­che Säu­re, gute Län­ge, etwas ein­fach.90
Rup­perts­berg Rei­ter­pfadMug­lerSau­be­rer, sehr soli­der Wein ohne Exzes­se, aber auch ohne den letz­ten Kick.90
Forst Pech­steinReichs­rat von BuhlOhne Fehl und Tadel, aber für einen Wein aus einer Gro­ßen Lage ein­fach zu brav.89
Forst Jesui­ten­gar­tenAcham-MaginKräf­ti­ger, kör­per­rei­cher Wein, sehr homo­gen, wenn­gleich die letz­te Dif­fe­ren­zie­rung fehlt.89
Forst Jesui­ten­gar­tenReichs­rat von BuhlSoli­der Ries­ling, sau­ber, klar, ein­deu­tig, mitt­le­rer Kör­per, aber kei­ne gro­ßen Emo­tio­nen aus­lö­send.89
Forst Jesui­ten­gar­tenGeorg Mos­ba­cherFei­ner, gut fun­dier­ter Wein, klar akzen­tu­ier­te Frucht mit viel Apfel- und Zitrus­aro­men, gute Län­ge.89
Forst Unge­heu­erGeorg Siben ErbenNicht ganz ein­deu­ti­ger Wein mit rauchig-basaltischer Frucht, sal­zi­ger Mine­ra­li­tät und kna­cki­ger Säu­re, etwas locker gewo­ben.89
“Godram­stein Münz­berg “”Schlan­gen­pfiff”” “Münz­berg – Lothar Keß­ler & Söh­neSchmack­haf­ter, durch­aus üppi­ger Wein, aber etwas locker gewo­ben und am Ende ein wenig zu artig.89
Ung­stein Her­ren­bergFitz-RitterStof­fig, dicht, gut fun­diert: sti­lis­tisch bra­ver, etwas kon­ven­tio­nel­ler Wein.88
Ung­stein Her­ren­bergKarl Schae­ferSeh­ni­ger, fast kno­chi­ger Wein, sehr tro­cken, wirkt etwas extrakt­arm.88
Dei­des­heim Grain­hü­belGeorg Siben ErbenEtwas „alt­mo­di­scher“, völ­lig unge­schlif­fe­ner Wein mit einer rus­ti­ka­len Note, erdig-herb, rohe Säu­re, aber gute Sub­stanz.88
Bad Dürk­heim Michels­bergFitz-RitterSich schon vor­sich­tig öff­nend, dabei gespal­ten wir­kend: rohe Säu­re auf der einen, rei­fe Frucht auf der ande­ren Sei­te. Schwie­rig zu beur­tei­len.87
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