Kaypingers Whiskyblog

Glenfarclas 105° Proof aus verschiedenen Jahrzehnten

Udo & Rainer Kaypinger
105° Proof sind nicht gleich 105° Proof – diese Aus­sage passt nir­gendwo bes­ser als in die­sem Tas­ting. Wie unter­schied­lich kön­nen Abfül­lun­gen aus die­ser Serie von Glen­far­clas wohl sein? Jun­ger Glen­far­clas mit 60% von hell bis dun­kel, als 8- oder 10-jähriger, als Sin­gle oder All Malt. Was sagt die Geschmack­s­pa­lette? Jetzt hier…

105° Pro­of sind nicht gleich 105° Pro­of – die­se Aus­sa­ge passt nir­gend­wo bes­ser als in die­sem Tas­ting. Wie unter­schied­lich kön­nen Abfül­lun­gen aus die­ser Serie von Glen­far­clas wohl sein? Jun­ger Glen­far­clas mit 60% von hell bis dun­kel, als 8- oder 10-jähriger, als Sin­gle oder All Malt. Was sagt die Geschmacks­pa­let­te? Jetzt hier…

Glen­far­clas hat so vie­le klas­se Abfül­lun­gen auf den Markt gebracht, die wir schon pro­bie­ren durf­ten. Ein klei­nes Vertikal-Tasting durch die Jahr­zehn­te von der mehr als erfolg­rei­chen 105° Proof-Reihe der Bren­ne­rei fehlt uns aber noch. Ob es hier am Ende – wie so oft – auch wie­der heißt „Die alten Malts waren viel bes­ser als die aktu­el­len“? Infos zur Bren­ne­rei haben wir bereits hier vor eini­ger Zeit ver­öf­fent­licht.

Tasting Notes


Glenfarclas 10y 03-13 OB, 105 New Label Sherry casks from Sevilla – 60%Glenfarclas 10y 03-13 OB 105 New Label Sherry casks from Sevilla – 60%
88

Far­be: Altes Gold mit Bern­stein­stich
Nase: Schwe­rer Sher­ry mit siru­par­ti­gem Honig sowie Aro­men von lecke­ren Oran­gen und dunk­len Bee­ren. Leb­ku­chen, Zimt und weih­nacht­li­che Gewür­ze geben dem Malt viel Aus­drucks­stär­ke. Aber das ist bei Wei­tem noch nicht alles, was die Nase so her­gibt: Brot, süßes Malz und Kara­mell, Kräu­ter, die leicht ste­chend her­vor­sto­ßen, etwas Rauch von einem lodern­den Kamin­feu­er, Mus­kat­nuss, Leder und etwas Vanil­le sind eben­falls ent­hal­ten.
Geschmack: Mäch­tig – cre­mig süß, schar­fer und wär­men­der wer­dend mit rauchig-unterlegten Noten von Chi­li, Sher­ry, Honig, Kräu­tern und Tof­fee. Holz setzt ein und ent­fal­tet sich enorm. Recht tro­cken wer­dend hin zum Finish, mit vie­len Aro­men von Nüs­sen, Rosi­nen, But­ter und Pflaumen-Orangenmarmelade.
Finish: Sehr lang und wär­mend – süß und pri­ckelnd sal­zig mit tro­cke­nen Eichen­holz­no­ten, dump­fen Kräu­tern, Leder und Nuss­brot mit cremig-süßer Mar­me­la­de.
88 Punk­te (Nase: 90 / Geschmack: 88 / Finish: 87)


Glenfarclas ~1990er OB 105 black square box, black screw cap 1L – 60%Glenfarclas ~1990er OB 105 black square box, black screw cap 1L – 60%
91

Far­be: Kupfer/Rostrot
Nase: Sehr har­mo­nisch und aus­ge­wo­gen! Kräu­ter­ar­ti­ger Sher­ry mit viel Leder, dunk­len Früch­ten und Aro­men von roten Trau­ben. Eine pfeff­ri­ge Wür­ze kommt hin­zu sowie gebrann­te Man­deln, kara­mel­li­sier­ter Zucker, Malz und süß­li­che Bro­taro­men.
Geschmack: Scharf, mäch­tig und sehr sal­zig. Süß ein­ge­koch­te, dunk­le Früch­te explo­die­ren am Gau­men. Sehr pas­send dazu die ele­gan­te Wür­ze aus viel schwar­zem Pfef­fer, Mus­kat­nuss, Zimt und Holz. Zusätz­lich beein­flus­sen fri­sche Noten von schwar­zen Holun­der­bee­ren den Geschmack sehr posi­tiv.
Finish: Recht lang – tro­cke­ne Nuss- und Hol­zaro­men mit Leder, etwas Vanil­le und getrock­ne­ten Kräu­tern sor­gen für einen gelun­ge­nen Abgang. Abklin­gend mit Kakao­pul­ver, Holz und gerös­te­ten Kaf­fee­boh­nen.
91 Punk­te (Nase: 91 / Geschmack: 91 / Finish: 90)


Glenfarclas 8y ~ Ende 60er OB All Malt Unblended 105 Proof - 26 2/3 FL.OZS.Glenfarclas 8y ~ Ende 60er OB All Malt Unblended 105 Proof – 26 2/3 FL.OZS.
90

Far­be: Mais­gelb
Nase: Süß und rund, Honig­wa­ben und Wachs, aber auch Sta­chel­bee­re, Gur­ke, Joghurt, Sah­ne und Quark. Sehr mild und über­haupt nicht auf­dring­lich. Avo­ca­dos und Milch­säu­re unter­stüt­zen die fein­struk­tu­rier­te Wür­ze. Eigen­ar­tig, aber gut!
Geschmack: Dumpf und jetzt sehr mäch­tig. Dann süße Honigno­ten mit etwas Zucker. Dazu Wachs, Leder und Vanil­le, aber auch grü­ne sal­zi­ge und etwas her­be Zitro­nen­säu­re. Der Geschmack ist durch­ge­hend von einer pri­ckeln­den Mine­ra­li­tät durch­zo­gen, die gegen Ende wie­der mit Noten von Salat­gur­ke und Kräu­ter­quark sowie einem Schuss Zitro­nen­saft und tro­cke­nem Eichen­holz ergänzt wird.
Finish: Lang und pri­ckelnd! Eine über­wie­gend sal­zi­ge Wür­ze mit dump­fen Kräu­tern, viel Vanil­le, grü­nem Malz und leich­tem Holz. Gegen Ende immer süßer wer­dend (Leb­ku­chen)!
Bemer­kung: Im Blind­tas­ting hät­te man die­sem 105er höchs­tens 45% zuge­traut!
90 Punk­te (Nase: 89 / Geschmack: 92 / Finish: 90)


Fazit: Der New Label ist nicht der bes­te, aber der mit der größ­ten Aro­men­viel­falt! Wie wür­de es aus­ge­hen, wenn die­ser Malt mal 30 Jah­re „Fla­schen­rei­fung“ hin­ter sich hät­te?


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