Gebrüder Rings: ein Liter Riesling, bitte

2013 Riesling Liter vom Weingut Rings
2013 Riesling Liter vom Weingut Rings
Wer soll die Jungs noch aufhalten? fragte der Gault Millau auf Steffen und Andreas Rings bezogen. Die Winzer-Geschwister aus Freinsheim tun alles, um in der Pfalz den Sprung an die Spitze zu schaffen. Doch sie vernachlässigen auch die Basis nicht. Ein hochsommerliches Plädoyer für den Riesling aus der Literflasche.

Die­ser Ries­ling in der Liter­fla­sche ist kei­ne ver­kapp­te Spät­le­se. Er ist ein leich­ter, mineralisch-fruchtiger Wein, ein­fach gestrickt, ja, aber erfri­schend und durst­lö­schend und bes­ser als jeder Ver­such, mit Eis­wür­feln im Wein­glas den hohen Außen­tem­pe­ra­tu­ren zu trot­zen. Die­sen Wein kann man durch­aus in gro­ßen Schlu­cken trin­ken. Denn er ist bei aller Leich­tig­keit ein bitz­saube­rer Trop­fen.

Zuge­ge­ben, zu Fleisch vom Grill oder gebra­te­nen Würst­chen wäre er dem Unter­gang geweiht. Einem wür­zi­gen Brie oder Zie­gen­kä­se hält er eben­falls nicht stand. Aber zu einer Quiche oder einer Gemü­se­pas­ta oder ein­fach einem Stück Baguette mit Par­ma­schin­ken gibt es nichts Bes­se­res – zumin­dest jetzt im Som­mer nicht, da die Tem­pe­ra­tu­ren die 30 Grad-Marke über­schrit­ten haben. Für 6,50 Euro – soviel kos­tet der Liter – kann man jeden­falls sehr viel schlech­ter trin­ken, so viel ist gewiß.

Ein hochanständiges Gewächs

Andre­as und Stef­fen Rings sind ehr­gei­zig. Sie wol­len zu den Top Ten in der Pfalz gehö­ren. Und sie sind auf einem guten Weg. Ihre Ries­lin­ge aus dem Kall­stadter Sau­ma­gen und dem Ung­stei­ner Weil­berg haben Gro­ßes Gewächs-Niveau. Ihre Rotwein-Cuvée „Das Kreuz“ gehört zu den bes­ten dunk­len Rot­wei­nen Deutsch­lands (Caber­net Sau­vi­gnon, Mer­lot, St. Lau­rent, Caber­net franc). „Wer soll die Jungs noch auf­hal­ten?“, frag­ten die Tes­ter in der letz­ten Aus­ga­be des Gault-Millau-Weinführers.

Doch im Gegen­satz zu vie­len ehr­gei­zi­gen Win­zern, die so auf Spit­ze pro­gram­miert sind, dass die ein­fa­chen Wei­ne für sie nur eine Art Res­te­ver­wer­tung ist, wol­len die Rings-Brüder sich auch an die­sen Wei­nen mes­sen las­sen. Selbst der Liter­wein, die unters­te Stu­fe in ihrer Wein­hier­ar­chie, ist ein hoch­an­stän­di­ges Gewächs, für das man sich weder vor sich selbst noch vor Freun­den schä­men muss.  Und das Schö­ne ist: Man schraubt die Fla­sche auf, schenkt ein und genießt. Kein War­ten. Kein Dekan­tie­ren. Kei­ne lang­at­mi­gen Erklä­run­gen. Nur gut gekühlt muss der Wein sein.

 

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