Gault Millau WeinGuide 2013: Keine großen, aber kleine Überraschungen

WeinGuide Gault Millau 2013
Winzer des Jahres wird Joachim Heger, die beste Kollektion hat Hansjörg Rebholz. Keine große Überraschung. Doch 46 Neuaufnamen sind eine kleine Überraschung, darunter zwei Winzer, die bei weinkenner.de gerade vorgestellt wurden: Marcus Hees und Mathias Wolf. Über die „beste Weinkarte des Jahres“ freut sich Jens Priewe besonders. Alle Ergebnisse auf einen Blick.

Noch mehr Wein­gü­ter, noch mehr Sei­ten – so prä­sen­tiert sich der neue Wein­Gui­de Gault Mil­lau 2013. Kein Wun­der: Das Qua­li­täts­ni­veau steigt. Die neue Genera­ti­on von Win­zern, die lang­sam das Ruder über­nimmt, ist gut aus­ge­bil­det, weit gereist und nicht sel­ten in regio­na­len Netz­wer­ken orga­ni­siert. Das Resul­tat sind Wei­ne, die zwar noch wenig bekannt sind, an denen aber heu­te kein Wein­freund vor­bei­kommt – und schon gar nicht ein Wein­füh­rer, der den Anspruch erhebt, Deutsch­land zu reprä­sen­tie­ren (Preis: 29,95 Euro).

Die­se Ent­wick­lung muss sich im Druck­um­fang nie­der­schla­gen. Von den rund 5000 fla­schen­ab­fül­len­den Betrie­ben in Deutsch­land erhebt der Gault Mil­lau nun­mehr 721 in die „Trau­ben­klas­se“, wei­te­re 355 wer­den in der Rubrik „emp­feh­lens­wert“ geführt. Macht ins­ge­samt 1279 Wein­gü­ter. Wem das gedruck­te Kon­vo­lut zu dick und zu schwer ist, kann sich den Gui­de auch als App her­un­ter­la­den. Ab Dezem­ber gibt es ihn für iPho­ne und für Andro­id Smart­pho­nes.

Hier die Ergebnisse:


Winzer des Jahres
Joachim Heger, Weingut Dr. Heger, Ihringen (Kaiserstuhl)

Kom­men­tar: Die Begrün­dung ist zwei­schnei­dig: „…nun haben auch sei­ne Spät­bur­gun­der zur badi­schen Spit­ze auf­ge­schlos­sen“ (Joel Pay­ne).

Kollektion des Jahres
Weingut Ökonomierat Rebholz, Siebeldingen (Pfalz)

Kom­men­tar: Hät­te Hans­jörg Reb­holz auch schon vor zehn Jah­ren ver­dient.

Aufsteiger des Jahres
Karsten Peters, Betriebsleiter Gut Hermannsberg, Niederhausen (Nahe)

Kom­men­tar: Tüch­ti­ger Mann, aber auch ein Wein­gut mit guter PR-Abteilung.

Entdeckung des Jahres
Weingut Josten & Klein, Remagen-Kripp (Mittelrhein)

Kom­men­tar: Wer den Mut hat, am Mit­tel­rhein neu ein­zu­stei­gen, ver­dient Respekt. Erst recht, wenn die Wei­ne auch gut sind.

Sommelier des Jahres
Thomas Sommer, Schlosshotel Lerbach, Bergisch-Gladbach

Kom­men­tar: Alter Hase!

Weinkarte des Jahres
Jianhua Wu, Restaurant Hot Spot, Berlin

Kom­men­tar: Deutsch­land wein­kun­digs­ter Chi­ne­se! Außer­dem mein Freund.

DIE SIEGERWEINE


Bester Winzersekt
2002 Chardonnay Prestige Brut Blanc de Blancs | Raumland (Rheinhessen)

Kom­men­tar: Ist fünf­mal in den letz­ten zehn Jah­ren aus­ge­zeich­net wor­den – gro­ße Ehre, aber wenig Erkennt­nis­wert.

Bester Spätburgunder
2010 Wildenstein »R« | Bernhard Huber (Baden)

Kom­men­tar: Es gibt kei­nen Bes­se­ren!

Bester Weißer Burgunder
2011 Ilbesheimer Kalmit »Großes Gewächs« | Kranz (Pfalz)

Kom­men­tar: Da erwächst den Wehr­heims und Reb­holz’ ein Riva­le.

Bester trockener Riesling
2011 Forster Pechstein »G.C.« | Dr. Buerklin-Wolf (Pfalz)

Kom­men­tar: Man beach­te: Nicht das (wesent­lich teu­re­re) Kir­chen­stück wur­de aus­ge­zeich­net!

Bester feinherber Riesling
2011 Rauenthaler Nonnenberg | Georg Breuer (Rheingau)

Kom­men­tar: Spä­te Rache für die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Non­nen­bergs in der VDP-Klassifikation.

Bester Riesling Kabinett
2011 Saarburger Rausch | Zilliken (Saar)

Kom­men­tar: So fei­ne, leich­te, glo­cken­rei­ne Ries­lin­ge macht wirk­lich kein ande­rer bes­ser.

Beste Riesling Spätlese
2011 Bockenauer Felseneck | Schäfer-Fröhlich (Nahe)

Kom­men­tar: Bei den tro­cke­nen Spät­le­sen ist Schäfer-Fröhlich Spit­ze. Ich weiß nur nicht, ob die rest­sü­ßen eine eige­ne Kate­go­rie ver­die­nen.

Beste Riesling Auslese
2011 Saarburger Rausch – 1 – | Zilliken (Saar)

Kom­men­tar: Hat Egon Mül­ler dies­mal hin­ter sich gelas­sen.

Bester edelsueßer Riesling
2011 Goldlack Trockenbeerenauslese | Schloss Johannisberg (Rheingau)

Kom­men­tar: Bei Edel­süß ist der Rhein­gau Spit­ze!

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2 Kommentare

  • […] Jens Priewe erkennt im Gan­zen ein gestie­gens Nivie­au des deutsch­ne Weins und freut sich über selbst erleb­te Neu­ent­de­ckun­gen. […]

  • Jeder Kom­men­tar trifft ins Schwar­ze – Bra­vo!

    Ich fra­ge mich, wer den nun der König ist: der mit der bes­ten Kol­lek­ti­on oder der Win­zer des Jah­res, der mit sei­nen Rot­wei­nen immer­hin zur Spit­ze Badens auf­ge­schlos­sen haben will?

    P.S.: Für Wu freue ich mich beson­ders. Sei­ne Wein­kar­te ist Lie­be pur (vor allem zur Mosel und dort beson­ders zu Kajo Christof­fel), die Prei­se sind fast selbst­zer­stö­re­risch und Wu und sei­ne Frau sind Super-Gastgeber.

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