Wenn die Tage kürzer werden und das Thermometer konsequent unter „Gemütlichkeit” bleibt, suchen wir alle nach etwas, das nicht nur Hände, sondern auch Laune wärmt. Etwas, das nach Weihnachten, dicken Socken und „Noch ein Tässchen?” schmeckt. Kurz: nach Punsch.
Der Weinkenner weiß ziemlich genau, was Sie in der kältesten Zeit des Jahres brauchen – und zeigt, wie sich Weihnachtspunsch, Früchtepunsch oder der allseits beliebte Apfelpunsch im Handumdrehen selbst anrühren lassen. Ohne Fertigtüte, dafür mit Duft von Zimt, Zitrus und ein bisschen Nostalgie. Und wer für die nächste Weihnachtsfeier noch eine Anekdote braucht, findet weiter unten ein paar gut dosierte Fun Facts, die sich hervorragend zwischen zweitem und drittem Becher erzählen lassen.
Wer hat’s erfunden? Die erstaunliche Reise des Punschs
Dass wir heute Punsch im Glas haben, verdanken wir ausgerechnet Seefahrern, die eigentlich wegen ganz anderer Dinge unterwegs waren. Die Händler der britischen Ostindien-Kompanie machten sich auf den weiten Weg nach Indien – und stießen dort auf ein Getränk namens „pantsch“.
„Pantsch“ ist Hindi und steht für die Zahl fünf. Fünf, weil das Getränk aus fünf Bestandteilen bestand: Zucker, Arrak (eine Spirituose aus Reis oder Zuckerrohr), Zitrone, Wasser sowie Tee oder Gewürzen. Eine simple Formel – aber offenbar so überzeugend, dass die britischen Seeleute den „pantsch“ kurzerhand in „Punch“ umtauften und mit nach Hause nahmen.
Von dort begann seine Karriere quer durch Europa. Die Rezepturen wechselten mit den Moden: Im 18. Jahrhundert galt hierzulande ein „Puntsch“ aus Branntwein, Wasser, Pomeranzensaft und Muskatnuss als state of the art. Und nicht immer wurde er heiß serviert. Wie beim Glühwein übrigens auch war die kalte Variante lange keine Ausnahme, sondern durchaus üblich.
Eine Regel aber hat all diese Varianten überlebt – von „pantsch“ über Punch und Puntsch bis zum heutigen Punsch: Man bringt ihn nicht zum Kochen. Wird der Ansatz zu heftig erhitzt, verfliegen zuerst der feine Duft und dann der Alkohol. Und am Ende bleibt ein trauriger Sud, der mit dem winterlichen Seelentröster nur noch den Namen gemein hat.
Also: Hitze ja, Wallen nein. Dann bleibt der Punsch das, was er sein soll – die flüssige Antwort auf lange, dunkle Winterabende.








































































