Wein-News USA

In vielen Weinen ist mehr Alkohol als angegeben

Supermarktregal mit Weinflaschen
Viele ausländische Weinerzeuger geben auf dem Etikett einen niedrigeren Alkoholgehalt an, als der Wein tatsächlich aufweist. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie, die die American Association of Wine Economics durchgeführt hat. Betroffen sind Weine aller Herren Länder, besonders aus Chile, USA und Spanien. Deutsche Weine waren nicht in die Untersuchung einbezogen.

Vie­le aus­län­di­sche Wein­er­zeu­ger geben auf dem Eti­kett einen nied­ri­ge­ren Alko­hol­ge­halt an, als der Wein tat­säch­lich auf­weist. Das ist das Ergeb­nis einer umfang­rei­chen Stu­die, die die Ame­ri­can Asso­cia­ti­on of Wine Eco­no­mics durch­ge­führt hat. Betrof­fen sind Wei­ne aller Her­ren Län­der, beson­ders aus Chi­le, USA und Spa­ni­en. Deut­sche Wei­ne waren nicht in die Unter­su­chung ein­be­zo­gen. 

Regal mit WeinflaschenDie Wei­ne, auf denen die Stu­die basiert, waren für den Import nach Kana­da bestimmt und wur­den beim Liquor Con­trol Board of Onta­rio unter­sucht, einer der weni­gen Orte in der Welt, wo jede ankom­men­de Fla­sche Wein einer Labo­rana­ly­se unter­zo­gen wird. Kana­da tole­riert nur eine gerin­ge Abwei­chung vom tat­säch­li­chen Alko­hol­ge­halt: 0,1 Vol.%.

Nun hat die inter­na­tio­nal auf­ge­stell­te Ame­ri­can Asso­cia­ti­on of Wine Eco­no­mics (AAWE) die Unter­su­chun­gen der letz­ten 17 Jah­re zusam­men­ge­fasst und aus­ge­wer­tet. Das Ergeb­nis: von genau 129.123 Wei­nen, die über­prüft wor­den waren, wie­sen 57,1 Pro­zent einen höhe­ren Alko­hol­ge­halt auf, als auf dem Eti­kett dekla­riert war. Wäh­rend der tat­säch­li­che durch­schnitt­li­che Alko­hol­ge­halt aller unter­such­ten Wei­ne 13,6 Vol.% betrug, lag der Mit­tel­wert der ange­ge­be­nen Alko­hol­ge­hal­te laut Ana­ly­se­bö­gen bei 13,1 Vol.%.

In den heißen Jahren am stärksten nach unten korrigiert

Dass die Erzeu­ger den Alko­hol­ge­halt ihrer Wei­ne sys­te­ma­tisch nach unten kor­ri­gie­ren, dar­an besteht für die Auto­ren des Reports kein Zwei­fel. Die größ­ten Abwei­chun­gen regis­trier­ten sie zum Bei­spiel 1997 und 2003 – den bei­den hei­ßes­ten Jah­ren der letz­ten Zeit, in denen die Alko­hol­ge­hal­te der Wei­ne welt­weit Rekord­wer­te erreich­te. Hier war den Erzeu­gern offen­bar sehr dar­an gele­gen, die Lage weni­ger dra­ma­tisch aus­se­hen zu las­sen, als sie war.

Als größ­te Trick­ser ent­pupp­ten sich Chi­le, Argen­ti­ni­en, USA und Spa­ni­en – also vier Wein­bau­na­tio­nen, die kli­ma­be­dingt, aber auch durch eine gewollt höhe­re Rei­fe der Trau­ben (also län­ge­res Hän­gen­las­sen) höhe­re Alko­hol­ge­hal­te in Kauf neh­men, vor allem bei Rot­wei­nen. Im Ver­gleich zu ihnen waren die Kol­le­gen aus Ita­li­en und Frank­reich gera­de­zu ehr­lich in ihren Anga­ben.

Am ehr­lichs­ten von allen schei­nen por­tu­gie­si­sche Wein­er­zeu­ger zu sein. Die Abwei­chun­gen zwi­schen Soll- und Ist-Werten waren bei ihren Wei­nen am gerings­ten. Deut­sche Wei­ne waren wegen der häu­fig vor­han­de­nen Rest­sü­ße nicht in die Unter­su­chung ein­be­zo­gen wor­den.

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