Der Vatikan ist unter die Weinproduzenten gegangen. Kürzlich wurde der erste eigene Wein auf Flaschen gefüllt: ein reinsortiger Cabernet Sauvignon, gewachsen auf 2 Hektaren in Castel Gandolfo. Verantwortlich für den Wein ist der Önologe Riccardo Cotarella, Präsident der Associazione Vini Italiani (Assovini). Bearbeitet werden die Weinberge von Flüchtlingen, die vor Ort eine entsprechende Ausbildung erhalten haben. Die 2000 Flaschen gehen allerdings nicht in den Handel. Sie sind ausschließlich für den internen Verbrauch des Vatikans sowie für institutionelle und diplomatische Veranstaltungen des Heiligen Stuhls bestimmt.
Der erste vatikanische Wein war eine schwierige Geburt. Papst Benedikt XVI., der sich in seiner Antrittsrede als «einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn» bezeichnet hatte, erhielt 2005 von der Bauerngewerkschaft Coldiretti einen kleinen Weinberg als Schenkung. Er wurde jedoch nicht bearbeitet und verwilderte. 2020 verfügt Papst Franziskus dann, den Weinberg zu roden und stattdessen Oliven und Gemüse anzubauen. Ein Jahr später erhielt Cotarella dann den Auftrag, einen neuen Weinberg anzulegen und einen eigenen Wein zu erzeugen. Der jetzige Papst Leo XIV. hat den Wein verkostet und für verkehrsfähig erklärt.
Bislang wurden alle Weine importiert, die im Vatikan ausgeschenkt wurden. Lange Jahre war die Familienkellerei Heros Cordón aus der Rioja Hauptlieferant des Vatikans, seit kurzem auch Villa Russiz aus dem Friaul. Sie soll den Vatikan jetzt so lange mit Refosco, Pinot Nero und Cabernet beliefern, bis genügend eigener Wein zur Verfügung für steht. Geplant hat der Vatikan eine Produktion von 20.000 Flaschen.



















































