Ein Wein-Business aufbauen: Welche Möglichkeiten es gibt

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Winzer, Wein-Gastronom, Weinhändler – das sind nur ein paar Möglichkeiten, Wein zum Beruf zu machen. Es gibt aber auch andere Optionen

Als Wein­ken­ner und Wein­lieb­ha­ber haben Sie meh­re­re Optio­nen, Ihre Lei­den­schaft zum Beruf zu machen. Aller­dings müs­sen dabei wich­ti­ge Details beach­tet wer­den, wenn der Erfolg sich ein­stel­len soll. Wir geben Ihnen einen Über­blick über die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten und die wich­tigs­ten Fak­to­ren, die Sie bei der Rea­li­sie­rung berück­sich­ti­gen soll­ten.

Eige­nen Wein pro­du­zie­ren

Eine ers­te Opti­on besteht dar­in, eige­nen Wein zu pro­du­zie­ren. In die­sem Fall wür­den Sie sich als Win­zer selbst­stän­dig machen. Die Basis, um dabei erfolg­reich zu sein, ist eine Aus­bil­dung in die­ser Berufs­spar­te. In die­sem Rah­men ler­nen Sie das not­wen­di­ge Know-how und vie­le wich­ti­ge Details, die Sie spä­ter benö­ti­gen wer­den.

Grund­la­gen und Büro­kra­ti­sches

Zunächst müs­sen Sie für eine Selbst­stän­dig­keit als Win­zer einen geeig­ne­ten Wein­berg fin­den – sofern nie­mand in Ihrer Ver­wandt­schaft einen sol­chen besitzt. Zusätz­lich kön­nen Sie über­le­gen, ob Sie ein bereits bestehen­des Wein­gut mit­samt der dazu­ge­hö­ri­gen Anbau­flä­che über­neh­men.

Zu Beginn müs­sen Sie eine hohe Inves­ti­ti­on täti­gen – das gilt sowohl im Fall des Kau­fes eines bestehen­den Gutes als auch für die Vari­an­te, bei der Sie den Betrieb selbst auf­bau­en. Für Letz­te­res benö­ti­gen Sie unter ande­rem tech­ni­sche Gerä­te, die hohe Aus­ga­ben ver­ur­sa­chen. Daher soll­ten Sie einen soli­den Busi­ness­plan erstel­len, um poten­zi­el­le Inves­to­ren und Kre­dit­ge­ber zu über­zeu­gen.

Dar­über hin­aus gibt es eini­ge büro­kra­ti­sche und juris­ti­sche Fak­to­ren, die Sie beach­ten soll­ten. So sind Sie ver­pflich­tet, ein Gewer­be anzu­mel­den. Zusätz­lich müs­sen Sie bei der Pro­duk­ti­on die recht­li­chen Rege­lun­gen beach­ten.

Die­se Rah­men­be­din­gun­gen sind im Wein­ge­setz fest­ge­hal­ten. Dabei ist es wich­tig, dass Sie Ver­än­de­run­gen im Auge behal­ten. So wur­de das Gesetz vor eini­ger Zeit über­ar­bei­tet, die neu­en Rege­lun­gen sind seit dem 27.01.2021 gül­tig.

Ein Blick auf die Ver­triebs­we­ge

Damit sich die Wein­her­stel­lung lohnt, müs­sen Sie aus­rei­chend Abneh­mer fin­den. Dabei kön­nen Sie unter­schied­li­che Wege gehen. Zu die­sen Optio­nen gehö­ren:

  • Selbst­ver­kauf
  • Super­märk­te
  • Gas­tro­no­mie

So gibt es zum einen die Mög­lich­keit, den Wein auf dem Gut selbst zu ver­kau­fen oder online anzu­bie­ten. Hier­bei soll­ten Sie beden­ken, dass Sie aus­rei­chend Wer­bung machen und sich (oft­mals über einen län­ge­ren Zeit­raum) einen Ruf erar­bei­ten müs­sen, damit das Geschäft gut läuft.

Dar­über hin­aus kön­nen Sie ver­su­chen, eine gewis­se Anzahl von Fla­schen in Super­märk­ten und bei Fach­händ­lern zu plat­zie­ren. Auch der Export in ande­re Län­der soll­te in Betracht gezo­gen wer­den.

Zusätz­lich soll­ten Sie über­le­gen, ob es in der Regi­on belieb­te Gas­tro­no­mie­be­trieb gibt, die Ihren Wein auf ihre Geträn­ke­kar­te set­zen könn­ten. Gera­de in Gegen­den, die vie­le Tou­ris­ten anzie­hen, ist die­ser Schritt nicht zu unter­schät­zen.

Wein und Gas­tro­no­mie als Geschäfts­mo­dell

Dane­ben bie­tet die Gas­tro­no­mie wei­te­re Mög­lich­kei­ten für Geschäfts­mo­del­le rund um den Wein. So kön­nen Sie selbst ein Lokal grün­den, das Spei­sen und/oder Geträn­ke anbie­tet und in des­sen Kon­zept das The­ma Wein eine wich­ti­ge Rol­le spielt.

Wein als Teil Ihres Gas­tro­no­mie­be­trie­bes

Zum einen gibt es die Mög­lich­keit, ein Restau­rant zu grün­den, das ver­schie­de­ne Spei­sen anbie­tet. Dabei ist der aus­schließ­li­che Fokus nicht der Wein, den­noch kann er eine wich­ti­ge Bedeu­tung haben.

So kön­nen Sie die Attrak­ti­vi­tät für Gäs­te mit einer span­nen­den und viel­sei­ti­gen Wein­kar­te stei­gern. Zusätz­lich kön­nen Sie durch eine Emp­feh­lung von pas­sen­den Kom­bi­na­tio­nen von Spei­sen und Geträn­ken den Blick auf das The­ma Wein len­ken, sodass die­ses Fach­wis­sen für Ihre Gäs­te womög­lich zu einem wich­ti­gen Grund für einen Besuch Ihres Lokals wird.

Gas­tro­no­mie mit Fokus auf Wein

Zudem gibt es Optio­nen, eine Gast­stät­te zu eröff­nen, in der der Wein im Mit­tel­punkt steht. Das ist vor allem in Form einer Wein­bar mög­lich. Hier kön­nen Sie vie­le ver­schie­de­ne Wei­ne aus unter­schied­li­chen Regio­nen der Welt anbie­ten.

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Neben er gro­ßen Aus­wahl spielt die Qua­li­tät eine ent­schei­den­de Rol­le. Mit Sicher­heit suchen vie­le Gäs­te eine sol­che Bar auf, um einen beson­de­ren Wein zu trin­ken, der hoch­wer­ti­ger ist als die Sor­ten, die sie aus Ihrem All­tag ken­nen.

Daher soll­ten Sie über­le­gen, neben den übli­chen Stan­dards sel­te­ne und teu­re­re Wei­ne anzu­bie­ten. Zusätz­lich kön­nen Sie in Ihrer Gast­stät­te klei­ne Events ver­an­stal­ten. Dafür bie­tet sich zum Bei­spiel eine jähr­li­che Vor­stel­lung der hoch­wer­tigs­ten Wei­ne aus der Regi­on an.

Online-Versand für Wein und Zube­hör

Der Online-Handel boomt in vie­len Berei­chen. Beson­ders durch die Corona-Pandemie hat der Ver­kauf im Inter­net ein ein­ma­li­ges Hoch erlebt. Das gilt glei­cher­ma­ßen für die Wein-Branche: Gera­de auf­grund der Schlie­ßun­gen von Gas­tro­no­mie­be­trie­ben wäh­rend der Lock­downs wur­de das Inter­net zu einer belieb­ten Alter­na­ti­vquel­le für edle Trop­fen.

Online-Handel mit Wei­nen

Auf­grund des gewach­se­nen Bewusst­seins der Ver­brau­cher für die Mög­lich­keit des Online-Erwerbs kann ein Shop im Netz, der Wei­ne anbie­tet, als Geschäfts­mo­dell durch­aus in Betracht gezo­gen wer­den. Hier­bei haben Sie die Opti­on, durch ein beson­ders gro­ßes Ange­bots­spek­trum zu glän­zen und somit eine berei­te Schicht von poten­zi­el­len Käu­fern zu errei­chen. Alter­na­tiv kön­nen Sie sich auf bestimm­te Sor­ten spe­zia­li­sie­ren und auf die­se Wei­se ver­su­chen, eine Nische zu fin­den. 

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Dabei spie­len Details eine wich­ti­ge Rol­le. Neben den Pro­dukt­fo­tos sind es vor allem die Beschrei­bun­gen der Wei­ne, die den Ver­kauf ankur­beln kön­nen. Im Rah­men der Erstel­lung der Tex­te soll­ten Sie berück­sich­ti­gen, ob Ihre Ziel­grup­pe aus Käu­fern mit einem eher gerin­gen Hin­ter­grund­wis­sen oder ech­ten Weinkennern- und Exper­ten besteht. So kön­nen Sie die Beschrei­bun­gen opti­mal auf das Wis­sen Ihrer poten­zi­el­len Abneh­mer zuschnei­den.

Eben­falls von Bedeu­tung sind die genutz­ten Ver­sand­kar­tons, die es für Online-Shops in ver­schie­de­ner Form gibt. Beim Ver­schi­cken von Wein­fla­schen müs­sen sie der Grö­ße des Gefä­ßes ange­passt sein, Stö­ße aus­hal­ten und aus­rei­chend Platz für eine Pols­te­rung haben. Gleich­zei­tig kön­nen die Kar­tons auf Basis einer beson­de­ren Gestal­tung zu einer Art Mar­ke­ting­in­stru­ment wer­den.

Online-Shop mit Zube­hör für Wei­ne

Zusätz­lich kön­nen Sie über­le­gen, ob Sie in Ihrem Shop eine eige­ne Sek­ti­on für Wein­zu­be­hör ein­rich­ten oder ein Online-Geschäft star­ten, das sich aus­schließ­lich mit die­sem Bereich beschäf­tigt. Unter ande­rem kön­nen Sie in die­sem Rah­men anbie­ten:

  • Glä­ser
  • Kor­ken­zie­her
  • Wein­küh­ler
  • Karaf­fen und Dekan­ter

Wich­tig dabei ist, dass Sie Ihren Kun­den ein gewis­ses Fach­wis­sen ver­mit­teln und Pro­duk­te auf dem aktu­el­len Stand der Tech­nik ver­kau­fen. So gibt es zum Bei­spiel mitt­ler­wei­le elek­tri­sche Kor­ken­zie­her, die dem Nut­zer ein hohes Maß an Kom­fort bie­ten.

Design­trends spie­len bei Ihrer Pro­dukt­aus­wahl eben­falls eine Rol­le. Wie wich­tig ein Blick auf Details für eine pas­sen­de Kauf­ent­schei­dung Ihrer Kun­den ist, zeigt sich zum Bei­spiel bei der Fra­ge, wel­che Fak­to­ren bei der Aus­wahl des rich­ti­gen Wein­gla­ses von Bedeu­tung sind. Hier­bei spie­len unter ande­rem die Farb­lo­sig­keit und der Schwer­punkt eine Rol­le.

Mar­ke­ting im Bereich des Weins

Ein wei­te­res Tätig­keits­feld rund um den Wein, in dem Sie ein Busi­ness star­ten kön­nen, ist das Mar­ke­ting. Unter ande­rem ist das mög­lich:

  • als Influ­en­cer
  • als Ver­an­stal­ter von Events wie Mes­sen oder Wein­fes­ten
  • oder als Her­stel­ler von Image-Videos

Influ­en­cer agie­ren vor allem in den sozia­len Medi­en und sol­len, wie das Wort bereits ver­mu­ten lässt, das Kauf­ver­hal­ten der User beein­flus­sen. Falls Sie sich für das The­ma Wein inter­es­sie­ren, kön­nen Sie Kanä­le oder Pro­fi­le eröff­nen, auf denen Sie ver­schie­de­ne Wei­ne vor­stel­len. Ab einer gewis­sen Popu­la­ri­tät haben Sie die Mög­lich­keit, neben den Ein­nah­men durch Klicks auf You­Tube zusätz­lich Spon­so­ren­gel­der zu erhal­ten.

Eine Alter­na­ti­ve ist das Ver­an­stal­ten von Events wie Mes­sen oder Wein­fes­ten. In die­sem Rah­men bie­ten Sie einer­seits den Kon­su­men­ten einen Mehr­wert, zusätz­lich kön­nen Sie mit Wein­gü­tern koope­rie­ren und dabei hel­fen, die Pro­duk­ten bekann­ter zu machen.

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Schluss­end­lich besteht die Opti­on, Image­vi­de­os oder ande­res (Bewegt-) Bild­ma­te­ri­al für Wein­gü­ter oder Gas­tro­no­mie­be­trie­be mit dem Fokus auf Wein zu pro­du­zie­ren. Hier­bei kön­nen Sie eine krea­ti­ve Ader mit der Lei­den­schaft für edle Trop­fen kom­bi­nie­ren. Sofern Sie sich einen Ruf erar­bei­ten, haben Sie außer­dem ab einem gewis­sen Punkt die Mög­lich­keit, im Rah­men Ihrer Arbeit zu rei­sen.

Fazit

Die Bei­spie­le zei­gen, wie viel­fäl­tig die Mög­lich­kei­ten für ein eige­nes Geschäft im Bereich des Weins sind. Von der Her­stel­lung über einen Gas­tro­no­mie­be­trieb mit dem Fokus auf edle Trop­fen bis hin zu einem eige­nen Online-Shop sind Ihrer Krea­ti­vi­tät kaum Gren­zen gesetzt. Über­le­gen Sie, wel­che der Optio­nen am bes­ten zu Ihren Lei­den­schaf­ten passt und erstel­len Sie vor der Grün­dung ein ziel­füh­ren­des Kon­zept, um Feh­ler zu ver­mei­den und Erfol­ge fei­ern zu kön­nen.

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