Duca di Salaparuta: Renaissance sizilianischer Weine

Sizilien sei keine Insel, sondern ein Kontinent, schrieb Goethe. Das Weingut Duca di Salaparuta trägt dem Rechnung. Seine drei Spitzenweine kommen aus drei unterschiedlichen Ecken dieses Kontinents.

Geschichts­be­wuss­te Zeit­ge­nos­sen erin­nert der Name Duca di Sala­pa­ru­ta an die feu­da­len Zei­ten, als Sizi­li­en von ade­li­gen Land­be­sit­zern beherrscht und regiert wur­de. Die­se Zei­ten sind vor­bei, seit Gari­bal­di 1861 in Sizi­li­en lan­de­te und mit sei­nen Rot­hem­den die Insel erober­te. Heu­te ist Duca di Sala­pa­ru­ta eine welt­be­kann­te Wein­mar­ke. Genau­er gesagt: eine Mar­ke für Spit­zen­wein. Drei Eti­ket­ten sind es, die immer wie­der hohe und höchs­te Bewer­tun­gen von inter­na­tio­na­len Wein­kri­ti­kern erhal­ten: ein Weiß­wein und zwei Rot­wei­ne. Sie kom­men aus ganz ver­schie­de­nen Ecken Sizi­li­ens und spie­geln die unter­schied­li­chen Böden, Kli­ma­ta und Kul­tu­ren der Insel wider. Goe­the hat­te bereits in sei­ner „Ita­lie­ni­schen Rei­se“ geschrie­ben: „Sizi­li­en ist kei­ne Insel, son­dern ein Kon­ti­nent.“

Dem haben die Öno­lo­gen von Duca di Sala­pa­ru­ta Rech­nung getra­gen. Sie haben haben an Hand von Boden­un­ter­su­chun­gen und der Aus­wer­tung von Kli­ma­da­ten die Insel in ver­schie­de­ne Wein­bau­be­rei­che ein­ge­teilt. Die­se „Zonie­rung“ mit einer genau­en Kar­tie­rung der bes­ten Anbau­ge­bie­te für die jewei­li­gen Reb­sor­ten bil­de­te die Basis für die Errich­tung von drei Wein­gü­tern an ganz ver­schie­de­nen Orten Sizi­li­ens: Risi­gno­lo, Suor Mar­che­sa und Vajas­in­di. Das bedeu­tet: Duca di Sala­pa­ru­ta blickt zwar auf eine 200jährige Geschich­te zurück. Aber die wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen für die Erzeu­gung von Spit­zen­wei­nen wur­den erst in den letz­ten 20 Jah­ren gelegt.

Bianca di Valguarnera: der Weißwein, der aus dem Barrique kommt

Der Weiß­wein heißt Bian­ca di Val­guar­ne­ra. Er wächst im Wes­ten der Insel im Hin­ter­land der Stadt Tra­pa­ni. Dort wer­den vor allem zwei ein­hei­mi­sche Reb­sor­ten ange­baut: Gril­lo und Inzo­lia. Der Wein wird rein­sor­tig aus Inzo­lia gekel­tert, und gehört zu den weni­gen reife­fä­hi­gen Weiß­wei­nen, die Sizi­li­en her­vor­bringt: in der Far­be gold­gelb, im Bou­quet fri­sche Fei­gen, Dörr­obst und, bedingt durch die Ver­gä­rung in Bar­ri­ques, ein Hauch von Vanil­le. Die sandig-lehmigen Böden geben dem Wein zusätz­lich ein spe­zi­ell „sal­zi­ges“ Aro­ma, das sich in erhöh­ter Geschmacks­in­ten­si­tät nie­der­schlägt. Zu Räu­cher­lachs oder Scam­pi vom Grill passt der Bian­ca di Val­guar­ne­ra des­halb per­fekt.

Brisen vom Meer kühlen die Temperaturen ab

Viel­leicht fra­gen Sie sich, lie­be Leser, wie­so man im hei­ßen Sizi­li­en über­haupt Weiß­wei­ne erzeu­gen kann. Weiß­wei­ne brau­chen Säu­re, und Säu­re braucht moderat-kühle Tem­pe­ra­tu­ren. Drei Ant­wor­ten: In den rela­tiv meer­na­hen Gebie­ten im Wes­ten Sizi­li­ens wehen immer küh­le Bri­sen, die dafür sor­gen, dass das Ther­mo­me­ter nie zu hoch steigt. Risi­gno­lo, so der Name des dor­ti­gen Wein­guts von Duca di Sala­pa­ru­ta, liegt auf einer expo­nier­ten Hügel­kup­pe,

die immer von Win­den umweht ist. Vor allem nachts fal­len die Tem­pe­ra­tu­ren ab, so dass die Säu­re in den Wein­bee­ren erhal­ten und nicht ver­at­met wird. Zwei­tens ist die Inzolia-Traube an die ört­li­chen Kli­ma­ver­hält­nis­se per­fekt ange­passt. Und drit­tens las­sen die Win­zer die Blät­ter des Reb­stocks über die Trau­ben

hän­gen, so dass die­se nie der direk­ten Son­ne aus­ge­setzt sind. Das Resul­tat ist ein Wein, der kör­per­reich ist, sich damit für den Barrique-Ausbau eig­net, aber eine leben­di­ge Säu­re auf­weist, die ihm Fri­sche und Mine­ra­li­tät ver­leiht (37,50 Euro).

Duca Enrico: leuchtend rot, reich an Frucht, äußerst langlebig

Die bei­den Roten sind so unter­schied­lich, wie es unter­schied­li­cher nicht geht. Der Duca Enri­co, benannt nach einem inno­va­ti­ven Spross der ade­li­gen Fami­lie Allia­ta, die das Wein­gut einst gegrün­det hat­ten, wird aus der bekann­tes­ten sizi­lia­ni­schen Reb­sor­te, der Nero d’Avola, gewon­nen. Ein Wein, der bei Gas­tro­no­mie, Han­del und bei Wein­kon­su­men­ten seit lan­gem bekannt ist und höchs­te Aner­ken­nung genießt. 1984 das ers­te Mal pro­du­ziert, war der Duca Enri­co damals der ein­zi­ge bedeu­ten­de Rot­wein Sizi­li­ens. Inzwi­schen gibt es noch ande­re gute Rot­wei­ne.

Aber mit sei­ner leuch­tend rubin­ro­ten Far­be, dem tie­fen Bee­ren­duft, den er ver­strömt, dem wei­chen Tan­nin, der sanf­ten Säu­re und dem fein­wür­zi­gen Abgang gehört er bis heu­te zu den größ­ten Nero d’Avola-Gewächsen der Insel (59 Euro). Die Trau­ben für ihn wach­sen im Süden Sizi­li­ens, wo die Win­ter mild und die Som­mer warm, aber nicht heiß sind. Die kalk­stein­hal­ti­gen Böden brin­gen dort Wei­ne her­vor, die reich an Frucht und äußerst  lang­le­big sind. Suor Mar­che­sa heißt das Wein­gut. Es liegt in der Gemein­de Bute­ra und ver­fügt über vie­le alte Reb­stö­cke, an denen im Herbst nur weni­ge Trau­ben hän­gen, die aber von hoher Qua­li­tät sind. 18 Mona­te lässt man den Wein in Bar­ri­ques rei­fen, bevor er auf die Fla­sche gezo­gen wird. Dort reift er noch­mals 18 Mona­te nach. Erst dann wird der Duca Enri­co frei­ge­ge­ben.

Nawàri: einer der wenigen Pinot Nero Siziliens

Der zwei­te Rot­wein ist neu. Er kommt vom Ätna und wur­de 2007 das ers­te Mal geern­tet. Es ist ein Pinot Nero, gewach­sen in 600 bis 700 Metern Höhe in schwar­zer Vul­kan­asche unter­halb des feu­er­spei­en­den Kra­ters. Sein Name: Nawà­ri. Er ist einer der ganz weni­gen Pinot Nero, die es in Sizi­li­en gibt. Die Nord­flan­ke des Vul­kans bei der Ort­schaft Passo­pi­sci­a­ro (wo auch das Wein­gut Vajas­in­di liegt) ist eine der weni­gen küh­len Nischen, die es im hei­ßen Sizi­li­en gibt. Die Win­ter sind dort kalt, es kann sogar Schnee fal­len. Die Som­mer sind dage­gen tro­cken und warm. Aber nachts die Tem­pe­ra­tu­ren fal­len stark ab.

Dort fin­det die Pinot Nero genau jene kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen, die sie braucht, um einen fei­nen, aro­mastar­ken, ja: ein­zig­ar­ti­gen Wein her­vor­zu­brin­gen. Die Trau­ben wer­den Ende Sep­tem­ber von Hand gele­sen, ent­sti­elt und auf der Mai­sche ver­go­ren, um danach 15 Mona­te lang in teu­ers­ten fran­zö­si­schen Eichenholz-Barriques aus­ge­baut zu wer­den. Das Ergeb­nis ist ein ele­gan­ter Rot­wein: gra­nat­rot in der Far­be, im Bou­quet an Himbeer- und Johannisbeer-Gelee erin­ne­rend mit einem Hauch von gerös­te­ten Moc­ca­boh­nen, am Gau­men sam­tig, tief­grün­dig, von glat­ter Län­ge (41,50 Euro). Er passt ide­al zu allen Fleisch­ge­rich­ten, kann aber, gut gekühlt, auch zu Schwert­fisch, frit­tier­ten Gam­bas oder Okto­pus getrun­ken wer­den.

Alle drei Wei­ne kön­nen über den Wine­shop von Duca di Sala­pa­ru­ta erwor­ben wer­den: https://duca.store/

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