Tipps für Weinkenner

Deutscher Wein könnte in Zukunft noch wertvoller werden

Anzeige
Deutscher Riesling ist bei Kennern auf der ganzen Welt zunehmend gefragt. Wein aus Deutschland gewinnt also langsam an Wertschätzung - und auch an Wert.

Rund 102.000 Hekt­ar Reben wach­sen in Deutsch­land, schreibt die Web­site Fal­staff und ver­an­schau­licht damit das Aus­maß der Wein­kul­tur in Deutsch­land. Das ent­spricht einer Grö­ße von 140.000 Fuß­ball­fel­dern oder einer Flä­che von etwa 500-facher Grö­ße des Ber­li­ner Tier­gar­tens, heißt es wei­ter. Es gibt der­zeit etwa 17.000 Wein­bau­be­trie­be in Deutsch­land. Zu den teu­ers­ten Wei­nen zäh­len sol­che, die für um die 15.000 Euro ver­kauft wer­den. Ein 2003er Ries­ling Tro­cken­bee­ren­aus­le­se vom welt­be­rühm­ten Wein­gut Scharz­hof­berg wur­de für fast 15.000 Euro ver­kauft. Der Grund war die Tro­cken­bee­ren­ern­te, die auf dem etwas küh­le­ren Wein­gut in die­sem Jahr beson­ders gelun­gen war. Der Fami­li­en­be­trieb, der von Egon Mül­ler IV gelei­tet wird, konn­te ins­ge­samt 13.000 Fla­schen an nur einem Wochen­en­de inner­halb Deutsch­lands, nach Eng­land, Hong­kong, Nor­we­gen und Japan ver­kau­fen. Der Gesamt­wert der Fla­schen betrug 1,7 Mil­lio­nen Euro. Die tra­di­ti­ons­rei­che Win­zer­fa­mi­lie gehört der Ver­ei­ni­gung von 12 inter­na­tio­na­len Wein­gü­tern Pri­mum Fami­liae Vini an.

Können deutsche Weine den Status der französischen erreichen?

Es gibt vie­le aus­ge­zeich­ne­te Wein­an­bau­be­trie­be in Deutsch­land. Längst ist die Qua­li­tät der fran­zö­si­schen Wei­ne nicht mehr uner­reich­bar. Könn­ten es die bes­ten deut­schen Wein­gut­be­sit­zer eines Tages genau­so machen, wie Châ­teau d’Yquem – immer­hin eines der berühm­tes­ten Wein­gü­ter der Welt – das 1996 vom Luxuswaren-Konzern LVMH auf­ge­nom­men wor­den ist? LVMH Moët Hen­nes­sy – Lou­is Vuit­ton SE gehö­ren 70 ver­schie­de­ne Mar­ken von Welt­rang an, dar­un­ter eine Rei­he von erst­klas­si­gen Wei­nen wie Domai­ne Chan­don Cali­for­nia, Bode­gas Chan­don, Clou­dy Bay oder Domai­ne Chan­don Aus­tra­lia, Cham­pa­gner wie Moët & Chan­don, Dom Péri­gnon und Veuve Clic­quot sowie der Cognac Hen­nes­sy. Die exklu­si­ven Pro­duk­te wer­den welt­weit in über 3.940 Geschäf­ten ange­bo­ten.

Was sind die Vorteile oder Nachteile eines Luxusgüterkonzerns?

Ein Vor­teil ist natür­lich die welt­wei­te Aner­ken­nung und der Sta­tus, den ein Wein bei einem sol­chen Bei­tritt erhält. Nur die bes­ten Wei­ne der Welt sind Teil von LVMH und Luxus­gü­ter in die­ser Kate­go­rie zie­hen von jeher einen illus­tren Kun­den­kreis an. Auch die Kon­zern­lei­ter wis­sen um das noble Image ihrer Waren und leben den ent­spre­chen­den Lebens­stil vor. LVMH wird von Ber­nard Jean Éti­en­ne Arnault gelei­tet. Arnault ist ein bekann­ter Geschäfts­mann und Mil­li­ar­där. Er schaff­te in nur 21 Jah­ren den Sprung vom Mil­lio­när zum Mil­li­ar­där, schreibt Bet­way Casi­no und ver­deut­licht den raschen Auf­stieg des Unter­neh­mers. Heu­te beträgt Arnaults Net­to­ver­mö­gen etwa 72 Mil­li­ar­den Dol­lar. Sein ein­ma­li­ges Gespür für Mar­ken mit guten Aus­sich­ten ist legen­där. Eines ist also sicher: wenn eine Mar­ke es in die­sen aus­ge­wähl­ten Kreis schafft, ist der Erfolg vor­pro­gram­miert. Durch die Mit­glied­schaft in einem inter­na­tio­na­len Luxus­gü­ter­kon­zern haben Wein­gü­ter dar­über hin­aus leich­te­ren Zugriff auf wach­sen­de Märk­te für Luxus­pro­duk­te wie Chi­na, Indi­en, Russ­land, Japan und Korea.

Werden die Grossen die Kleinen schlucken?

Obwohl vie­le Vor­tei­le dafür spre­chen, könn­te ein Nach­teil eines sol­chen Bei­tritts die feh­len­de Unab­hän­gig­keit sein. Ein klei­ne­res Wein­gut hat natur­ge­mäß einen klei­ne­ren Kun­den­stamm, besitzt aber mehr Fle­xi­bi­li­tät bei der Füh­rung des Unter­neh­mens. Teil eines gro­ßen Kon­zerns wie LVMH zu sein, kann wie­der­um den gesam­ten Betrieb eines Unter­neh­mens stark beein­flus­sen und ver­än­dern. Rémi Krug, der aus der Fami­lie des seit 1843 bestehen­den luxu­riö­sen Cham­pa­gners Krug stammt, erzähl­te der bri­ti­schen Zei­tung The Guar­di­an, dass die Kun­den des Unter­neh­mens wäh­rend sei­ner Kind­heit Cham­pa­gner von Krug kon­su­miert haben, weil schon ihre Väter davon geschwärmt haben – die Mar­ke war vor allem ein Sym­bol für puren Luxus und Adel. “Heu­te muss man nicht mehr aus­ge­spro­chen reich sein, um Krug zu trin­ken”, erzählt der Geschäfts­mann. Eine Fla­sche Krug Gran­de Cuvée kos­tet heu­te etwa zwi­schen 80 Euro und 1.500 Euro, und mehr. Krug ist eben­falls eine Mar­ke, die zu LVMH gehört.

Teu­ers­ter deut­scher Wein

Eine Rei­he von deut­schen Wei­nen haben durch­aus die Chan­ce, eines Tages Teil von LVMH oder eines ande­ren ange­se­he­nen Luxus­gü­ter­kon­zerns zu wer­den. Vie­le Wei­ne besit­zen ihren ganz eige­nen Charme. Das hoch ange­se­he­ne Wein­gut Joh. Jos. Prüm, das 1911 gegrün­det wur­de, hat es geschafft, über die Jah­re auf inno­va­ti­ve Art und Wei­se sei­nen ganz eige­nen Wein­stil zu ent­wi­ckeln und konn­te sich dadurch einen Namen machen. Das Wein­gut ist Teil des Ver­bands Deut­scher Prädikats- und Qua­li­täts­wein­gü­ter e. V., einem Ver­band von etwa 200 Wein­gü­tern. Es wird von Dr. Man­fred Prüm und sei­ner Toch­ter Dr. Katha­ri­na Prüm gelei­tet. Der Dönn­hoff Ries­ling ist ein wei­te­res Bei­spiel eines hoch­wer­ti­gen deut­schen Weins. Hel­mut Dönn­hoff erreich­te durch jah­re­lan­ge Arbeit, dass das Wein­gut heu­te zu den bes­ten Wei­nen Deutsch­lands zählt. Nun lei­tet sein Sohn Cor­ne­li­us das Unter­neh­men.

Die Wein­gü­ter Deutsch­lands, die über die Jah­re von klei­ne­ren Fami­li­en­be­trie­ben zu inter­na­tio­nal aner­kann­ten Mar­ken anwuch­sen, haben durch­aus die Mög­lich­keit, Deutsch­land den Ruf zu ver­lei­hen, ein Land des Wei­nes zu sein.

 

Anzeige

Veranstaltungen

« Juni 2018 » loading...
MDMDFSS
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
14
20
21
22
23
24
25
26
1
Mo 18

Weinfest Knöringen

15. Juni - 18. Juni
Mo 18

Königsbacher Weinkerwe

15. Juni - 19. Juni
Mi 27

Leipziger Weinfest

27. Juni - 1. Juli
Fr 29

Anzeige