Cornas-Legende Auguste Clape 93jährig gestorben

Augus­te Clape war es, der die Appel­la­ti­on Cor­nas auf der Wein­land­kar­te Frank­reichs mar­kiert hat, in dem er zeig­te, daß aus der Syrah dort kom­ple­xe, lang­le­bi­ge Rot­wei­ne erzeugt wer­den kön­nen, die auf Augen­hö­he mit bekann­te­ren und berühm­te­ren Wei­ne der Nörd­li­chen Rhô­ne sind. Qua­li­tät stand für ihn immer an ers­ter Stel­le, wobei er Qua­li­tät auf ganz alt­mo­di­sche Wei­se inter­pre­tier­te. Er ver­gär­te die Trau­ben mit den Stie­len, er benutz­te alte Zement­zis­ter­nen als Gär­ge­fä­ße. Neu­es Holz war für sei­ne Wei­ne tabu. Er ließ sie in alten Holz­fäs­sern aus­bau­en. Den­noch erhielt sein Cor­nas von allen nam­haf­ten Kri­ti­kern der Welt hohe Belo­bi­gun­gen – zuletzt zwi­schen 97 und 98 Punk­ten. Für den Win­zer Augus­te Clape gab es nur zwei Qua­li­täts­kri­te­ri­en: Gra­nit­bo­den und alte Reben. Sein Cor­nas kommt von bis zu 100 Jah­ren alten Reb­stö­cken. Für die Trau­ben von den jün­ge­ren Reb­stö­cken hat er den Zweit­wein „Renais­sance“ geschaf­fen. Was sei­nen Ansprü­chen nicht genügt, wird zu ein­fa­chem Côte du Rhô­ne deklas­siert.

Clape war der ers­te Win­zer von Cor­nas, der sei­ne Trau­ben selbst ver­ar­bei­te­te und den Wein unter eige­nem Eti­kett abfüll­te, statt die Trau­ben an Nego­çi­ants zu ver­kau­fen. Das war 1957 – zur dama­li­gen Zeit eine revo­lu­tio­nä­re Ent­schei­dung und ein Signal für vie­le ande­re Win­zer der Nörd­li­chen Rhô­ne, es ihm nach­zu­tun. Heu­te besitzt die Domai­ne 8,9 Hekt­ar Reben. Seit 1989 bezie­hungs­wei­se 2002 sind Cla­pes Sohn Pierre-Marie und sein Enkel Oli­vi­er für die Wei­ne zustän­dig. In Deutsch­land sind die Clape-Weine lei­der schwer zu fin­den, was wohl auch an den gerin­gen Men­gen liegt. Zwei Impor­teu­re: Wein-Visentin in Ber­lin und Gute Wei­ne Loben­berg in Bre­men.