Kaypingers Whiskyblog

Bruichladdich – die Destillerie der 1000 Stilrichtungen

Udo & Rainer Kaypinger
Heute im Bruichladdich-Tasting zwei junge Lad­dies – „Peat“ und „The Com­in­g of Age“ sowie die etwas län­ger gereifte, 20 Jahre alte Abfül­lung (1986-2006) aus dem Sherry Butt (Cask No.2).

Heu­te im Bruichladdich-Tasting zwei jun­ge Lad­dies – „Peat“ und „The Com­ing of Age“ – sowie die etwas län­ger gereif­te, 20 Jah­re alte Abfül­lung (1986-2006) aus dem Sher­ry Butt (Cask No.2).

1881 erbau­ten die Brü­der Robert Wil­liam und John Gour­lay Har­vey an einer per­fek­ten Lage am Ran­de von Loch Indaal, am Ost­ufer von „the Rhinns“, dem west­lichs­ten Aus­läu­fer der Insel Islay, die Bren­ne­rei Bruichlad­dich. Zu die­ser Zeit zähl­te der Betrieb zu den moderns­ten Destil­le­ri­en. Ein Groß­teil der dama­li­gen Aus­rüs­tung wird noch heu­te ver­wen­det. Im Gegen­satz zu den meis­ten Bren­ne­rei­en, die aus umge­bau­ten Bau­ern­häu­sern ent­stan­den sind, wur­de Bruichlad­dich als Destil­le­rie geplant und gebaut. Die Gebäu­de wur­den um einen zen­tra­len Hof ange­legt, der die Dar­ren und eine Dampf­ma­schi­ne zur Strom­erzeu­gung beinhal­te­te.

Laddie DistilleryVon 1929 bis 1937 wur­de nicht pro­du­ziert, danach folg­ten eini­ge Besit­zer­wech­sel. Inver­gor­don bau­te 1974 zwei zusätz­li­che Brenn­bla­sen ein. 1994 wur­de die Bren­ne­rei erneut still­ge­legt, bis sie am 19. Dezem­ber 2000 von Mark Reynier und sei­nen bei­den „Mur­ray McDavid“-Kollegen Simon Cough­lin und Gor­don Wright für 7.500.000 £ gekauft und anschlie­ßend voll­stän­dig reno­viert wur­de. Als Brenn­meis­ter konn­te Jim McE­wan (vor­her bei Bow­mo­re tätig) gewon­nen wer­den. Die vik­to­ria­ni­sche Aus­stat­tung wur­de größ­ten­teils erhal­ten. Die Gerä­te, Brenn­öfen und Rohr­lei­tun­gen wur­den in ihre Ein­zel­tei­le zer­legt und durch ein Team von Inge­nieu­ren neu zusam­men­ge­baut.

Im März 2007 gab Mark Reynier offi­zi­ell bekannt, die bereits 1929 geschlos­se­ne Lochindaal-Brennerei wie­der zu eröff­nen. Am 23. Juli 2012 kauf­te Rémy Coin­treau die Bren­ne­rei für 58.000.000 £, über­nahm die Lei­tung der Bren­ne­rei und setzt fort­an auf eine abwei­chen­de Geschäfts­stra­te­gie.

Von der Destil­le­rie gibt es eine Viel­zahl von Abfül­lun­gen. Bis zur letz­ten Schlie­ßung 1994 ver­wen­de­te man aus­schließ­lich unge­torf­tes bezie­hungs­wei­se nur sehr leicht getorf­tes Malz, wodurch sich Bruichlad­dich von den ande­ren Islay-Brennereien unter­schied. Seit der Neu­eröff­nung 2001 gibt es sowohl unge­torf­te als auch getorf­te Whis­kys. Außer­dem gab es immer wie­der Destil­la­te mit expe­ri­men­tel­lem Cha­rak­ter wie zum Bei­spiel einen drei­fach gebrann­ten (Tres­ta­rig) und einen vier­fach gebrann­ten Whis­ky (X4). Die klassisch-ungetorften Whis­kys wer­den wei­ter­hin unter dem Namen Bruichlad­dich ver­trie­ben. Dane­ben gibt es noch die Produkt-Linien Port Char­lot­te und Octo­mo­re für die stark getorf­ten Whis­kys. Torf­hal­ti­ge Abfül­lun­gen aus den Jah­ren 2001 bis 2005 kamen jedoch auch unter dem Namen Bruichlad­dich auf den Markt, wie etwa der Bruichlad­dich Peat.

Ein wei­te­res Expe­ri­ment ist ein Gin, des­sen Zuta­ten alle von Islay stam­men. Er wur­de in der Lomond Still gebrannt und kam als The Bota­nist Gin in den Han­del.

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