Tipps für Weinkenner

Barolo – ein grosser piemontesischer Rotwein

Anzeige
Kenner bezeichnen ihn als einen der besten Rotweine der Welt. Doch der Barolo ist nicht nur gut. Er ist auch charakterstark, langlebig, exklusiv. Höchste Zeit, ihn mal (wieder) zu probieren.

Der Baro­lo kommt aus der nord­ita­lie­ni­schen Regi­on Pie­mont. Er darf dort aber nicht über­all, son­dern nur in einem klei­nen Gebiet pro­du­ziert wer­den. Genau: in 11 Dör­fern in der Lang­he, wie die Hügel­zo­ne um die Stadt Alba heisst. Dort, in den Aus­läu­fern der Ligu­ri­schen See­al­pen, weist der Boden eine mine­ra­li­sche Zusam­men­set­zung auf, die der Nebbiolo-Traube, aus der ein Baro­lo erzeugt wird, ein ein­zig­ar­ti­ges Geschmacks­pro­fil ver­leiht. Die Lang­he ver­lau­fen zumeist in nord­öst­li­cher Rich­tung und haben die Form einer Zun­ge. Latei­nisch lin­gua, wor­aus his­to­risch der Name „Lang­he“ ent­stan­den ist. Ein inter­es­san­ter Punkt, der die­ses spe­zi­el­le Wein­an­bau­ge­biet beschreibt, ist die Tat­sa­che, dass vor 100 Mil­lio­nen Jah­ren das Pie­mont vom Meer bedeckt war. Durch tek­to­ni­sche Ver­schie­bun­gen und Fal­tun­gen hob sich der Mee­res­bo­den. Aus Meer wur­de Land. Genau­er: die Alpen. Und mit ihnen ent­stand ie Lang­he. Mit ihrem hohen Ton- und Kalksandstein-Anteil zeu­gen die Böden der Lang­he noch immer von der mari­ti­men Ver­gan­gen­heit der Regi­on.

Auch das Klima ist einzigartig

Die mine­ra­li­sche Zusam­men­set­zung der Böden schafft zusam­men mit dem mediterran-kühlen Kli­ma genau die rich­ti­gen Bedin­gun­gen für die Nebbiolo-Traube. Dazu kom­men die ein­zig­ar­ti­gen kli­ma­ti­schen Ver­hält­nis­se. Im Som­mer und im Herbst ist es tags­über sehr warm, in den Näch­ten dage­gen kühl. Die spät­rei­fe Nebbiolo-Rebe liebt die­se Tem­pe­ra­tur­sprün­ge. Das Resul­tat ist ein cha­rak­ter­star­ker Rot­wein von gros­ser Geschmacks­tie­fe, der je nach Lage Aro­men von Bee­ren und roten Früch­ten, aber auch von Leder und Tabak ent­wi­ckelt.

Kein ande­res Wein­an­bau­ge­biet der Welt ver­fügt über geo­lo­gi­sche und kli­ma­ti­sche Ver­hält­nis­se, wie sie in der Lang­he herr­schen. Zwar wird die Nebbiolo-Traube in klei­nen Men­gen auch im Val­tel­li­na und im äus­sers­ten Nor­den des Pie­mont bei Gat­ti­n­a­ra, Ghem­me, Les­so­na und ande­ren Orten am Fus­se der Alpen ange­baut. Doch nir­gend­wo ent­steht aus ihr ein Wein von sol­cher Grös­se wie in den Lang­he. Nur dort reift die Neb­bio­lo zur Per­fek­ti­on.

Strenge Vorschriften für den Barolo

Ein Baro­lo muss immer rein­sor­tig aus Nebbiolo-Trauben gekel­tert sein. Das ist Vor­schrift. Drei Jah­re lang muss er im Kel­ler rei­fen, zwei davon im Holz­fass, bevor er im vier­ten Jahr end­lich auf den Markt kom­men darf. Danach ist er aber noch nicht sofort trink­reif. Er muss sich noch in der Fla­sche ver­fei­nern. Wie bei ande­ren gro­ßen Rot­wei­nen gilt auch für den Baro­lo, dass er eine lan­ge Lager­fä­hig­keit hat. Je län­ger er lagert, dasto aus­drucks­stär­ker ist er, wenn man die Fla­sche irgend­wann öff­net.

Am Ende steht noch die DOCG-Prüfung

Schliess­lich muss ein Baro­lo, bevor er frei­ge­ge­ben wird, noch die stren­ge DOCG-Prüfung über­ste­hen. DOCG ist hie höchs­te Qua­li­täts­wein­stu­fe in Ita­li­en. Die Buch­sta­ben ste­hen für Deno­mi­na­zio­ne di Ori­gi­ne Con­trolla­ta e Garan­ti­ta. Zu der Prü­fung gehört neben einer Labor­pro­be auch eine sen­so­ri­sche Prü­fung durch Wein­ex­per­ten. Erst wenn der Wein auch die­se Prü­fung bestan­den hat, darf er sich Baro­lo nen­nen. Das Pie­mont hat übri­gens die meis­ten DOCG-Weine Ita­li­ens.

 

Kommentar hinzufügen

Antwort schreiben

Anzeige

Veranstaltungen

« Juni 2018 » loading...
MDMDFSS
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
14
20
21
22
23
24
25
26
1
Di 19

Königsbacher Weinkerwe

15. Juni - 19. Juni
Mi 27

Leipziger Weinfest

27. Juni - 1. Juli
Fr 29
Fr 29

Anzeige