Askese à la Madonna und Discowein für 72 Dollar

Makrobiotische Essen, eisenhartes Training und Weingenuss – wie passt das zusammen? Irgendwie gar nicht! Denn wenn der Ernährungsplan wie bei US-Sängerin Madonna nur Vollkornreis, Hülsenfrüchte, Nüsse und Algen vorsieht, sind Zuckerhaltiges und Alkohol eigentlich tabu. Dennoch werden bei Celebrity Cellars diverse Weine unter ihrem Namen angeboten. Und der Vater von Madonna Louise Veronica Ciccone, wie die Queen of Pop mit bürgerlichem Namen heißt, betreibt seit vielen Jahren Weinbau am Michigansee.

Seit 1994 besteht das Wein­gut von Sil­vio „Tony“ Cic­co­ne – Cic­co­ne Viney­ard and Wine­ry. Die Nach­barn in Sut­tons Bay ahn­ten lan­ge Zeit nichts von der pro­mi­nen­ten Ver­wandt­schaft – bis Tony Cic­co­ne 2005 ganz offi­zi­ell „Madonna-Wines“ mit einem Bild der sei­ner berühm­ten Toch­ter auf dem Eti­kett zum Ver­kauf anbot. Der ehe­ma­li­ge Auto­me­cha­ni­ker soll Madon­na auch regel­mä­ßig mit Wein ver­sor­gen. Der ist dann ver­mut­lich eher für Freun­de und Gäs­te der Pop-Diva bestimmt. Denn Wein und stren­ge Diät geht ja irgend­wie nicht zusam­men. Und dass die 52-Jährige ange­sichts ihres Fit­ness­wahns und ihrer eiser­nen Dis­zi­plin gele­gent­lich mal schwach wird, ist kaum vor­stell­bar.

Aller­dings soll sie laut des bri­ti­schen Bou­le­vard­blatts „The Sun“ 2008 zum Weih­nachts­fest umge­rech­net 5300 Euro für 25 Fla­schen „24K Sil­ver“ aus Valen­cia hin­ge­blät­tert haben. Der exklu­si­ve Wein wird her­ge­stellt, indem man eine Flüs­sig­keit, die Sil­ber­staub ent­hält, mit einem spru­deln­den Rosé ver­mischt. Bestimmt eine recht süf­fi­ge Ange­le­gen­heit!

Als Madon­na vor eini­gen Jah­ren ihr Album „Con­fes­si­ons on a Dance­floor“ ver­öf­fent­lich­te, brach­te sie zeit­gleich auch diver­se Wein-Kreationen auf den Markt – erhält­lich auf der Web­site des kali­for­ni­schen Wein­ver­sands Cele­bri­ty Cel­lars. Der 2004er Syrah und Caber­net Sau­vi­gnon sind aus­ver­kauft, die Wei­ßen bekommt man bereits für schlap­pe 30 Dol­lar, die Roten lie­gen zwi­schen 40 und 72 Dol­lar je Fla­sche. Aus­schlag­ge­bend für den Preis ist auch, ob das schmu­cke Eti­kett direkt ins Glas geätzt wur­de oder nur aus einem schnö­den Papier-Label besteht. Trink­fes­te Devotionalien-Sammler kom­men also hier auf ihre Kos­ten.

Zweit­wei­se hat­te der Online-Weinhandel auch einen „de-alkoholisierten“ Rot­wein mit dem wenig ver­lo­cken­den Namen „Unwi­ne“ im Ange­bot. Für ech­te Wein­lieb­ha­ber wohl eher ein Unding. Wenigs­tens pass­te der aber bes­tens zu Aske­se und Kabbala-Schnickschnack, zu Lin­sen­sa­lat und Tofu­ge­döns.

Und wer kei­ne Lust auf Madon­nas etwas zwei­fel­haf­te Fan-Plörre hat, der kann ja ein­fach mal zu den hoff­nungs­los über­teu­er­ten Sammler-Kollektionen von Kiss oder den Rol­ling Stones grei­fen. Das riecht doch immer­hin nach Rock’n’Roll, Leder und Män­ner­schweiß – und ein klei­nes biss­chen auch nach Abzo­cke.

Links:

www.celebritycellars.com
www.cicconevineyards.com
www.madonna.com
www.madonna.de

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