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Antinoris Rückkehr ins Consorzio Gallo Nero

Sen­sa­tio­nel­les Come­back von Antin­o­ri ins Con­sor­zio Chi­an­ti clas­si­co (wegen des schwar­zen Hahns im Wap­pen auch Con­sor­zio Gal­lo Nero genannt): 37 Jah­re nach dem spek­ta­ku­lä­ren Aus­tritt aus dem Schutz­kon­sor­ti­um der Win­zer des Chi­an­ti clas­si­co und der beharr­li­chen Wei­ge­rung in all den Jah­ren danach, die­sem wie­der bei­zu­tre­ten, haben die Mar­che­si Antin­o­ri nun beschlos­sen, wie­der unter die Fit­ti­che des Schwar­zen Hahns zurück­zu­keh­ren. „Es ist für uns eine gros­se Ehre, dass der ver­lo­re­ne Sohn wie­der zu uns zurück­kehrt“, erklär­te Mar­co Pall­an­ti, Prä­si­dent des Kon­sor­ti­ums und Direk­tor von Cas­tel­lo di Ama, anläss­lich der Vor­stel­lung der neu­en Chi­an­ti classico-Jahrgänge heu­te mor­gen in Flo­renz.

Die Mit­glied­schaft im Kon­sor­ti­um ist nicht obli­ga­to­risch. Bis­lang zähl­te des 600 Mit­glie­der, davon 350 Fla­schen­ab­fül­ler. Damit reprä­sen­tier­te es vor dem Bei­tritt Antino­ris rund 95 Pro­zent Chi­an­ti clas­si­co. Antin­o­ri besitzt mit der Badia a Pas­si­gna­no, Pèp­po­li und San­ta Cris­ti­na drei Wein­gü­ter im Gebiet des Chi­an­ti clas­si­co und ist damit nicht nur einer der größ­ten Chi­an­ti classico-Produzenten, son­dern auch der Bot­schaf­ter die­ses Weins in der Welt. Durch den Bei­tritt wird der Ein­fluss des Kon­sor­ti­ums und die Markt­be­deu­tung des Chi­an­ti clas­si­co erheb­lich gestärkt. „Wir glau­ben, dass man in einem so bedeu­ten­den Anbau­ge­biet wie dem Chi­an­ti clas­si­co zusam­men­ste­hen soll­te, um die Her­aus­for­de­rug­nen des glo­ba­len Mark­tes meis­tern zu kön­nen“, kom­men­tier­te Albie­ra Antin­o­ri den Schritt.

Der Wie­der­ein­tritt Antino­ris ins Kon­sor­ti­um dürf­ten meh­re­re Ursa­chen haben. Die wich­tigs­te: Die Grün­de für den Aus­tritt im Jah­re 1975 sind seit lan­gem hin­fäl­lig. Längst las­sen die Sta­tu­ten des Chi­an­ti clas­si­co alter­na­ti­ve Reb­sor­ten wie Mer­lot und Caber­net Sau­vi­gnon zu (maxi­mal 20 Pro­zent), gestat­ten es aber auch, einen rein­sor­ti­gen Sangiovese-Wein zu erzeu­gen. Es gibt mit­hin kei­nen Grund mehr, sei­nen Wein als Tafel­wein (vino da tavo­la) oder als Land­wein (I.G.T.) auf den Markt zu brin­gen.

Auch ist die Qua­li­täts­schrau­be für den Chi­an­ti clas­si­co kräf­tig ange­zo­gen wor­den, zuerst mit der Ein­füh­rung der D.O.C.G. im Jah­re 1984, spä­ter mit der Tren­nung von Con­sor­zio Chi­an­ti im Jah­re 1996 sowie der noch­ma­li­gen Reduk­ti­on der maxi­ma­len Hekt­ar­er­trä­ge auf 52,5 Hektoliter/Hektar. Die Men­ge des Chi­an­ti clas­si­co, die auf den Markt kommt, hat sich durch die vor­ge­schrie­ben höhe­re Qua­li­tät um etwa ein Drit­tel ver­rin­gert – eine erfreu­li­che Markt­be­rei­ni­gung.

Eine wich­ti­ge Rol­le für Antino­ris Ent­schei­dung dürf­te auch der Umstand gespielt haben, dass das Con­sor­zio Chi­an­ti clas­si­co seit Mit­te Febru­ar, also seit weni­gen Tagen, als ers­tes Schutz­kon­sor­ti­um Ita­li­ens den gesetz­li­chen Sta­tus einer abso­lu­ten Rechts­kör­per­schaft erhal­ten hat („erga omnes“). Das heisst: Die Beschlüs­se des Kon­sor­ti­ums sind nicht nur für des­sen Mit­glie­der bin­dend, son­dern haben für alle Chi­an­ti classico-Produzenten und dar­über hin­aus Geset­zes­kraft. Dabei küm­mert sich das Kon­sor­ti­um nicht nur, wie bis­her, um Mar­ke­ting, Namens­schutz und den Schutz des Wap­pen­tiers, son­dern kon­trol­liert die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Bestim­mun­gen auf dem Amts­we­ge und ver­gibt die D.O.C.G.-Banderole. Im Kon­sor­ti­um wird also unmit­tel­bar Poli­tik gemacht. In der Kon­se­quenz bedeu­tet das: Die Kos­ten für die Arbeit des Kon­sor­ti­ums wer­den auf alle Chi­an­ti classico-Produzenten umge­legt und nicht nur auf die Mit­glie­der. Wer dem Kon­sor­ti­um fern­bleibt, sitzt also fern der Hebel der Macht und muß trotz­dem zah­len.

Schliess­lich dürf­te für die Rück­kehr auch der Gene­ra­ti­ons­wan­del in der Fami­lie Antin­o­ri eine Rol­le gespielt haben. Pie­ro Antin­o­ri, der Prä­si­dent des Flo­ren­ti­ner Wein­hau­ses, wird im Juni 75 Jah­re alt. Alle sei­ne drei Töch­ter sind ope­ra­tiv im Unter­neh­men tätig. So war es sei­ner ältes­ten Toch­ter Albie­ra, offi­zi­ell Vize­prä­si­den­tin, vor­be­hal­ten, den Wie­der­ein­tritt ins Kon­sor­ti­um vor der Öffent­lich­keit zu begrüs­sen.

 

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