Spirituosen sollen in Deutschland zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. Nach dem Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums soll die Steuer auf Spirituosen um 20 Prozent steigen – von 13,03 Euro auf 15,64 Euro je Liter Reinalkohol. Betroffen seien Rum, Wodka, Whisky, Gin, Cognac, Obstschnäpse und Korn. Für eine handelsübliche 0,7-Liter-Flasche mit 40 Volumenprozent Alkohol würde dies einen Preisaufschlag von 87 Cent einschließlich Mehrwertsteuer bedeuten. Die Bundesregierung rechnet so mit Mehreinnahmen von etwa 455 Millionen Euro.
Die geplante Gesetzesänderung dient der Schließung der Lücken im Bundeshaushalt, erfolge aber laut Finanzminister Lars Kingbeil auch aus gesundheitspolitischen Erwägungen. Nach Einschätzung der vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Expertenkommission könne ein höherer Preis den Alkoholkonsum senken und dadurch gesundheitliche Folgen verringern. Erwartet werde unter anderem, dass sich jährlich rund 1.000 Krebsfälle vermeiden ließen. Zudem verwiesen die Experten darauf, dass insbesondere Spirituosen beim sogenannten Rauschtrinken eine Rolle spielten und ein geringerer Konsum auch Folgekosten etwa durch Unfälle reduzieren könne.
Nicht geplant ist dagegen eine Erhöhung der Biersteuer. Für Wein soll es ebenfalls bei der bisherigen Regelung bleiben. Ausnahmen sind Schaumweine, die jetzt schon mit einer Sektsteuer von 10 Prozent belegt sind, sowie Likörweine und Alkopops (alkoholische Mischgetränke). Schaumweine wie Sekte, Champagner, Prosecco Spumante u. ä. dürften sich dadurch nochmals um rund 24 Cent pro Flasche verteuern. Die Massnahmen müssen noch vom Bundestag bestätigt werden.
Die Beschlüsse der Bundesregierung bleiben hinter den Empfehlungen der Expertenkommission zurück. Diese hatte eine Erhöhung der Alkoholsteuer um mehr als 40 Prozent bereits für das kommende Jahr 2027 empfohlen und für die Jahre bis 2029 weitere Anhebungen vorgeschlagen, die insgesamt auf eine Verdoppelung der Steuer hinausgelaufen wären.
Massive Kritik an den Maßnahmen kommt vom Spirituosen-Branchenverband, der moniert, dass die geplanten Steuereinnahmen auf Grund sinkenden Alkoholkonsums deutlich niedriger ausfallen werden. Der Verband der Kassenärzte kritisiert, dass für Wein eine Ausnahme gemacht wird. Dadurch könne sich der Alkoholkonsum von Spirituosen auf Wein verlagern, was die gesundheitlichen Aspekte der Maßnahme konterkarieren würden.



















































