2017 Côte du Rhône von Guigal: Maximaler Genuss für arme Schlucker

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Wer diesen Rotwein trinkt, spart viel Geld. Allerdings darf er keine Angst vor Fülle und Schwere haben.

Kann ein Wein, von dem jähr­lich über 4 Mil­lio­nen Fla­schen abge­füllt wer­den, gut sein? Die Ant­wort mag über­ra­schen: ja. Die­ser Côtes du Rhô­ne ist sogar bes­ser als vie­le Rot­wei­ne, die 18 oder 20 Euro kos­ten. Davon sind nicht nur wir bei weinkenner.de über­zeugt. Vie­le Som­me­liers, Wein-Communities, Facebook-Gruppen sind der glei­chen Mei­nung. So betrach­tet, ist die­ser Wein kein Geheim­tipp. In Fach­krei­sen ist bekannt, dass man den ein­fachs­ten Rot­wein aus dem Hau­se Gui­gal – und das ist die­ser Côte du Rhô­ne – blind in eine Pro­be höher­wer­ti­ger Rhô­ne­wei­ne stel­len kann – er wird gut abschnei­den.

Eine Seltenheit: ein Côte du Rhône auf der Basis von Syrah

Es ist näm­lich kein nor­ma­ler Côtes du Rhô­ne. Die gleich­na­mi­ge Appel­la­ti­on ist die größ­te AOP Frank­reichs. Sie reicht von Oran­ge im Nor­den bis zum Mit­tel­meer. Der größ­te Teil der Trau­ben die­ses Wein aber kommt aus dem nörd­lichs­ten Teil der Appel­la­ti­on: der Nörd­li­chen Rho­ne, also von der berühm­ten Côte Rôtie, wo die Syrah-Traube zu Hau­se ist und die Familien-Domaine Gui­gal ihren Stamm­sitz hat. Im Gegen­satz zu den meis­ten ande­ren Côte du Rhô­ne, die über­wie­gend aus der Grenache-Traube gekel­tert sind, besteht die­ser Wein zu mehr als der Hälf­te aus Syrah, der typi­schen roten Reb­sor­te an der Nörd­li­che Rho­ne. Gren­ache und Mour­vèd­re machen­den klei­ne­ren Teil aus.

Schon das Bouquet triggert die Nase voll an

Das schmeckt man. Schon das Bou­quet trig­gert die Nase voll an. Beim ers­ten Schluck zeigt sich dann eine sehr trans­pa­ren­te Aro­men­struk­tur: im Vor­der­grund fri­sche, dunk­le Bee­ren­frucht, dahin­ter wür­zi­ge Kom­po­nen­ten wie schwar­zer Pfef­fer, dunk­le Scho­ko­la­de, Weih­rauch, schwar­ze Oli­ven und ein Hauch pro­vença­li­scher Kräu­ter. Wer den Wein über den Gau­men lau­fen lässt, spürt schnell die Fül­le, mit der der Wein auf­war­tet und die durch die mode­ra­te Säu­re noch unter­stri­chen wird. Obwohl weich wie ein Fett­näpf­chen, hat er eine kräf­ti­ge Tan­n­in­struk­tur – kräf­ti­ger als die meis­ten Wei­ne vom meri­dio­na­len Teil der Côte du Rhô­ne sie haben – oder wie wir sie nen­nen: der Süd­li­chen Rho­ne. Natür­lich wol­len wir nicht ver­schwei­gen, dass die­ser Wein, obwohl der ein­fachs­te im Guigal-Sortiment, ein Schwer­ge­wicht ist. Er weist 14,5 % Vol. Alko­hol auf – also nichts für Leicht­ma­tro­sen. Der hohe Alko­hol macht auch, dass der Wein eine süß­li­che Anmu­tung hat. Das ist die Extrakt­sü­ße. Sie lässt den Wein süßer schme­cken, als er ist. Ana­ly­tisch ist der Wein völ­lig tro­cken.

Terrific Value, schrieb der amerikanische Wine Advocate

Wie es mög­lich ist, einen sol­chen Wein für unter 10 Euro anzu­bie­ten? Drei Grün­de gibt es dafür. Ers­tens die spe­zi­el­le Cuvée mit Syrah als Haupt­reb­s­or­te. Sie gibt dem Wein trotz sei­ner Fül­le eine spür­ba­re Fri­sche und macht ihn „wer­tig“, wer­ti­ger als ande­re Basis­wei­ne es sind. Zwei­tens die Fami­lie Gui­gal. Sie ist die Num­mer Eins unter den Côte Rôtie-Winzern. Ihre Terroir-Weine genie­ßen Welt­ruf. Mar­cel und Phil­ip­pe Gui­gal ken­nen nicht nur jede Nische ihres Anbau­ge­biets, son­dern auch die bes­ten Trau­ben­lie­fe­ran­ten. Dass die Bei­den außer­dem ein „Händ­chen“ für Syrah & Co. haben, braucht nicht extra betont zu wer­den. Drit­tens: die Men­ge. Wer meh­re­re Mil­lio­nen Fla­schen eines Weins ver­kau­fen muss, kann nicht mit hohen Prei­sen ope­rie­ren. Das ist ein öko­no­mi­sches Gesetz. Zugleich birgt die gro­ße Men­ge auch ein hohes Ratio­na­li­sie­rungs­po­ten­zi­al. Nutz­nie­ßer ist der Kon­su­ment. Der für Süd­frank­reich zustän­di­ge Kri­ti­ker des ame­ri­ka­ni­schen Wine Advo­ca­te attes­tier­te Gui­gals Côte du Rhô­ne denn auch ter­ri­fic value und gab ihm 91 Punk­te. Man könn­te es auch so sagen: das Bes­te für arme Schlu­cker.


2017 Côte du Rhô­ne Rouge, E. Gui­gal

Preis: 9,90 Euro

www.koelner-weinkeller.de

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