Unter zehn Euro Württemberg

2011er Weißburgunder vom Bodensee für 7,20 Euro

Etikett 2011 Bohlinger Weißburgunder Qualitätswein trocken
Hans Rebholz hat jahrelang Wein von großen Gütern am Bodensee verkauft. Doch seine Vision war es, irgendwann eigene Weine zu keltern. Seit ein paar Jahren gibt es sie – und sie sind gar nicht schlecht. Um korrekt zu sein: sogar recht gut für einen 53jährigen Jungwinzer, der alte, nur noch auf Flurkarten existierende Lagen wieder revitalisiert hat.

Hans Reb­holz hat jah­re­lang Wein von gro­ßen Gütern am Boden­see ver­kauft. Doch sei­ne Visi­on war es, irgend­wann eige­ne Wei­ne zu kel­tern. Seit ein paar Jah­ren gibt es sie – und sie sind gar nicht schlecht. Um kor­rekt zu sein: sogar recht gut für einen 53jährigen Jung­win­zer, der alte, nur noch auf Flur­kar­ten exis­tie­ren­de Lagen wie­der revi­ta­li­siert hat.

Etikett 2011 Bohlinger Weißburgunder Qualitätswein trockenMit 43 pflanz­te er den ers­ten Reb­stock, mit 53 blickt er heu­te auf ein klei­nes, aber fei­nes Sor­ti­ment Weiß- und Rot­wei­ne: Hans Reb­holz, Win­zer aus Lig­ge­rin­gen bei Radolf­zell am Boden­see. Da, wo die Fas­nacht der Höhe­punkt des Jah­res ist und Wein – wenn über­haupt – nur zum Haus­ge­brauch gekel­tert wird, bringt Reb­holz Wei­ne auf die Fla­sche, die nicht nur den klei­nen Nach­bar­ge­mein­den, aus denen sie stam­men, son­dern dem gesam­ten Boden­see zur Ehre gerei­chen: saf­tig und mund­fül­lend, dabei kno­chen­tro­cken und mit 7,20 Euro im bezahl­ba­ren Rah­men.

So prä­sen­tiert sich jeden­falls sein 2011 Böh­lin­ger Weiß­bur­gun­der. Ein Wein, der für ein Ves­per­körb­le oder Speck­dün­nele (wie die Bodensee-Badener ihre „Piz­za“ nen­nen) fast zu scha­de ist, weil er auch zu einem Saib­ling aus dem See oder zum Spar­gel, der in ein paar Mona­ten wie­der auf dem Spei­se­plan steht, eine gute Figur macht. „Die 2011er sind kräf­tig aus­ge­fal­len, aber gleich­zei­tig sehr fein“, kon­sta­tiert der Jung­win­zer mit Genug­tu­ung. „Sie zei­gen, dass auch an die­sem Teil des Boden­sees exzel­len­te Qua­li­tä­ten ent­ste­hen kön­nen.“

Weinbau nicht nur in Meersburg und Hagnau

SpaetburgundertraubenDer Boden­see ist, his­to­risch betrach­tet, eines der ältes­ten Wein­an­bau­ge­bie­te Deutsch­lands. Schon um 600 nach Chris­ti Geburt wur­de dort Wein erzeugt – viel­leicht sogar schon frü­her. Heu­te ste­hen am deut­schen Ufer gera­de mal 570 Hekt­ar (02.02.2012, Anm d. Red.: kor­ri­giert, ursprüng­lich: 400 Hekt­ar. Dan­ke an Herrn Reb­holz für den Hin­weis.) unter Reben. Ken­nern sind vor allem die Orte Meers­burg und Hagnau bekannt.

Doch nun wach­sen auch Reben in zwei Dör­fern, die selbst lang­jäh­ri­gen Bodensee-Anrainern wahr­schein­lich nicht als Wein­bau­ge­mein­den bekannt sind: Gai­en­ho­fen auf der Halb­in­sel Höri sowie in Boh­lin­gen, süd­lich von Sin­gen und schon in Sicht­wei­te der schwei­ze­ri­schen Lan­des­gren­ze. Schuld dar­an ist in bei­den Fäl­len Hans Reb­holz (nicht ver­wandt oder ver­schwä­gert mit dem Pfäl­zer Wein­gut Öko­no­mie­rat Reb­holz aus Sie­bel­din­gen). Er hat alte, nur noch auf Flur­kar­ten exis­tie­ren­de Lagen mit Müller-Thurgau, Weiß- und Grau­bur­gun­der sowie mit Spät­bur­gun­der neu bepflanzt.

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