Weinland Luxemburg

Obermosel Luxemburg | Foto: Carlo Rinnen

Zweit kleinstes aller euro­päi­schen Wein­bau­länder (nach England und Wales) mit rund 1300 ha Rebfläche. Das Anbau­ge­biet des Groß­fürs­ten­tums liegt im Tal der Ober­mosel zwischen Wasser­billig und Schengen, wo der Fluß auf 42 Kilo­meter Länge die Grenze zu Deutsch­land bildet. Ange­baut werden, von ein wenig Pinot Noir abge­sehen, ausschließ­lich Weiß­weine. Die Müller-Thurgau-Traube, die hier Rivaner heißt, domi­niert das Reben­sor­ti­ment, ist aber deut­lich auf dem Rückzug. Die Rebfläche für den Elbling, eine tradi­tio­nelle Luxem­burger Spezia­lität, ist eben­falls im Schrumpfen begriffen. Die Auxer­rois hält ihre Stel­lung als zweit­häu­figste Sorte nach dem Rivaner. Die Weine aus ihr sind fili­gran, leicht säure­be­tont, zart­duftig und eine echte Luxem­burger Spezia­lität. Die Gewinner der letzten Jahre heißen jedoch Ries­ling, Pinot Blanc, Pinot Noir. Beson­ders der Ries­ling über­zeugt mit Eleganz und Finesse, unter­scheidet sich von den deut­schen und Elsässer Ries­lingen frei­lich in seiner Aromatik. Er wächst prak­tisch an der gesamten Ober­mosel, aller­dings nur in den steilen Südlagen, in denen die Trauben voll ausreifen können. Der Riesling-Anteil am Reben­sor­ti­ment liegt bei knapp 13 Prozent. Daneben wird viel Pinot Gris ange­baut sowie klei­nere Mengen an Gewürz­tra­miner und Char­donnay.

Im Gegen­satz zur (deut­schen) Mittel­mosel findet man auf Luxem­burger Seite keine Schie­fer­böden. Im Kanton Greven­ma­cher im nörd­li­chen Teil herr­schen Muschel­kalk­böden vor, im südli­chen Teil im Kanton Remich Keuper­böden mit Tonmergel. Er gehört bereits zum Pariser Becken. Eine luxem­bur­gi­sche Spezia­lität ist der Crémant de Luxem­bourg, ein nach der klas­si­schen Methode der Flaschen­gä­rung erzeugter Sekt, für den alle weißen Sorten heran­ge­zogen werden. Dieser Crémant steht in der Spitze besten deut­schen Winzer­sekten nicht nach. Alle Erzeug­nisse, gleich ob still oder schäu­mend, werden von der Luxem­burger Wein­kon­trolle tech­nisch und orga­n­olep­tisch geprüft, bevor sie in den Verkehr kommen. Die Kontrolle ist zugleich eine Klas­si­fi­zie­rung: Errei­chen die Weine bei der Prüfung mindes­tens 12 Punkte (von maximal 20), erhalten sie das offi­zi­elle Rücke­ne­ti­kett Appel­la­tion Controllée Moselle Luxem­bour­geoise. Bei 14 Punkten darf der Wein sich Vin Classé nennen, bei 16 Punkten Premier Cru und bei 18 Punkten Grand Premier Cru.

Knapp zwei Drittel des Luxem­burger Weins kommt von der Dach­or­ga­ni­sa­tion der fünf Winzer­ge­nos­sen­schaften des Landes. Sie heißt Les Domaines de Vins­mo­selle. Die Kelle­reien und Handels­häuser, die sich 1928 in der Fédé­ra­tion des Produc­teurs Négo­ci­ants zusam­men­ge­schlossen haben, erzeugen vor allem Schaum­weine. Daneben gibt es über 50 unab­hän­gige Winzer, die mit viel Einsatz und Ehrgeiz daran arbeiten, das Niveau des luxem­bur­gi­schen Weins hoch zu halten. Viele haben sich in der Charta Privat­winzer zusam­men­ge­schlossen, dem Luxem­burger Pendant zum deut­schen VDP.