Vom Fach?

Ob und warum man im Super­markt Weine kaufen sollte, war hier im Blog schon ein paar mal ein Thema. Das Stan­dar­dar­gu­ment gegen den Super­markt lautet dabei: schlecht sortiert und noch nicht mal beson­ders günstig. Denn der billige Wein aus dem Super­markt ist von der Qualität viel schlechter als der Wein aus dem Fach­handel, der viel­leicht ein, zwei Euro mehr kostet, dafür aber Welten besser ist.

Ob und warum man im Super­markt Weine kaufen sollte, war hier im Blog schon ein paar mal ein Thema. Das Stan­dar­dar­gu­ment gegen den Super­markt lautet dabei: schlecht sortiert und noch nicht mal beson­ders günstig. Denn der billige Wein aus dem Super­markt ist von der Qualität viel schlechter als der Wein aus dem Fach­handel, der viel­leicht ein, zwei Euro mehr kostet, dafür aber Welten besser ist. Das haben im allge­meinen auch die Weinkenner-Tests von Super­markt­weinen ergeben. Also warum kaufen nicht mehr Wein­trinker im Fach­handel, die paar Euro können doch nicht so abschre­cken?

Ein span­nender Artikel in der aktu­ellen Ausgabe der Wein+Markt, der program­ma­tisch mit „Billig und gut – fast unmög­lich!“ beti­telt ist, argu­men­tiert auch in diese Rich­tung. Da heißt es z.B. dass für 5,80 Euro gute Spät­bur­gunder im Fach­handel zu kriegen wären, im Lebens­mit­tel­ein­zel­handel, der sogar ohne 70 % Aufschlag kalku­lieren kann und somit unter 5 Euro anbieten könnte, findet die Jury hingegen gähnende Leere. Das spricht dafür, dass der LEH eben nicht nach guten Quali­täten sucht, sondern lieber bei altbe­währten Groß­lie­fe­ranten bleibt.

Der große Trumpf des Fach­han­dels ist und bleibt also der bessere, fach­lich über­le­gene Einkauf. Aber, wie Dirk Würtz sehr richtig schreibt, diese Kompe­tenz hat nicht auto­ma­tisch jeder Fach­handel gepachtet. Es gibt genü­gend unin­spi­rierte Wein­ver­käufer, die auch nicht eher über den Teller­rand schauen als die Einkäufer der großen Ketten. Und wenn dazu noch ein elitäres Gehabe kommt, das den Eindruck vermit­telt, wer nicht über 30 Jahre lang ange­sam­meltes Wein­wissen verfügt, darf sich gar nicht über die Schwelle trauen, dann muss man sich nicht wundern, dass viele eher ins Super­markt­regal greifen.

Was der Fach­handel kann, das ist inter­es­sante Auswahl und tref­fende Bera­tung. Wer das nicht anbietet, hat einem eini­ger­maßen gut sortierten Super­markt nichts entge­gen­zu­setzen. Fach­handel oder Super­markt? Die Wahr­heit liegt wahr­schein­lich irgendwo in der Mitte: es gibt gute und schlechte Fach­händler. Und es gibt gute und schlechte Super­märkte.

Eine Antwort zu „Vom Fach?“

  1. Ich persön­lich bevor­zuge es, den Wein bei einem Wein­händler zu kaufen. Wir kaufen ja das Fleisch auch beim Flei­scher, da macht es Sinn für den Wein auch zum Spezia­listen zu gehen. Jedoch ist die Frage, wieso viele Leute davon abschre­cken, ins Wein Fach­ge­schäft zu gehen, sehr inter­es­sant. Ich selbst habe mich erst seit zwei/drei Jahren daran gewöhnt, zum Wein­händler zu gehen. Vorher habe ich immer gedacht, dass man dort nur teure Weine bekommt. Ich denke das Wich­tige ist, den rich­tigen Wein­shop zu finden. Für mich ist das ein Geschäft mit einer grossen Auswahl an Weine von sehr unter­schied­li­chen Preis­seg­menten.

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