Weinkenner-Newsletter vom 19.01.2012

Liebe Wein­freunde,

letzte Woche war ich bei Bürklin-Wolf in der Pfalz, einem der besten Wein­güter Deutsch­lands. Seine Ries­linge sind eindrucks­voll. Sie werden noch in alten Holz­fäs­sern vergoren, ohne Reinzucht-, nur mit eigenen Hefen. Sie kommen aus Wein­bergen, die komplett auf Biody­namie umge­stellt sind – immerhin 84,5 Hektar.

Ein konser­va­tives Vorrei­ter­weingut also: das einzige deut­sche Mitglied von Biodyvin, der renom­mierten Biodynamie-Vereinigung Frank­reichs. Ihr gehören unter anderem Chapou­tier, Zind-Humbrecht, Krey­den­weiss, Pontet-Canet, Leflaive an – also die Crème de la Crème unseres Nach­bar­landes. Einmal im Jahr kommen all diese Güter in Paris zusammen und präsen­tieren ihre Weine – auch Bürklin-Wolf. Der Andrang sei, erzählte mir Bettina Bürklin-von Guradze, stark gewesen, das Inter­esse an ihren Ries­lingen riesen­groß. Dennoch habe sie im letzten Jahr keine einzige Flasche nach Frank­reich verkauft.

Um die deut­sche Außen­han­dels­bi­lanz mache ich mir deswegen weniger Sorgen. Aber mir fiel der Satz ein, den die Fran­zosen uns Deut­schen so gern und so süffi­sant unter die Nase reiben: „Wein­kenner zu werden ist schwer, aber es ist eine schöne Zeit.“ Die würde ich jetzt auch den Fran­zosen wünschen.

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Ihr Jens Priewe