Weinkenner-Newsletter vom 03.11.2011

Liebe Wein­freunde,

wer schul­pflich­tige Kinder hat weiß, welchen Ärger Schul­noten bereiten können. Bei der fünften Strophe von Goethes „Zauber­lehr­ling“ einmal kurz gestockt – und schon gibt es nur eine Zwei minus. Gemein.

Auch wer Wein erzeugt, ärgert sich über unge­rechte Beno­tungen durch die Kritiker. Manchmal aber auch nicht. Letzte Woche erhielt ich die Pres­se­mit­tei­lung eines Winzers, der sich über die Bewer­tung seines Weins durch eine inter­na­tio­nale Jury aufrichtig freute. Das lag aller­dings daran, dass er der Jury zufolge den „besten trockenen Rotwein Europas“ erzeugt. So hieß es in der gerahmten Urkunde, die ihm von den Orga­ni­sa­toren des Wein­wett­be­werbs Mundus Vini ausge­hän­digt worden war.

Wenn ich der Winzer gewesen wäre, hätte ich mir die Urkunde dennoch nicht aufge­hängt. Es wäre mir nämlich nicht verborgen geblieben, dass die komplette euro­päi­sche Weine­lite bei diesem Wett­be­werb abwe­send war.

Übri­gens benotet auch weinkenner.de Weine, hin und wieder jeden­falls. Mit den Großen Gewächsen des Spät­bur­gun­ders aus dem Jahr­gang 2009, mit denen wir uns gerade beschäf­tigt haben, gehen wir zum Beispiel nicht zimper­lich um. Sie kosten viel Geld und erheben einen hohen Anspruch. Aber unser Ziel ist es nicht, dem Leser mitzu­teilen, ob die Weine uns persön­lich schme­cken. Wir versu­chen zu bewerten, wie weit sie den selbst gesteckten Ansprü­chen genügen – und zwar unter Einschluss (fast) aller Großen Gewächse.

Dies sind die aktu­ellen Themen, die Sie auf weinkenner.de finden:

Das und vieles mehr finden Sie bei weinkenner.de. Bleiben Sie uns gewogen. Wir freuen uns jedes­mals, wenn Sie bei uns rein­schauen.

Ihr
Jens Priewe