Wein – und was man über ihn wissen sollte

Weiss­wein oder Roséwein? Schaum­wein oder Perl­wein? Oder doch ein Rotwein? Wer gerne gut trinkt, sollte sich ein paar Gedanken machen, bevor er Gäste einläd.

Ähnlich wie bei der Wahl eines Sport­wet­ten­an­bie­ters, beim Hausbau oder bei der Wahl Ihrer Bank sollte kein Risiko einge­gangen werden, beson­ders wenn man Gäste hat. Wein wird zwar immer aus Trauben herge­stellt. Aber Rebsorte, Herkunft, Jahr­gang und Vini­fi­ka­tion haben einen großen Einfluss auf den Geschmack des Weins. Ganz zu schweigen vom Jahr­gang und vom Trink­zeit­punkt. Ob ein Wein jung oder gereift getrunken wird, macht einen grossen Unter­schied aus.

Weisswein, Roséwein oder Rotwein?

Ein Weiß­wein wird norma­ler­weise aus weissen Trauben erzeugt. Ihr beson­deres Merkmal ist das frische, fruch­tige Aroma, welches durch die kurze Lage­rung zustande kommt. Ein Weiß­wein sollte jung getrunken werden, um seinen vollen Geschmack entfalten zu können. Nur wenige lang­le­bige Weiß­weine, wie der Burgunder oder der Ries­ling werden nach langer Lage­rung getrunken. Ein Roséwein hingegen wird aus roten Trauben gewonnen. Doch Most und Schale werden schon nach wenigen Stunden getrennt, um einen geringen Farb­stoff­ge­halt im Wein zu hinter­lassen. Ein Rotwein dagegen soll tiefrot strahlen, weswegen die der Wein eine Woche, zwei Wochen oder auch länger auf der Maische steht. So wird der rote Farb­stoff aus den Trau­ben­schalen extra­hiert und kann den Wein dunkel färben. Neben der Farbe wirkt sich die Verweil­dauer von Most und Schale auch auf den Geschmack aus. Sind beide mehrere Tage in Kontakt, fällt der Rotwein etwas tann­in­schwerer aus als bei einer kürzeren Maische­stand­zeit.

Perlwein und Schaumwein: Wo liegt der Unterschied?

Ein Perl­wein ist ein Wein, der nur wenig Kohlen­säure enthält. Er schäumt nur leicht. Manchmal wird die Kohlen­säure künst­lich dazu gegeben wie beim Mine­ral­wasser. Norma­ler­weise aber entsteht der Schaum dadurch, dass der Wein, nachdem er durch­ge­goren ist, ein zweites Mal vergoren wird, und zwar im Druck­tank, so dass die bei der Gärung entste­hende Kohlen­säure nicht entwei­chen kann. Sie bleibt im Wein gelöst.

Der Wein wird auch mit der Kohlen­säure in die Flasche gefüllt, ohne dass diese entwei­chen kann. Erst später, wenn die Flasche geöffnet wird, schäumt der Wein auf. Oder besser: Er perlt. Denn im Unter­schied zum Schaum­wein werden dem Perl­wein bei der zweiten Vergä­rung nur wenig Zucker und Hefen beige­geben, so dass nur eine leichte Gärung statt­findet und entspre­chend weniger Kohlen­di­oxyd produ­ziert wird.

Secco und Prosecco – beides perlt

Je nachdem, in welchem Land Sie sich befinden, bekommt der Perl­wein eine andere Bezeich­nung. In Deutsch­land sind die „Secco“ typi­sche Perl­weine. In Frank­reich heissen die Perl­weine „perlé“, in Italien „friz­zante“. Der bekann­teste italie­ni­sche Perl­wein ist der Prosecco, wobei dieser auch in der schäu­menden Version erzeugt wird (Prosecco Spumante). Der Prosecco friz­zante ist billiger, weil auf ihn keine Sekt­steuer entfällt. Der Konsu­ment erkennt ihn daran, dass die Flasche mit einem einfa­chen Korken verschlossen ist, während der Prosecco Spumante mit einem pilz­för­migen Korken verschlossen ist, über den ein Draht­körb­chen („Agraffe“) gestülpt ist. Schlechter ist der Friz­zante aber nicht, nur weil er weniger schäumt.

 

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