Veganer Wein – was ist das?

Vega­nismus liegt im Trend. Mehr und mehr macht sich diese Ernäh­rungs­weise auch in der Wein­welt breit. Aller­giker können davon profi­tieren.

Ein schönes Glas Wein gehört für viele Menschen einfach dazu, ob bei einem guten Buch, zum Essen beim Italiener oder am roman­ti­schen Abend vor dem Kamin. Dabei sind die Geschmä­cker bekannt­lich unter­schied­lich, und so gibt es zahl­reiche Sorten und Rich­tungen. Relativ neu: vegane Weine – und diese sind auch für Aller­giker eine gute Wahl.

Tierische Produkte in der Weinherstellung

Dass man bei der Wein­pro­duk­tion über­haupt zu tieri­schen Produkten greift, mag wohl die meisten Menschen verwun­dern; schließ­lich wird Wein bekannt­lich aus Trauben herge­stellt. Der Anbau sowie die Verwen­dung dieser Früchte ist bei veganen Weinen auch nicht der Punkt; statt­dessen geht es um die Klärung und Filtra­tion.

Wie es auch häufig beim Bier der Fall ist, möchte der Hersteller – und der Verbrau­cher – einen klaren Wein ohne Trüb­stoffe. Neben dem opti­schen Effekt sorgt dieser Prozess auch für einen harmo­ni­scheren Geschmack, so wird der Wein beispiels­weise milder. Zu diesem Zweck verwenden Winzer tieri­sche Produkte wie etwa Eiklar oder auch Gela­tine. Durch diese werden die Stoffe gebunden und können sich somit am Fass­boden absetzen – beson­ders bei Rotweinen kommt diese Methode zum Einsatz. Auch Casein, aus pasteu­ri­sierter Milch herge­stellt, wird verwendet; ebenso lassen sich damit bestimmte Fehl­töne behan­deln.

Möchte man einen veganen Wein herstellen, nutzt man als Ersatz für die tieri­schen Produkte Pflan­zen­pro­teine, beispiels­weise aus Kartof­fel­stärke, Erbsen oder Bohnen. Auch Bentonit, eine natür­liche Mine­ra­lerde, kommt als Alter­na­tive zum Einsatz. Mithilfe von Aktiv­kohle werden Fehler im Geschmack, Geruch oder Farbton besei­tigt. Weder in den Produk­ti­ons­kosten noch im Geschmack gibt es hier Unter­schiede zu konven­tio­nell herge­stellten Weinen.Viele Winzer kommen aber auch gänz­lich ohne Hilfs­mittel aus: sie lassen den Wein einfach länger reifen, sodass er sich auf ganz natür­liche Weise klärt.

Vegane Weine erkennen – auch für Allergiker gut zu wissen

Mitt­ler­weile haben sich viele Winzer auf die Herstel­lung veganer Weine spezia­li­siert. Die Nach­frage steigt, und damit auch das Angebot. Ein einheit­li­ches euro­päi­sches Zeichen für diese Weine gibt es bislang nicht; der Verbrau­cher erkennt diese statt­dessen an Siegeln, zum Beispiel der Euro­päi­schen Vegetarier-Union oder des Vege­ta­rier­bunds Deutsch­land. Von Weiß- über Rosé- bis hin zu Rotweinen ist das Angebot vertreten; auch veganen Sekt erhält man bereits.

Mit veganen Weinen kommt man nicht nur der Lebens- und Ernäh­rungs­ein­stel­lung einer stetig wach­senden Anzahl von Menschen entgegen. Es gibt viele Nicht-Veganer, die auf das alko­ho­li­sche Getränk verzichten müssen, da sie von Aller­gien betroffen sind. Sie reagieren mitunter aller­gisch auf die Stoffe, die zum Klären des Weins verwendet werden, also Milch­er­zeug­nisse, Hühnerei-Eiweiße oder Fisch­ge­la­tine, um nur einige davon zu nennen. Die Auswir­kungen des Wein­kon­sums sind je nach Allergen unter­schied­lich; möglich sind beispiels­weise Haut­aus­schläge oder Kopf­schmerzen bis hin zu Migräne. Betrof­fene, die zu veganem Wein greifen, müssten auf diese Weise nicht mehr auf ihr geliebtes Glas am Abend verzichten.

Noch ist das Wein­an­gebot, zumin­dest das der aktiv bewor­benen Sorten, über­schaubar. Es lohnt sich jedoch allemal, bei einem Winzer nach solchen Weinen bzw. den verwen­deten Hilfs­stoffen zur Klärung zu fragen. Auch immer mehr Restau­rants setzen vegane Weine auf ihre Spei­se­karte, schließ­lich haben mitt­ler­weile auch viele davon vegane Gerichte im Angebot – ein gezieltes Ansteuern veganer Restau­rants ist also häufig gar nicht mehr nötig.

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