Vater des Tignanello gestorben

Feb 112016

Gia­como Tachis, der „Erfin­der“ des Tigna­nello, ist nach lan­ger Krank­heit letzte Woche im Alter von 82 Jah­ren gestor­ben. Über 32 Jahre lang arbei­tete er als Chef-Önologe des Flo­ren­ti­ner Wein­hau­ses Mar­chesi de’Antinori. In die­ser Zeit hat er den Chi­anti Clas­sico auf ein Niveau gebracht, auf dem er inter­na­tio­nal wie­der wahr­ge­nom­men wurde. Berühmt wurde er als Schöp­fer des Tigna­nello, jenes Weins, in dem die Tra­di­ti­ons­sorte San­giovese mit Caber­net Sau­vi­gnon kom­bi­niert wurde und der para­do­xer­weise als ein­fa­cher vino da tavola (Tafel­wein) auf den Markt kam. 1978 schuf er dann den Solaia, der Caber­net Sau­vi­gnon mit einem klei­nen Anteil San­giovese verbindet.

Der Tigna­nello war der erste Super Tuscan, der 1971 Furore machte.  Auch für den Sas­si­ciaia war Tachis ab 1968 önolo­gisch ver­ant­wort­lich. Die ita­lie­ni­sche Wein­welt fei­ert ihn heute als den Mann, der für die Renais­sance des tos­ka­ni­schen Weins ein­ge­lei­tet hat.

1993 endete das Enga­ge­ment bei Antin­ori. Doch Tachis höre nicht auf zu arbei­ten. Sein Enga­ge­ment galt fortan dem sizi­lia­ni­schen Wein­bau. Er erkannte als einer der ers­ten das Poten­tial der Nero d’Avola und sorgte dafür, dass die Weine aus die­ser Sorte einen ful­mi­nan­ten Auf­stieg auf den inter­na­tio­na­len Märk­ten erleb­ten. Spä­ter küm­merte er auch um den Wein­bau in Sar­di­nien und beriet meh­rere Wein­gü­ter, dar­un­ter Argio­las und die Can­tina San­tadi. Im Chi­anti Clas­sico war es das Cas­tello dei Ram­polla, dem er noch lange mit sei­nem Rat zur Ver­fü­gung stand.

2010 been­dete Tachis end­gül­tig seine aktive Lauf­bahn. Lesend und schrei­bend ver­brachte er die letz­ten Jahre in sei­ner  Biblio­thek in San Casciano, von der es heißt, sie sei umfang­rei­cher als jede Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek in Italien.


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