Italien: gefälschter Moët & Chandon entdeckt

Feb 042016

Die Finanz­po­li­zei der Stadt Padua hat Anfang der Woche bei einer Raz­zia in einer Lager­halle nahe Abano Terme 9.200 Fla­schen gefälsch­ten Cham­pa­gner der Marke Moët & Chan­don Impé­rial beschlag­nahmt und 40.000 gefälschte Eti­ket­ten gefun­den. In den Fla­schen befand sich ein­fa­cher pri­ckeln­der Weiß­wein. Die Ware war für den deut­schen und den pol­ni­schen Markt bestimmt und hatte einen Wert von etwa 350.000 Euro.

Wie die Nach­for­schun­gen der Guar­dia di Finanza erga­ben, waren die Eti­ket­ten in Nea­pel gedruckt wor­den und sahen dem Ori­gi­nal täu­schend ähnlich. Auf dem Rücke­ti­kett war aller­dings der Strich­code hori­zon­tal statt ver­ti­kal ange­bracht – diese Abwei­chung hatte den Fall ins Rol­len gebracht.

Die Zei­tung Cor­riere del Veneto und SPIEGEL Online hat­ten aus­führ­lich über den Fall berich­tet und behaup­tet, dass sich bil­li­ger Pro­secco in den Moët  & Chandon-Flaschen befand. Diese Mel­dung hat beim Schutz­kon­sor­tium Pro­secco DOC wie­derum Empö­rung her­vor­ge­ru­fen. Tat­säch­lich hatte die ita­lie­ni­sche Finanz­po­li­zei ledig­lich von „gene­ri­schem Schaum­wein“ gespro­chen, der sich in den Fla­schen befand. Dar­un­ter ist jeder belie­bige Schaum­wein zu ver­ste­hen. Die Tat­sa­che, dass der Kopf der Fäl­scher­bande, die Ehe­leute Clau­dio Rebuli und Alica Dor­cio­kova, aus der Prosecco-„Hauptstadt“ Valdob­bia­dene stam­men, lasse nicht den Schluß zu, dass es sich um Pro­secco handele.

Aus­ser­dem ist Pro­secco eine Her­kunfts­be­zeich­nung und keine Trau­ben­sorte. Nur wenn der Wein aus der Sorte Glera gewon­nen wird, aus einem genau bezeich­ne­ten Gebiet um die Stadt Tre­viso kommt und die Fla­sche eine staat­li­che Ban­de­role besitzt, darf sich das Pro­dukt „Pro­secco“ nen­nen. Bis heute ist nicht sicher, ob der Wein über­haupt aus Glera-Trauben bestand.

Übri­gens: Clau­dio Rebuli, ein Elek­tro­groß­händ­ler, ist wegen zahl­rei­cher Mar­ken­fäl­schun­gen bereits poli­zei­be­kannt. Auf sein Auto war 2012 ein Brand­an­schlag ver­übt worden.

 

 


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