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Gambero Rosso 2017: 3-Gläser-Weine des Piemont und der Toskana

Der Gambero Rosso gilt als „Bibel“ des italie­ni­schen Weins. Jens Priewe war bei der Verlei­hung der 3-Gläser-Weine, der am höchsten prämierten Etiketten, in Rom dabei und übergab den Preis für den „besten Weiß­wein Italiens“. 

Der Gambero Rosso gilt als „Bibel“ des italie­ni­schen Weins. Jens Priewe war bei der Verlei­hung der 3-Gläser-Weine, der am höchsten prämierten Etiketten, in Rom dabei und übergab den Preis für den „besten Weiß­wein Italiens“.

Die 3-Gläser-Weine 2017
Die 3-Gläser-Weine 2017

Der Gambero Rosso, Italiens wich­tigster Medien- und Veran­stal­tungs­kon­zern für alles rund ums Essen und Trinken, feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Bekannt geworden ist er vor allem durch den jähr­lich erschei­nenden Wein­führer Vini d’Italia, in dem zwar nicht alles, aber das meiste, was südlich der Alpen an Wein erzeugt und in Flaschen gefüllt wird, aufge­listet und bewertet wird. Als Gambero Rosso ist dieses Buch in Wein­kreisen bekannt.

Mit beson­derer Span­nung wird jedes Jahr auf die 3-Gläser-Weine gewartet: die Auswahl der besten Etiketten aus den 20 Regionen Italiens. Ende Oktober wurde das Geheimnis um sie bei einem großen Festakt im Audi­to­rium Massimo in Rom gelüftet. Ich war gebeten worden, den Preis für den „besten Weiß­wein Italiens“ zu über­rei­chen, der diesmal an einen Verdic­chio dei Castelli di Jesi ging (einen Tag später wurde das Weingut Tenuta di Tavi­gnano durch das Erdbeben schwer erschüt­tert). Anschlie­ßend hatte ich Gele­gen­heit, einen großen Teil der 3-Gläser-Weine direkt zu verkosten.

Da ich nicht Mitglied der Verkostungs-Jury des Gambero Rosso bin, kann ich die Auswahl der Weine, die die italie­ni­schen Kollegen getroffen hat, frei von Zwängen und Rück­sichten kommen­tieren. Im ersten Teil veröf­fent­li­chen wir auf weinkenner.de die 3-Gläser-Weine der beiden wich­tigsten Regionen, des Piemont und der Toskana mit meinen persön­li­chen Kommen­taren. In der nächsten Woche folgen dann die anderen Regionen.

Übri­gens: Der Gambero Rosso „Vini d’Italia“ wird im Februar auf Deutsch erscheinen und ist über jede Buch­hand­lung zu beziehen.


Die 3-Gläser-Weine des Piemont
Die 3-Gläser-Weine der Toskana


3 Antworten zu „Gambero Rosso 2017: 3-Gläser-Weine des Piemont und der Toskana“

  1. Mike tiebs sagt:

    Hallo Wein­kenner,
    Bitte einmal auch eine Einschät­zung für Dami­lano und Oddero abgeben.
    Diese fehlen mein Meinung nach auf der Liste.

  2. Jan Erik Ziegle sagt:

    Der Gambero Rosso……..vor Jahren fieberte ich regel­mäßig dem Erschei­nun­ga­datum entgegen, und konnte es kaum abwarten, die neue Ausgabe in der Hand zu halten. Die italie­ni­sche Ausgabe stand immer für deut­lich blumi­gere, ausge­schmück­tere Wein­be­schrei­bungen, in der deut­schen Version für den deut­schen Leser oft geglättet, aber auch sach­li­cher, nüch­terner. Mehr Deutsch eben.

    Schon früh wunderte ich mich, dass Alois Lageder, eine Instanz im Südti­roler Weinbau, nicht vertreten war. Dort hörte ich, dass man nie eine Lira für Werbung oder „Product­pla­ce­ment“ ausge­geben hatte, und dass man stolz darauf war. Auf den Gambero Rosso ange­spro­chen, war ledig­lich ein viel­sa­gendes Lächeln als Reak­tion zu vermelden.
    Nach vielen Jahren hat nun etwas Licht mein „mentales Dunkel“ erhellt, nach Jahren als aktiver Wein­händler in Früh­rente und mit einigen Winzern in Italien noch in engem Kontakt, mit einer Familie sehr gut befreundet, war es doch erschre­ckend, immer wieder an ähnlich lautende Infor­ma­tionen über die Machen­schaften, pardon, Vorraus­set­zungen zum Erlangen guter Bewer­tungen im heiligen Wein­führer zu kommen. Ange­fangen über die drin­gend empfoh­lene Abnahme von mindes­tens 15 Wein­füh­rern „zu Werbe­zwe­cken“ zum vollen Preis, bis hin zum „Komplett­paket“, sprich Bera­tung von durch den vom Gambero vermit­telten Önologen zur Opti­mie­rung der Keller­ar­beit mit der Garantie, inner­halb zwei Jahren mit den 3 Gläsern prämiert zu werden.
    Letz­teres „Angebot“ bewegte sich im bereits nied­rigen fünf­stel­ligen Euro-Bereich.
    Inter­es­sant hierbei, dass sich vor dem „unmo­ra­li­schen Angebot“ gute Bewer­tungen, darunter auch zwei (unfri­sierte) 3-Gläser-Bewertungen im Gambero fanden, nach entrüs­teter Ableh­nung der Offerte die Bewer­tung im Folge­jahr schlag­artig abfiel, im Jahr drauf und seitdem – und das ist schon einige Jahre her – findet man dort keine Erwäh­nung mehr. Meine toska­ni­schen Freunde sind aller­dings schon jeher im Vero­nelli in der Spitze ihrer Zunft ange­sie­delt, auch wenn dessen Rezen­sionen doch ultra-puristisch und für den Weinen­thu­si­asten keinen wirk­li­chen senso­risch infor­ma­tiven Mehr­wert bieten. 

    Es hilft sowieso nur selbst probieren, immer wieder probieren, und sich auf den eigenen Gaumen verlassen. Und zuhören, offen und neugierig sein.
    Wer nur nach Bewer­tungen kauft, dessen Wein­seele ist eh verloren….

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