Erneut Proteste gegen Pestizid-Einsatz in Bordeaux

Mehrere Akti­ons­gruppen haben in den letzten Tagen gegen den Pestizid-Einsatz in den Wein­bergen Bordeaux’ protes­tiert. Das Départ­ment Gironde, zu dem Bordeaux gehört, ist die Gegend mit dem höchsten Pestizid-Einsatz in Frank­reich.

Die Proteste waren ursprüng­lich ausge­löst worden durch eine TV-Dokumentation, die im Februar 2016 unter dem Titel „Pesti­zide – unsere Kinder in Gefahr“ auf dem Kanal France 2 gezeigt worden war, dem grössten öffent­li­chen Sender Frank­reichs. Darin wurden Vorfälle geschil­dert, wie Schul­kinder in dem Weinort Blaye nach einem Pestizid-Einsatz gegen Oidium und Pero­no­s­pera ins Hospital einge­lie­fert werden mussten und Wein­bergs­ar­beiter, die Pesti­zide spritzen mussten, ihre Arbeit­geber verklagen. Insge­samt 132 Schulen der Region liegen, so die Akti­visten des Collectif Info Médoc Pesti­cide , unmit­telbar neben Rebpflan­zungen, in denen regel­mässig Pesti­zide ausge­bracht werden.

Der Conseil Inter­pro­fes­sionel du Vin de Bordeaux (CIVB), die Inter­es­sen­ver­tre­tung der Bordeaux-Winzer, reagierte damals nach­denk­lich auf die TV Doku­men­ta­tion und hatte im Juli einen Plan vorge­legt, demzu­folge der Pesti­zid­ein­satz in der Region bis 2020 um 25 Prozent, bis 2025 um weitere 25 Prozent redu­ziert werden sollte. Damit blieb der CIVB aller­dings deut­lich unter der Ziel­vor­gabe der fran­zö­si­schen Regie­rung, die die Pesti­zid­menge bereits bis 2018 um 50 Prozent gesenkt haben wollte. Erst 45 Prozent der Bordeaux-Weingüter haben bis jetzt eine Nachhaltigkeit-Zertifizierung.

Den Protesten gegen die „chemi­sche Keule“ kommt inso­fern grosse Bedeu­tung zu, als Bordeaux gerade seine Cité du Vin eröffnet hat, um den inter­na­tio­nalen Wein­tou­rismus in der Stadt anzu­kur­beln.

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