Banfi-Gründer gestorben

Jan 072016

Harry Mariano, einer der Grün­der des Wein­guts Cas­tello Banfi in Mon­tal­cino, ist tot. Er starb am Diens­tag die­ser Woche 78jährig in Hun­ting­ton, New York.

Zusam­men mit sei­nem Bru­der John hatte der Nach­komme einer ita­lie­ni­schen Ein­wan­de­rer­fa­mi­lie 1977 rund 500 Hektar Land im Anbau­ge­biet des Bru­n­ello di Mon­tal­cino gekauft und über 350 Hektar davon besto­cken las­sen. Banfi wurde so zum gröss­ten Brunello-Erzeuger des Gebiets (was es bis heute ist). Mehr noch: Banfi machte den Bru­n­ello di Mon­tal­cino in den USA popu­lär – ein Umstand, von dem viele andere Brunello-Erzeuger bis heute pro­fi­tie­ren. Die USA wur­den so zum gröss­ten Brunello-Importeur der Welt, eine Posi­tion, die bis in die 1990er Jahre hin­ein Deutsch­land inne hatte.

Ihr Ver­mö­gen hat­ten die Mariani-Brüder aller­dings schon vor dem Banfi-Deal gemacht. Sie hat­ten die Idee, den süs­sen, schäu­men­den Lam­brusco nach Ame­rika zu impor­tie­ren und zu einem Coca Cola-ähnlichen Wein­ge­tränk zu lan­cie­ren. Mit Hilfe der gros­sen Lambrusco-Kooperative Riunite gelang ihnen der Plan. 1983 wur­den rund 130 Mil­lio­nen Fla­schen ver­kauft. Ihr Wer­be­slo­gan: „Riunite on ice, that’s nice.“

Banfi erzeugt heute knapp 700 000 Fla­schen Bru­n­ello di Mon­tal­cino jähr­lich. Dane­ben ver­fügt über ein gros­ses Sor­ti­ment an ande­ren Rot- und Weiss­wei­nen. Das Cas­tello selbst ist zu einem Luxus-Resort mit zwei Restau­rants aus­ge­baut wor­den. Inzwi­schen hat Banfi auch Wein­berge in Bolg­heri, im Chi­anti Clas­sico und im Pie­mont gekauft und erzeugt dort die ent­spre­chen­den DOC- und DOCG-Weine.

In den letz­ten Jah­ren hat Banfi den Land­schafts­schutz und die Nach­hal­tig­keit sei­ner Pro­duk­tion in den Fokus gestellt. Es wur­den Zypres­sen und Obst­bäume  ange­pflanzt, Tro­cken­stein­mau­ern errich­tet, die Esel­hal­tung wie­der ein­ge­führt. Vor allem aber benutzt Banfi für alle seine Weine seit gerau­mer Zeit leicht­ge­wich­tige Fla­schen und wen­det sich damit gegen den in Ita­lien gras­sie­ren­den Trend zur immer schwe­re­ren Flasche.

Cas­tello Banfi bleibt auch nach dem Tod von Harry Mariani eine Fami­li­en­ge­sell­schaft, an der Spitze mit Bru­der John Mariani, dem Sohn James und der Nichte Cristina.


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