Taittinger kauft 69 Hektar in Südengland

Dez 142015

Das Cham­pa­gner­haus Tait­tin­ger hat mit­ge­teilt, dass es zusam­men mit Part­nern das 69 Hektar umfas­sende Obst­gut Evre­mont in der Graf­schaft Kent gekauft hat. 35 bis 40 Hektar der Obst­kul­tu­ren sol­len gero­det wer­den, statt­des­sen wer­den dort nächs­tes oder über­nächs­tes Jahr Char­don­nay, Pinot Noir und Pinot Meu­nier gepflanzt. Ziel ist es, ab 2020 rund 300.000 Fla­schen Schaum­wein zu erzeugen.

Pierre-Emanuel Tait­tin­ger, der Prä­si­dent des Cham­pa­gner­hau­ses, betonte, dass es sich um ein „idea­les Ter­roir“ für die Erzeu­gung Schaum­weine han­dele. Die Graf­schaft Kent und das benach­barte Sus­sex sind von der EU als Urspungs­ge­biete für English Spar­king Wine aner­kannt. Geo­lo­gisch gehö­ren sie zum Pari­ser Becken, das für seine Kalk- und Krei­de­bö­den berühmt ist, wie man sie auch in der Cham­pa­gne findet.

Wegen der zuneh­men­den Erd­er­wär­mung haben schon meh­rere Cham­pa­gner­häu­ser laut dar­über nach­ge­dacht, jen­seits des Ärmel­ka­nals zu inves­tie­ren. Die Böden sind ähnlich wie in der Cham­pa­gne, die Tem­pe­ra­tu­ren kühler.

Ermu­tigt wer­den sie von der aner­kannt guten Qua­li­tät der bereits beste­hen­den „English Fizz“-Marken. Erst im Okto­ber hat­ten zwei Mar­ken – Nye­tim­ber und Ham­ble­don – in einer Blind­ver­kos­tung in Lon­don Mar­ken­cham­pa­gner wie Veuve Cli­quot, Pol Roger und Tait­tin­ger hin­ter sich gelas­sen. “English Sparkling Wine ist inzwi­schen Welt­klasse” hatte das bri­ti­sche Wein­ma­ga­zin Decan­ter unlängst geschrieben.

Das Haupt­mo­tiv für Inves­ti­tio­nen aber dürf­ten die ver­gleichs­weise nied­ri­gen Boden­preise in Süd­eng­land sein. Ein Hektar unbe­stock­tes Land kos­tet dort zwi­schen 10.000 und 15.000 Pfund Ster­ling (14.000 bis 20.000 Euro). In der Cham­pa­gne kos­tet ein Hektar Wein­berg dage­gen ein bis zwei Mil­lio­nen Euro. Es wird ange­nom­men, dass die Preise in den bei­den Graf­schaf­ten steigen.

Part­ner von Tait­tin­ger sind das eng­li­sche Wein­ver­triebs­un­ter­neh­men Hatch Mans­field sowie meh­rere pri­vate Investoren.


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