Der richtige Wein für den Anlass

Kleiner Knigge für Geschäftsesser

Wie mache ich eine gute Figur, wenn ich zum Geschäfts­essen einge­laden bin? Oder selbst der Gast­geber bin? Ein Leit­faden.

Wie mache ich eine gute Figur, wenn ich zum Geschäfts­essen einge­laden bin? Oder selbst der Gast­geber bin? Ein Leit­faden.

Beim Wein gibt es einige Grundregeln.
Beim Wein gibt es einige Grund­re­geln.

Ein Geschäfts­essen ist ein wich­tiger Anlass, der über das Voran­schreiten oder Schei­tern einer Karriere entscheiden kann. Das Essen ist in der Regel nicht zum reinen Vergnügen gedacht, sondern dient wich­tigen Vertrags­ver­hand­lungen mit Geschäfts­part­nern oder auch dem Kennen­lernen von hoch­ran­gigen Führungs­per­sonen. Die rich­tigen Tisch­ma­nieren sind deshalb das A und O bei einem Geschäfts­essen. Eine beson­ders wich­tige Rolle spielen zudem die Auswahl des Weines und der gekonnte Umgang mit Flasche und Glas. Keinen Wein zu trinken, ist zwar erlaubt. Wer sich jedoch dafür entscheidet, muss die eine oder andere Grund­regel beachten.

Grundregeln zum Verzehr von Wein bei einem Geschäftsessen

Die erste, eigent­lich nicht erwäh­nens­werte, aber wich­tigste Regel zum Alkohol bei einem Geschäfts­essen heißt: Niemals zu viel trinken. Als zweite wich­tige Regel gilt es, die Tages­zeit zu beachten. Je früher am Tag das Geschäfts­essen statt­findet, desto vorsich­tiger sollte mit Alkohol umge­gangen werden. Bei einem Essen zu Mittag kann der Genuss von Wein im Zwei­fels­fall sogar ganz depla­ziert sein. Dann nämlich, wenn ein wich­tiger Deal bespro­chen oder Verträge in diesem Rahmen unter­zeichnet werden sollen. Der Grund für diese Regel ist ein ganz simpler: Nach dem Mittag­essen gehen norma­ler­weise beide Parteien wieder zurück an die Arbeit. Sollte dennoch Wein bestellt werden, so muss die Einla­dung vom Gast­geber ausgehen. Der Einge­la­dene hat jedoch stets die Möglich­keit, höflich abzu­lehnen, ohne sich weiter recht­fer­tigen zu müssen.

Der richtige Wein für den Anlass

Besprechung vor dem Geschäftsessen.
Bespre­chung vor dem Geschäfts­essen.

Ob als Gast­geber oder Gast – die Auswahl des Weines lässt wich­tige Schlüsse über die Person zu. Zunächst einmal, ob es sich um einen Wein­kenner oder Laien handelt. Da Wein, neben Sport und der Arbeit, zu den drei Top-Themen bei einem Geschäfts­essen zählt, kann ein wenig Hinter­grund­wissen durchaus nütz­lich sein. Im Notfall können entspre­chende Inter­net­seiten hier durchaus weiter­helfen.

Grund­sätz­lich läuft die Wein­aus­wahl bei einem Geschäfts­essen über den Gast­geber ab. Dieser erkun­digt sich nach den Vorlieben seiner Gäste und trifft danach die Entschei­dung. In geho­benen Restau­rants erhält deshalb auch nur der Gast­geber eine Wein­karte, aus welcher er bei Bedarf Vorschläge macht. Eine gute Wahl sind regio­nale Weine, wenn sie zum Essen passen. Als Alter­na­tive dürfen aber auch inter­na­tio­nale Weine vorge­schlagen werden. Mit italie­ni­schem Rotwein macht man selten einen Fehler, etwa  einem hoch­klas­sigen sardi­schen Wein wie dem Cannonau di Sardegna.

Verkostung ja – aber richtig

Der Gast­geber ist für die Verkos­tung des Weines zuständig. Zwar wird höfli­cher­weise in die Runde gefragt, ob jemand kosten möchte, doch die Etikette verlangt ein freund­li­ches Ablehnen. Es ist also die Aufgabe des Gast­ge­bers, einen guten Wein auszu­wählen. Korkigen Wein zurück­gehen zu lassen, ist nicht nur erlaubt, sondern notwendig und absolut nicht pein­lich. Pein­lich wird es jedoch dann, wenn der Gast­geber mit der Verkos­tung über­for­dert ist. Er sollte daher in jedem Fall die gängige Wein­praxis beherr­schen.

Findet das Geschäfts­essen im Hause des Gast­ge­bers statt, ist es dessen Aufgabe, die Flasche zu öffnen und zu prüfen, ob der Wein in Ordnung ist. Das geschieht in folgender Weise:

Wie die Weinflasche geöffnet wird

Eine Wein­fla­sche wird mit einem kleinen Messer, dem soge­nannten Kell­ner­messer, von der Kapsel um den Flaschen­hals befreit und erlaubt nun den freien Blick auf den Korken. Dann kann die Spindel des Korken­zie­hers in den Korken einge­dreht werden. Mithilfe des Hebels, welcher am oberen Rand der Flasche ange­setzt wird, kann der Korken vorsichtig aus der Flasche gehe­belt werden. Je leiser, desto besser.

Die Korkenprüfung

Nachdem der Korken aus dem Flaschen­hals bugsiert wurde, wird er nicht einfach zur Seite gelegt. Der Gast­geber riecht kurz am Korken, um zu prüfen, ob dieser gesund oder fehler­haft ist. Dies ist die erste wich­tige Quali­täts­prü­fung. Riecht er muffig oder korkig, ist das ein Anzei­chen dafür, dass auch der Wein korkig ist.

Das richtige Glas auswählen

Wie voll darf das Glas sein?
Wie voll darf das Glas sein?

Im Restau­rant wird einem diese Entschei­dung von der Bedie­nung abge­nommen. Wer jedoch Gäste zu sich nach Hause einlädt, der muss sich auch mit Gläsern auskennen. Beim Weiß­wein genügt ein schlankes Glas, beim Rotwein ist ein breites mit einem bauchigen Kelch vorge­schrieben. Dies erlaubt den Kontakt des Weines mit viel Sauer­stoff und die Aromen können sich darin best­mög­lich entfalten.

Den Wein richtig einschenken

Zum Einschenken wird die Wein­fla­sche am Bauch gehalten, mit dem Etikett nach oben. Zuerst schenkt der Gast­geber sich selber ein, aber nur einen kleinen Schluck. Dann probiert er den Wein und befindet ihn für in Ordnung (oder nicht). All dies geschieht vor den Augen der Gäste. Danach wird den Gästen einschenkt, wobei die Regel gilt: Damen vor Herren. Wichtig ist, dass ein Wein­glas nur maximal zu einem Drittel gefüllt werden darf.

Wie das Glas gehalten wird

Haben alle Wein bekommen, kann endlich ein Toast ausge­bracht und getrunken werden. Beim Toast schaut man sich gegen­seitig an. Wenn man sich näher kennt, kann man auch mit den Gläsern anstoßen – aber leise bitte! Bevor das Glas dann wieder abge­setzt wird, hebt man es noch einmal und schaut wieder in die Runde. War der Wein gut, nickt man dem Gast­geber aner­ken­nend zu. Ganz wichtig ist, dass man das Glas am Stiel anfasst und nicht am Kelch.

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