Fässer und Tanks werden vor der Lava in Sicherheit gebracht. | Foto: ©Waldemar_Pires

Kapverden: Winzer auf auf der Flucht vor der Lava

In der Presse taucht der Ausbruch des Vulkans Pico do Fogo auf den Kapver­di­schen Inseln nur in der Rubrik Vermischtes aus. Für die Winzer der Insel ist er jedoch ein Drama. Weinkenner.de veröf­fent­licht den Brief von zwei Südti­ro­lern, die die Lage auf der Atlan­tik­insel schil­dern.

In der Presse taucht der Ausbruch des Vulkans Pico do Fogo auf den Kapver­di­schen Inseln nur in der Rubrik Vermischtes aus. Für die Winzer der Insel ist er jedoch ein Drama. Weinkenner.de veröf­fent­licht den Brief von zwei Südti­ro­lern, die die Lage auf der Atlan­tik­insel schil­dern.

Reben in der Chå das Chaldeira
Reben in der Chå das Chaldeira

Die Kapverden liegen im Atlantik und sind ein selb­stän­diger Staat. Etwa 500.000 Menschen leben auf den 15 Inseln, rund 450 Kilo­meter von der afri­ka­ni­schen Küste entfernt auf Höhe des Senegal. Die wich­tigsten Einnah­me­quellen sind die Fisch­ver­ar­bei­tung und das Klein­ge­werbe. Der Tourismus ist nur schwach entwi­ckelt.

Die Kapverden gehören zur Sahel­zone. Nur fünf der 15 Inseln verfügen über natür­liche Wasser­vor­räte. Die Menschen auf den anderen Inseln (sofern sie über­haupt bewohnt sind) sind auf Regen­wasser ange­wiesen, das sie in Zisternen sammeln. Land­wirt­schaft  ist wegen der Trocken­heit kaum möglich – mit einer Ausnahme: dem Weinbau. Prak­tisch gibt es ihn jedoch nur auf der Insel Fogo, und zwar in dem breiten Krater­kessel des Vulkans Pico do Fogo. Dort werden weiße und rote Trauben ange­baut. Der Wein, der dort wächst, heißt Fogo, ist mal süß, mal halb­tro­cken, neuer­dings auch immer öfter ganz trocken und ist eine Spezia­lität der Inseln.

Drei Wochen Lava gespuckt

Glühende Lava bei Bangaeira
Glühende Lava bei Banga­eira

Doch ob und wie lange es diese Spezia­lität noch geben wird, weiß derzeit niemand. Am 23. November 2014 um 10 Uhr vormit­tags ist der Vulkan ausge­bro­chen. Drei Wochen lang hat er Lava gespuckt. Die Reben wurden zwar verschont. Doch zwei Dörfer in der Chå das Chaldeira, wie der Krater­kessel heißt, wurden völlig zerstört und sind für immer unbe­wohnbar geworden: Banga­eira und Portela. In den Kellern der örtli­chen Winzer­ge­nos­sen­schaft türmt sich die Lava bis zur Decke. Die Fässer und der darin lagernde Wein sind verloren. Die Exis­tenz­grund­lage der Winzer ist in Gefahr.

Der Südti­roler Wein­bau­do­zent Franz Egger, der ein wissen­schaft­li­ches Projekt auf Fogo betreibt, hat zusammen mit dem Südti­roler Berg­winzer Martin Aurich (Schloss Juval) einen Brief  an befreunde Kollegen geschrieben und um Hilfe gebeten.


Lesen Sie den voll­stän­digen Brief auf Seite 2.


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