Chinas neue Weinelite: jung und weiblich

Fast die Hälfte der Konsu­menten von impor­tiertem Wein in China ist zwischen 18 und 30 Jahre alt. Das hat eine Studie des chine­si­schen Able­gers des Forschungs­in­sti­tuts Wine Intel­li­gence heraus­ge­funden, die Mitte November in Shanghai im Rahmen der dort statt­finden ProWein vorge­stellt wurde.

Fielen 2012 noch 31 Prozent der Wein­trinker in diese Kate­gorie, so sind es 2015 bereits 45 Prozent. Bei keiner anderen demo­gra­fi­schen Gruppe ist eine derart rapide Zunahme an Wein­kon­su­menten zu verzeichnen.

Noch aufschluss­rei­cher ist, dass es vor allem Frauen sind, die für diesen Anstieg verant­wort­lich sind. Sie machen jetzt bereits 47 Prozent in dieser Alters­ko­horte aus – ein Anstieg um fast 50 Prozent in drei Jahren. Es wird, so folgern die Autoren, nicht lange dauern, bis Frauen die Mehr­heit der Wein­trinker in China bilden.

Aller­dings ist der Wein­konsum in China auf die urbanen Mittel­schichten beschränkt. Die Anzahl der regel­mä­ßigen Wein­trinker unter den Erwach­senen steigt zwar deut­lich, liegt aber laut Studie „nur“ bei 38 Millionen – das sind zehn Prozent der erwach­senen Bevöl­ke­rung (18 bis 54 Jahre). Als regel­mä­ßige Wein­trinker werden Personen ange­sehen, die mindes­tens zweimal im Jahr Wein trinken. Das durch­schnitt­liche Monats­ein­kommen dieser urbanen Mittel­schichten liegt bei umge­rechnet 800 Euro in den Mega­städten (vor Steuern) und 600 Euro in den anderen Groß­städten.

Als häufigster Grund für den Wein­konsum wurden von den Befragten gesund­heit­liche Gründe genannt. Vorbeu­gung gegen Herz­krank­heiten war für die Hälfte der Befragten das Haupt­motiv für den Kauf einer Flasche Wein. Doch würden, so der Studi­en­leiter Chuan Zhou, die Chinesen zuneh­mend auch den Geschmack des Weins zu lieben. Andere Gründe waren „Relaxen“, „Ausdruck der eigenen Persön­lich­keit“, „Geschäfts­kon­takte“ und „Status“.

 

 

 

 

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