Kein Witz: Lidl bietet Château d’Yquem an

Okt 192014

Lidl war­tet in sei­nem Online­shop mit dem größ­ten Bordeaux-Angebot auf, das der Dis­coun­ter je auf­ge­legt hat. Lock­vo­gel ist der große 2011er Châ­teau d’Yquem. Das Ziel: kauf­kräf­ti­ges Kli­en­tel auf seine Web­site (und spä­ter viel­leicht in seine Läden) zu lotsen.

Bordeaux-Weine bei Lidl

Bordeaux-Weine bei Lidl

Genau 120 Weine umfasst das neue Lidl-Weinangebot, das seit Mitt­woch letz­ter Woche im Online­shop des Dis­coun­ters feil­ge­bo­ten wird. Es reicht vom ein­fa­chen Bor­deaux AOC über Dut­zende von Grands Crus bis zu den Zweit­wei­nen gro­ßer Cha­teaux und – als Krö­nung – zwei Jahr­gän­gen von Châ­teau d’Yquem: dem 2011er für 349 Euro und dem 1998er in hal­ber Fla­sche für 99 Euro.

Größte Bordeaux-Offerte aller Zeiten

Wer hätte das vor ein paar Jah­ren gedacht, dass ein Dis­coun­ter sich in sol­che Preis-Stratosphären vor­wagt? Sicher, der Yquem ist ein Lockvogel-Angebot. Aber hin­ter ihm ver­birgt sich die größte Bordeaux-Offerte, die der Dis­coun­ter je auf­ge­legt hat.  Und sie ent­hält Weine, die an der 90-Euro-Grenze krat­zen. Zum Bei­spiel die 2011er von Châ­teau Mon­trose und von Le Cla­rence de Haut-Brion für je 89,99 Euro. Dazu Figeac, Haut-Batailly, Branaire-Ducru, Lynch-Moussas, Tal­bot, Lagrange, Gruaud-Larose, Las­com­bes – also ein respek­ta­bler Teil des Bordeaux-Adels.

Shopping-Tour für die gut situ­ierte Mittelschicht

Etikett Le Clarence de Haut-BrionDie Ein­käu­fer des Neckar­sul­mer Dis­coun­ters haben die Bestände der Bor­de­lai­ser Négo­çi­ants ordent­lich geplün­dert. Ihr Kal­kül: die gut situ­ierte Mit­tel­schicht wenn schon nicht in ihre Filia­len, dann doch wenigs­tens auf ihre Web­site zu locken, auf der man unge­niert auf Wein-Shopping-Tour gehen kann. Die Mar­gen sind beim Wein höher als bei ande­ren Arti­keln, und viel­leicht ent­schei­det sich der eine oder andere Wein-Shopper, sei­nen Fuß über die Schwelle einer der Lidl-Läden zu setzen.

Nicht immer mit spit­zem Blei­stift gerechnet

Etikett TalbotBei den Prei­sen haben die Lid­la­ner aller­dings nicht immer mit spit­zem Blei­stift gerech­net. Sicher, 2007er Figeac und 2011er La Cla­rence de Haut-Brion sind im Fach­han­del deut­lich teuer. Für den 2010er Cha­teau Nenin ver­langt C&D 5 Euro mehr (Lidl: 59,99 Euro).  Und auch für den 2011er Mon­trose legt man bei der Bac­chus Vino­thek in Freu­den­stadt, einem der preis­wer­tes­ten Bordeaux-Anbieter in Deutsch­land, 8 Euro mehr auf den Tisch (Lidl: 89,99 Euro).


Lesen Sie wei­ter auf Seite 2.




Verwandte Artikel:

15.04.2010 | Spitzenwein vom Discounter: Gut, aber auch nicht billig
27.09.2014 | Der teuerste Knoll, den es je gab – im Regal bei NORMA
16.05.2014 | Figeac bei Netto, Duijn bei plus.de: Angriff auf den Fachhandel
11.03.2015 | Heikle Frage: Kann Lidl auch Hermitage?
12.09.2016 | Da schau her: Christmann, Rebholz, Wittman & Co. bei Lidl

  2 Antworten zu “Kein Witz: Lidl bietet Château d’Yquem an”

  1. Den 2011er Mon­trose fin­det man bei Aux Fins Gour­mets sogar für nur 85 Euro. Und Haut Batailly 2005 kos­tet da sogar nur 49,50 Euro. Das sind 30 Euro güns­ti­ger (!) Grüße Otto Henning

    • Sieh an! Meine Ein­schät­zung, dass hoch­klas­sige Weine nir­gendwo so teuer sind wie beim Dis­coun­ter, ist offen­bar rich­tig. Danke für den Hin­weis auf Aux Fins Gourmets!

 Antworten

(erforderlich)

(erforderlich)