Große Gewächse 2013: Riesling Mosel top, Silvaner Franken supi

Sep 042014

Die Gro­ßen Gewächse 2013 sind raus. Erste Kost­pro­ben zei­gen, dass wahr­haft große Weine unter ihnen sind. Aber nicht alles ist so groß, wie es auf dem Eti­kett steht. Wir begin­nen unsere Serie der GG mit zwei Gebie­ten, aus denen teil­weise her­vor­ra­gende Weine kommen.

Terrassenmosel

Ter­ras­sen­mo­sel

Fan­gen wir mit der Mosel an: Nur wenige GG wur­den in die­sem Jahr prä­sen­tiert. Es fehl­ten Van Vol­xem, St. Urbans­hof, Willi Schä­fer, Peter Lauer, Reichs­graf von Kes­sel­statt, Schloss Lie­ser, von Hövel, Zil­li­ken – um nur die Wich­tigs­ten zu nen­nen. Teils hat­ten sie nicht ange­stellt (z. B. Reichs­graf von Kes­sel­statt), teils gar keine GG abge­füllt (z. B. Zil­li­ken). Der Grund für das Aus­las­sen des Jahr­gangs ist, dass der sowieso umstrit­tene tro­ckene Mosel­typ in 2013 – salopp gesagt – nicht rich­tig funk­tio­niert hat. Bei Zil­li­ken und ande­ren lie­gen die Restzucker-Gehalte im halb­tro­cke­nen und fein­her­ben Bereich, was den Wei­nen zwar Spiel und Span­nung beschert haben dürfte, aber dazu geführt hat, dass die bes­ten als „Große Lage“ und nicht als „Gro­ßes Gewächs“ auf den Markt kom­men wer­den (oder schon gekom­men sind).

Der Jahr­gang reicht von sehr gut bis schwach

Weingut Fritz Haag an der Mosel

Wein­gut Fritz Haag an der Mosel

Damit sind wir beim Jahr­gang. 2013 war sicher kein schlech­ter, aber ein schwie­ri­ger Jahr­gang. Ein nicht enden wol­len­der Win­ter, ein spä­ter Aus­trieb, ein küh­les, nas­ses Früh­jahr, das die Blüte stark ver­zö­gerte, dann ein war­mer, son­ni­ger Som­mer, aber im Sep­tem­ber setzte wie­der Regen ein, der sich bis tief in den Okto­ber hin­ein­zog. Fäul­nis brei­tete sich aus. Viele Trau­ben muss­ten not­ge­le­sen wer­den. Fazit: Qua­li­tät  von sehr gut bis schwach. Quan­ti­tät so gering wie zuletzt 1981.

Voll­rei­fes, gesun­des Lese­gut fand man vor­zugs­weise in alten Anla­gen mit wider­stands­fä­hi­gen Reb­stö­cken. Die aber sind rar. Nor­ma­ler­weise musste peni­bel aus­ge­le­sen wer­den, um ein GG ern­ten zu kön­nen. Bei den GG 2013 zeigt sich, dass die Säu­ren wesent­lich rup­pi­ger und kei­nes­falls so weich und wei­nig sind wie in 2012 und 2011. Einen Ver­gleich mit die­sen Jahr­gän­gen, ins­be­son­dere mit 2011, hält der Jahr­gang 2013 nicht stand. Die Win­zer an der Mosel haben aller­dings die Mög­lich­keit, mit höhe­ren Rest­zu­cker­ge­hal­ten zu arbei­ten, auch im tro­cke­nen Bereich. Das hat es mög­lich gemacht, auch in die­sem Jahr trotz klei­ner Unzu­läng­lich­kei­ten sehr gute Qua­li­tä­ten auf die Fla­sche zu bringen.

Ries­ling Mosel: die Gro­ßen Gewächse 2013
Fran­ken 2013
Sil­va­ner Fran­ken: die Gro­ßen Gewächse 2013



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