Gambero Rosso Tre Bicchieri 2015

Gambero Rosso 2015: Die 3-Gläser-Weine der kleinen Regionen

Langsam hebt sich der Vorhang: der Gambero Rosso, Italiens wich­tigster Wein­führer, lässt die Namen der Weine raus, die dieses Jahr die 3 Gläser bekommen – die Top-Weine also. Hier die Sieger­listen der kleinen Regionen vom Aostatal bis Sizi­lien mit Kommen­taren von Jens Priewe.

Langsam hebt sich der Vorhang: der Gambero Rosso, Italiens wich­tigster Wein­führer, lässt die Namen der Weine raus, die dieses Jahr die 3 Gläser bekommen – die Top-Weine also. Hier die Sieger­listen der kleinen Regionen vom Aostatal bis Sizi­lien mit Kommen­taren von Jens Priewe.

Gambero Rosso Tre Bicchieri 2015Ab Mitte September beginnt der Gambero Rosso, die Sieger seiner dies­jäh­rigen Verkos­tungen der Öffent­lich­keit mitzu­teilen. Also derje­nigen Weine, die das Maximum von 3 Gläsern erhalten haben. Vor zwei Jahr­zehnten noch waren es 50, denen diese Ehre zuteil wurde. Heute sind es rund 400. Sicher, Italien ist in den letzten 20 Jahren quali­tativ enorm gewachsen. Aber ein biss­chen infla­tionär ist der 3-Gläser-Regen schon. Und wer sich ein wenig auskennt im Land südlich der Alpen, weiß, dass nicht alle Sieger sich ihre 3 Gläser durch über­durch­schnitt­liche Quali­täts­an­stren­gungen verdient haben. Mancher 3-Gläser-Wein ist ein Kompro­miss – wenn kein fauler, dann ein frag­wür­diger. Trotzdem gibt der Gambero Rosso von allen Wein­füh­rern, die es in Italien gibt, immer noch den besten Über­blick über das, was im Belpaese passiert. Im November wird der Wein­führer in Italien auf den Markt kommen, Anfang nächsten Jahres in deut­scher Über­set­zung auch bei uns.

Die fehlenden Regionen werden wir auf weinkenner.de nach­tragen, sowie sie bekannt sind.

Aostatal
Südtirol
Tren­tino
Ligu­rien
Lombardei
Umbrien
Latium
Abruzzen
Molise
Apulien
Basi­li­kata
Kala­brien
Sizi­lien
Sardi­nien

3 Antworten zu „Gambero Rosso 2015: Die 3-Gläser-Weine der kleinen Regionen“

  1. Daniel Hage sagt:

    Muss ich das jetzt verstehen ? Dass sie Herr Priewe- ausgerechnet- sich gegen einen solchen Herr­li­chen Charak­ter­dar­steller wie den Sagran­tino di Monte­falco ausspre­chen ? Ein Wein der noch nicht zu Tode gerichtet wurde durch den drögen Geschmeidigkeitseinheitsbre-i“Geschmack“…?
    Ein Wein der wann immer er mir begegnet (in den vergan­genen wochen 2 weine von Anto­nelli einer von Perti­caia und einer von Adanti) wohlige Schauer über den Rücken wallen lässt, gerade WEIL er unan­ge­passt ist und selbst wenn die Aroma­ti­sche Komple­xie­rung und also die Reife- langsam ! – voran­schreiten wie beim 2006er Einzel­la­gen­s­e­lek­tion Chiusa di Pannone von Anto­nelli (Himm­lisch!)
    die Tannine eben immer noch sacht über dem Frucht­pegel ve3rnehmbar sind un noch Jahre brau­chen biss Sie sich einge­bunden haben ins komplexe ganze ? Na Und?? Wer eine solchen Wein nicht zu schätzen weiss und Ihm MINDESTENS 15 ja besser 20 Jahre Keller­reife gönnt in der Hofffnung den Tag selbst noch zu erleben da solch ein Gnaden­ge­schenk der Natur sich in vollster Schön­heit offen­bart, der soll sich um andere Dinge kümmern- und die Wein­kultur denen über­lassen, welche Wissen, was dieselbe über­haupt ist- und zu denen Rechnen Sie sich doch Herr Priewe ? (ich Sie bisher übri­gens auch!)

    • Lieber Herr Hage,
      Sie haben sich sehr leiden­schaft­lich für den Sagran­tino stark gemacht. Ich finde das sehr sympa­thisch. Das Problem der heutigen Wein­welt sind ja nicht die vielen schlechten Weine, sondern das Meer der uniformen Weine, übri­gens auch auf hohem Niveau. Inso­fern ist das Eintreten für indi­vi­du­elle Weine und Wein­stile lobens­wert. Aber das darf ja nicht heissen, dass alles, was unan­ge­passt ist (oder auto­chthon), auch gut gefunden werden muß. Viele Sagrantino-Weine sind, wenn sie jung getrunken werden, leider kein Genuß. Finde ich. Man trinkt prak­tisch nur Tannin. 15- oder 20jährige Sagran­tino gibt es nur wenige, die Appel­la­tion ist noch zu jung. Ausnahme Caprai. Trinkt man seine 95er oder 97er, stellt man fest, dass die Frucht schon fast verblüht, das Tannin aber immer noch hart ist – auch nicht das, was man sich beim Kauf erhofft hat. Perti­caia gehört zu den wenigen Sagran­tono, die ich schätze, Anto­nellis jüngere Saran­tino auch (die älteren Jahr­gänge sind nicht sonder­lich aufre­gend). Vor allem schätze ich Colle­dila – nach meinem Eindruck der beste Betrieb der Zone. Bei Adanti finde ich den Monte­falco Rosso am gelun­gensten, also jenen Wein, in dem die Sagrantino-Traube mit Sangiovese verschnitten wird. Ich frage mich deshalb: Warum muß ein Sagran­tino unbe­dingt rein­sortig sein? Ist es ein Sakrileg, die Auffas­sung zu vertreten, dass die meisten Sagrantino-Erzeuger besser beraten wären, wenn sie ihr DOCG-Statut änderten und Sangiovese als Verschnitt­partner zulassen würden? Wäre das ein Kultur­ver­lust? Ich füchte, in 15 oder 20 Jahren, wenn Sie glauben, dass das „Gnaden­ge­schenk“ Sagran­tino endlich reif ist, werden die meisten Betriebe von heute nicht mehr exis­tieren. Sie werden pleite sein. Auf Dauer wird auch Lidl (oder war es Aldi?) mit dem Sagran­tino nicht glück­lich werden, den ihm die Wein­pro­du­zenten der Zone mangels Nach­frage im Faß notver­kaufen und der dann für 9,90 Euro beim Discounter im Regal steht.

      • Daniel Hage sagt:

        Sehr geehrter Herr Priewe! Herz­lichsten Dank für Ihre freund­liche ausführ­liche stel­lung­nahme! Das ist für mich eine beson­dere Ehre da „Italiens Große Weine“ in den 80ern für mich das 2. und mit abstand Wich­tigste „Eintritts­billet“ in die Welt der Italie­ni­schen Weine war (das erste war für mich als damals so 18-20 Jährigem der herl­lich süffige Barbera den ich bei meinem Lieb­lings­i­ta­liener bei meinen Wöchent­lich Pizza-Freßattacken zu schätzen lernte- etwas anderes als die Dünnen Badi­schen „Spät­bur­gunder“ meiner Heimat die DAMALS gekel­tert wurden…) Das Wissen das ich bei Ihnen aufnehmen durfte war unge­heuer und begleitet mich bei meiner eigenen re4ise durch die Welt der Weine seither- Vielen Dank ! Zu Ihren Bezug­nahmen zur Wirt­schaft­li­chen und Markt­li­chen Situa­tion weiss ich ehrlich nichts zu Entgegnen- da muss ich betrübt Ihren Ausfüh­rungen Glauben Schenken. Was die Lebens­er­war­tung von diversen Weinen angeht so habe ich vor 2 Jahren im Winter 12/13 mit grösstem Vergnügen eine flsche 94er von Caprai mit einem Freund geleert- -sicher weiter zu warten wäre unan­ge­bracht gewesen aber mit nomi­nell 18 Jahren war er kein biss­chen müde- die Tannine sauber einge­bunden leicht Mürbe, die Aromatik wie ein schön gereifter Sangiovese PLUS ein kräf­tiger Schuß Pflaume und leicht ins Ledrige gehend- genau Das was ich sehr schätze! Jetzt hoffe ich dass meine flasche 25Anni die ich noch schlum­mern habe mich nicht verraten wird… Was ich Sicher sagen möchte ist dass mit so ca 350 Hektar ?- Anbau­ge­biet von Sagran­tino die Monte­falco dies eh Nie ein „Welt­wein“ für Kreti und Pleti werden kann- zum Glück!
        Für die und die „Happy Few“ und die „Beauty and Rich“ gibt es ja die Maremma… Sie werden aus diesen worten heraus­lesen was ich von der Tausendsten Merlot//Cabernet-Cuvee aus Mittel­ita­lien halte- nämlich rein Gar Nichts !
        Da sind mir Charak­ter­typen Tausendmal lieber !! Es müssen nicht immer die Tann­in­hal­tigen Brocken sein- ein Rosso-Piceno aus den Marken ist mir auch viel zu unter­be­wertet in der Wein­welt von so was wunder­barem wie einem KLacrima di Morro d alba gar nicht zu rden usw… sie verstehen wo meine Präfe­renzen liegen ?
        Sie haben ja einun­ge­heuer Umfang­rei­ches Glossar aufge­baut mit Charak­te­ri­sie­rungen vo nWeinen und reben welche ich sehr schätze. Zum beispiel meine geliebten Aglai­a­nico der Tradi­tionelen eher hell­far­be­neren Spielart- auch da: beim Ping­Pong Tradi­tion versus Moderne bin ich Idealistisch-verliebt bei den Tradi­tio­na­listen anzu­treffen (Taurasi-Riserva von Salva­tore Molettieri/ Tenuta Cinque Querce- usw…hmmm) Und beson­ders freue ich mich dass in den vergan­genen Jahren so viele alte Rebsorten des Italie­ni­schen südens wieder­ent­deckt wurden- lang sollen Sie leben! Nichts anderes wollte ich mit meinem Leser­brief insge­samt zum Ausdruck bringen- auf dass die Wein­viel­falt Italiens und anderer Länder noch lange lebe- Salute ! Ihnen sehr Verbunden, Ihr: Daniel Hage
        (P.S. Bald 30 Jahre nach „Italiens Große Weine“ müsste es doch Irgend­wann eine Ne3uausgabe/auflage, geben mit viel mehr Raum für die Weine des Mezzo­giorno !?)

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