Bordeaux-Kisten

Liv Ex: Neue Bordeaux-Klassifikation nach Marktpreisen

Das Londoner Wein­ba­ro­meter Liv Ex hat eine neue Bordeaux-Klassifikation auf der Basis aktu­eller Markt­preise erstellt: Latour hat Lafite über­holt und ist wieder die Nummer 1. Die Aufsteiger heißen Pontet-Canet, Lynch-Bages, Palmer, Clerc Milon. Hier die ganze Liste.

Das Londoner Wein­ba­ro­meter Liv Ex hat eine neue Bordeaux-Klassifikation auf der Basis aktu­eller Markt­preise erstellt: Latour hat Lafite über­holt und ist wieder die Nummer 1. Die Aufsteiger heißen Pontet-Canet, Lynch-Bages, Palmer, Clerc Milon. Hier die ganze Liste.

Bordeaux-Kisten
Bordeaux-Kisten

Der in London ansäs­sige Fine Wine Market Index hat sich mit einem aktua­li­sierten Ranking der 60 teuersten Bordeaux-Weine vom linken Ufer zu Wort gemeldet. Das Ergebnis: eine neue Klas­si­fi­ka­tion auf der Basis der zuletzt erzielten Markt­preise.

Die Liv Ex-Klassifikation ist zwei­fellos aussa­ge­kräf­tiger als die histo­ri­sche Klas­si­fi­ka­tion, die Napo­leon III. anläss­lich der der Pariser Welt­aus­stel­lung 1855 in Auftrag gegeben hatte und die noch heute als „offi­ziell“ gilt. Auch sie war erstellt worden auf der Basis der Preise, die damals für die Weine der einzelnen Châteaux gezahlt wurden.

Latour wieder deutlich vor Lafite

Château Lafite
Château Lafite

Liv Ex hat die durch­schnitt­li­chen Handels­preise der letzten fünf Jahre für eine Kiste (12 Flaschen) der jewei­ligen Châteaux-Weine erhoben und auf dieser Basis sein Ranking erstellt. Das heißt: Zugrunde gelegt wurden die Jahr­gänge 2007 bis 2011.

Nach diesem Ranking liegt Château Latour wieder deut­lich an der Spitze vor Château Lafite-Rothschild, das am stärksten vom China-Boom profi­tiert hatte. Seit letztem Jahr sind die Preise für den Lafite-Wein jedoch deut­lich gefallen. Der Rück­gang beträgt fast 40 Prozent. Dadurch konnte Latour wieder an seinem Konkur­renten vorbei­ziehen. Aller­dings sind auch die Latour-Preise um 13 Prozent gefallen gegen­über der letzten Liv Ex-Erhebung, die 2011 publi­ziert worden war (Jahr­gänge 2005 – 2009). Die anderen Premiers folgen mit deut­li­chem Abstand.

La Mission Haut-Brion als erstes Gewächs eingestuft

Aufsteiger: Château Palmer
Aufsteiger: Château Palmer

Aus dem Ranking heraus haben die Londoner eine neue Klas­si­fi­ka­tion in Anleh­nung an das 1855er Vorbild entwi­ckelt. La Mission Haut-Brion, das 1855 noch zu Haut-Brion gehörte und daher nicht als eigen­stän­diges Château geführt wurde, besitzt aufgrund der hohen Preise, die sein Wein heute erzielt, Premier-Status.

In die Gruppe der zweit­ran­gigen Gewächse sind die Châteaux Palmer (offi­ziell drittrangig) und Pontet-Canet (offi­ziell fünft­rangig) aufge­stiegen. Über­strahlt werden sie nur von dem Kometen Smith Haut-Lafitte, der sich (dank 100 Punkten bei Parker für seinen 2009er) in den Rang eines zweiten Gewächses kata­pul­tieren konnte. In der 1855er Klas­si­fi­ka­tion war das Château gar nicht berück­sich­tigt worden.

Nichts zum Jubeln für Weintrinker

Grund zum Jubeln gibt das neue Ranking im Zwei­fels­fall für die Château-Besitzer, aber nicht für die Wein­trinker: Es ist viel­mehr ein Spiegel der Preis­ex­plo­sion bei den klas­si­fi­zierten Gewächsen, von denen nun viele für lang­jäh­rige, treue Bordeaux­trinker uner­schwing­lich geworden sind. Die Zukunft wird zeigen, ob dieses Preis­ni­veau gehalten werden kann, wenn sich das Wachstum in Fernost verlang­samt, wie vorher­ge­sagt wird. Die Preise für Latour seien schon jetzt über­zogen, heißt es bereits in Londoner Händ­ler­kreisen.

Die neue Bordeaux-Klassifikation im Über­blick finden Sie auf Seite 2.

Eine Antwort zu „Liv Ex: Neue Bordeaux-Klassifikation nach Marktpreisen“

  1. Matthias Hilse sagt:

    „von dem Kome­ten Smith Haut-Lafitte, der sich (dank 100 Punk­ten bei Par­ker für sei­nen 2009er) in den Rang eines zwei­ten Gewäch­ses kata­pul­tie­ren konnte. In der 1855er Klas­si­fi­ka­tion war das Châ­teau gar nicht berück­sich­tigt worden.“

    Die Klas­si­fi­ka­tion von 1855 berück­sich­tigt mit Ausnahme von Ch. Haut Brion nur Châteaux aus dem Médoc, weswegen es nicht verwun­der­lich ist, wenn der „Komet“ SHL dort nicht zu finden ist

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