Laurenz-Maria-Moser mit Büste des Großvaters

Laurenz Maria Moser und sein Grüner Veltliner-Fimmel

Laurenz Maria Moser traut sich. Der Nach­fahre des bekannten öster­rei­chi­schen Wein­pio­niers hat eine Probe mit den besten Weiß­weinen der Welt orga­ni­siert, um zu prüfen, ob der Grüne Velt­liner in der obersten Liga mitspielen kann. Er kann.

Laurenz Maria Moser traut sich. Der Nach­fahre des bekannten öster­rei­chi­schen Wein­pio­niers hat eine Probe mit den besten Weiß­weinen der Welt orga­ni­siert, um zu prüfen, ob der Grüne Velt­liner in der obersten Liga mitspielen kann. Er kann.

Laurenz Maria Moser mit Büste des Großvaters
Laurenz Maria Moser

Sein Groß­vater war ein öster­rei­chi­scher Reben­pio­nier. Er erfand die Lenz-Moser-Hochkultur, ein damals revo­lu­tionär neues Reben­er­zie­hungs­system. Sein Vater war ein berühmter, inno­va­tiver Wein­guts­be­sitzer. Laurenz Maria Moser (in der Moser-Rangfolge der V.) ist ein erfolg­rei­cher Wein­händler mit einem feinen Näschen für Märkte. Doch hinter dem Erfolg stehen ein scharfer Wein­ver­stand und eine breite Wein­bil­dung, den der Gründer der Wein­han­dels­firma TxB Fine Wines Inter­na­tional mit Gewinn in sein Busi­ness einbringt.

Laurenz Maria Moser verehrt Mondavi

Er verehrt Robert Mondavi, für den er sieben Jahre lang den Europa-Vertrieb lenkte. Er schwärmt für deut­schen Ries­ling. Und er hat ein Faible für die engli­sche Sprache, in der er äußerst eloquent ist, egal ob er sich in San Fran­cisco (seiner frühen Haupt-Wirkungsstätte), in China (wo er Hono­rary Wine­maker ist und sogar ein „Chateau“ nach ihm benannt wurde), in Wien (wo er herkommt) oder in Köln aufhält (wo sein Wohn­sitz ist). Vor allem aber ist er ein Missionar des Grünen Velt­li­ners. Diese Rebsorte hält er für eine der großen der Welt. Unter dem Label Laurenz V. erzeugt er (mit Part­nern) in seiner Heimat Öster­reich ein ganzes Sorti­ment an Grünen Velt­li­nern – vom „Forever“ für Leicht­ma­trosen über einen sprit­zigen Terras­sen­wein („Sunny“) bis zu Premium-Qualitäten wie „Silver Bullet“ und „Char­ming“.

Grüner Veltliner bald auch aus der Türkei

Laurenz V. Grüner Veltliner
Laurenz V. Grüner Velt­liner

Alle seine Weine haben engli­sche Namen, was daran liegt, dass er 90 Prozent expor­tiert. Menschen aus 45 Ländern delek­tieren sich mitt­ler­weile an ihnen – auch in China. Moser ist felsen­fest über­zeugt, dass nach den Rotweinen bald auch Weiß­weine zum Objekt der Begierde weinaf­finer Asiaten werden.

Außerdem glaubt er, dass der Grüne Velt­liner nicht nur in Öster­reich groß­ar­tige Quali­täten ergibt. Im nächsten Früh­jahr wird er die erste Grüner Veltliner-Rebe in Kapa­do­kien in der Türkei in die Erde pflanzen.

Den Grünen Veltliner-Fimmel lebt Moser exzessiv aus. So trug er wieder mal18 der berühm­testen und teuersten Weiß­weine der Welt zusammen und lud Ende Oktober im Berliner Hotel Ellington zu einer Blind­ver­kos­tung – sechs Grüne Velt­liner aus Öster­reich schmug­gelte er heim­lich in die Probe. Er wollte den Beweis, „dass man einen Grünen Velt­liner problemlos neben die großen Weiß­weine der Welt stellen kann“. Das Motto der Probe: Tasting On Thin Ice.

Eine Weinprobe “auf dünnem Eis“

Tasting On Thin Ice
Tasting On Thin Ice

Die berühmten Weiß­weine kamen aus Deutsch­land, Frank­reich, Italien, Spanien, Kali­for­nien und Neusee­land (siehe Tabelle auf Seite 3). Die Verkoster waren ein Dutzend Jour­na­listen, Einkäufer und Somme­liers, unter anderem vom KaDeWe, vom Hotel Mariott, vom Internet-Weinhändler Wine in Black, vom Restau­rant Mutzen­ba­cher in Fried­richs­hain. Das „dünne Eis“ bestand darin, dass es sich bei den 24 Proben um völlig unter­schied­liche und im strengen Sinne unver­gleich­bare Weine handelte: verschie­dene Rebsorten, diffe­rie­rende Stilis­tiken, ganze andere Jahr­gänge. Also eine Verkos­tung, die eigent­lich ebenso viel Aufschluss über die Vorlieben der Verkoster wie über die Qualität der ausge­schenkten Weine gab.

Um das Resultat vorweg­zu­nehmen: Die Grünen Velt­liner schlugen sich wacker. Fasst man die Bewer­tungen aller Verkoster zusammen, landeten immerhin zwei Grüne Velt­liner unter den ersten zehn Weinen. Dabei ließen sie berühmte und teil­weise fünfmal so teure Gewächse hinter sich. Gegen die Spit­zen­weine vom Ries­ling und Weiß­bur­gunder aus Deutsch­land und Öster­reich hatten die Grünen Velt­liner aber letzt­lich wenig Chancen.

Tasting On Thin Ice
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