Havel & Petz über Josef Umathum und die Biodynamie

Sep 112013

Ruth Havel und Syl­via Petz betrei­ben eine PR-Agentur in Wien. In ihrem Blog Bas­sena schrei­ben sie über alles, was sie und die Wein­szene in Öster­reich umtreibt. Dies­mal war Ruth Havel zu einem Tas­ting bei Alt­meis­ter Josef Uma­thum im Burgenland.

Winzer Josef Umathum

Win­zer Josef Umathum

Der letzte Mon­tag ver­lief völ­lig unty­pisch. Wir ver­lie­ßen die Stadt näm­lich schon zu Mit­tag, um einem ganz beson­de­ren Tas­ting bei­zu­woh­nen. Josef Uma­thum lud zu sich aufs Wein­gut und erzählte uns und unse­ren Mitkoster/innen anhand von sechs Dreier-Flights und einem klei­nen Vorab-Exkurs zur Bio­dy­na­mie sozu­sa­gen die Kurz­ver­sion sei­nes win­ze­ri­schen Schaf­fens. Was wir hör­ten, war span­nend, infor­ma­tiv und unter­halt­sam, was wir schmeck­ten, span­nend, köst­lich und manch­mal auch verblüffend.

Wo fang ich an? Am bes­ten beim Reb­stock, dort haben wir ges­tern auch begon­nen. Dass die Bio­dy­na­mie eine gute Sache ist, davon bin ich schon län­ger über­zeugt. Wenn ein über­zeug­ter Win­zer sie mir anhand eines Reb­sto­ckes und mit Lei­den­schaft erklärt, geht mir das Herz auf. Ja, so muss ich das ein­fach beschrei­ben. Und auch wenn ich mich schon län­ger und zeit­weise auch durch­aus schon inten­si­ver mit der The­ma­tik befasst habe, ges­tern hab ich wie­der viel gelernt. Und wie­der ein­mal gelernt, wie viel ich noch ler­nen muss. Oder müsste. Oder auch ein­fach darf.

Extrem-Kurzversion: Bio­dy­na­misch zu arbei­ten, ver­än­dert nicht nur das Tun im Wein­gar­ten, son­dern beein­flusst viele Lebens­be­rei­che. Und was in den Pflan­zen dadurch pas­siert, ist alles wis­sen­schaft­lich nachweisbar.

Umathum-Fass

Umathum-Fass

Kom­men wir zu den Wei­nen. Sechs mal drei Weine galt es zu ver­kos­ten, erkos­ten und erra­ten. Und durch die­ses Sich-Schritt-für-Schritt-auf-den-Wein-Einlassen und die span­nen­den, infor­ma­ti­ven und unter­halt­sa­men Erklä­run­gen dazu, hatte ich das Gefühl, den Win­zer und wie er tickt, ver­ste­hen zu ler­nen. Und genau das macht Wein­ver­kos­tun­gen für mich zu erle­bens­wer­ten Ereignissen.

Der älteste Wein des Nach­mit­tags wurde 1979, der jüngste 2012 gekel­tert. Jeweils drei Jahr­gänge einer Sorte oder einer Lage kamen in die Glä­ser, manch­mal auch ganz spon­tan noch ein vier­ter. Und ganz am Schluss drei Süß­weine, Aus­lese, Bee­ren­aus­lese und Tro­cken­bee­ren­aus­lese aus ver­schie­de­nen Reb­sor­ten und Jahrgängen.

Die Unter­schiede zwi­schen einem hei­ßen und einem küh­len Jahr­gang, zwi­schen »vor der Bio­dy­na­mie« und danach oder zwi­schen weni­ger lang und län­ger im Fass gereift waren manch­mal leich­ter, manch­mal schwie­ri­ger nach­zu­voll­zie­hen, span­nend waren sie in jedem Fall. Und jeder Wein für sich ein beson­de­res Geschmackserlebnis.

Ob die Weine durch das bio­dy­na­mi­sche Arbei­ten bes­ser gewor­den sind, maßt Josef Uma­thum sich nicht an, zu beur­tei­len. Haben sich ja nicht nur die Weine, son­dern auch er und damit auch seine Art, zu ver­kos­ten, ver­än­dert. Und ihm geht es nicht darum, mit sei­nen Wei­nen Punkte zu erzie­len, son­dern Geschich­ten zu erzäh­len. Ich finde, das gelingt ihm ziem­lich gut.

Die­ser Text stammt aus dem Bassena-Blog von Havel & Petz.


Die Weine von Uma­thum gibt es in Deutsch­land zum Bei­spiel bei Weingrube.com, Loben­bergs Gute Weine, Piero Massi, Ösiwein, Rot­weiss­rot, Wein­han­del Bern­hard Fank­hau­ser. In Öster­reich unter ande­rem bei Weinshop24.at, Bur­gen­land Vino­thek, Weinwelt.at, Wein & Co.




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