Ein bisschen Wein tut gut. Foto: © ÖWM / A. Stöcher

Der Sommer, die Hitze, der Blutdruck: lieber Wein als Bier

Deutsch­land schwitzt. Die Menschen ächzen unter der Hitze. Trinken, trinken, trinken – so lautet der Rat der Ärzte. Wir von weinkenner.de wider­spre­chen nicht. Wir wollen keinen Ärger mit den Herren Doktoren. Aber wir behaupten: Ein biss­chen Alkohol tut gut. Beson­ders wenn es Wein ist.

Deutsch­land schwitzt. Die Menschen ächzen unter der Hitze. Trinken, trinken, trinken – so lautet der Rat der Ärzte. Wir von weinkenner.de wider­spre­chen nicht. Wir wollen keinen Ärger mit den Herren Doktoren. Aber wir behaupten: Ein biss­chen Alkohol tut gut. Beson­ders wenn es Wein ist.

Ein bisschen Wein tut gut. | Foto: © ÖWM / A. Stöcher
Ein biss­chen Wein tut gut. | Foto: © ÖWM

Eigent­lich wollten wir Ihnen an dieser Stelle einen beson­ders guten Merlot vorstellen. Das verschieben wir auf später. Wir glauben, dass Ihre Lust auf Rotwein derzeit gering ist. Deutsch­land liegt unter einer Hitzeg­locke. Man sehnt sich nach etwas Kühlem, nicht nach etwas Schwerem. Wenn schon Wein bei diesen Tempe­ra­turen, dann einen Weißen oder einen Rosé.

Doch egal was für einen Wein – die Frage ist, was passiert eigent­lich im Körper, wenn wir bei dieser Hitze Wein trinken. Die medi­zi­ni­sche Antwort ist einfach: dasselbe, was auch sonst passiert – im Herbst, im Winter, im Früh­jahr. Die Gefäße weiten sich, das Blut fließt in die Körper­pe­ri­pherie. Der Blut­druck sinkt.

Bei Hitze sinkt der Blutdruck

Jeder fünfte Bundes­bürger leidet unter Blut­hoch­druck. Inso­fern ist die Wirkung eigent­lich nicht schlecht, auch wenn der Abbau des Alko­hols den Körper natür­lich belastet. Doch im Sommer ist alles ein wenig anders. Da sackt der der Blut­druck wegen der Hitze schon auto­ma­tisch ab, was für bestimmte Perso­nen­kreise durchaus ein Risiko darstellen kann: speziell für ältere Menschen und für junge Frauen, die oft einen nied­rigen Blut­druck aufweisen. Ein zusätz­li­cher Blut­druck­senker wie Wein kann die Mattig­keit und Kraft­lo­sig­keit verstärken, im Extrem­fall einen Hitze­kol­laps beschleu­nigen. Hyper­to­ni­kern (so nennt man Menschen mit dauer­haft hohem Blut­druck) geht es dagegen besser.

Doch nach ein paar Stunden dreht sich die Situa­tion. Unser Zwischen­hirn hat nämlich regis­triert, dass sich der Kreis­lauf einem kriti­schem Wert nähert. Es schüttet Blutdruck-steigernde Hormone aus, damit das Blut wieder gut zirku­liert und unser Gehirn genü­gend Sauer­stoff bekommt. Der obere Blut­druck­wert (systo­lisch) steigt statis­tisch um 7 Punkte, der untere (dias­to­lisch) um etwa 5 Punkte, haben die Fach­leute der Deut­schen Hoch­druck­liga gemessen. Wenn es also richtig heiß wird, können ein Glas Wein oder zwei den Orga­nismus wieder beleben.

Das Herzrasen kommt erst nachts

Dieser Bele­bungs­ef­fekt tritt aller­dings mit Verzö­ge­rung ein: je nach Konsti­tu­tion nach drei, sechs oder mehr Stunden. Wer an heißen Tagen abends Wein trinkt, wird die Bele­bung erst in der Nacht spüren, wenn er schläft und es sich draußen längst abge­kühlt hat. Er wacht  dann mit Herz­rasen auf und merkt, dass sein Blut­druck Kapriolen schlägt. Niedrigdruck-Patienten verkraften in diesem Fall den Alkohol besser als Hochdruck-Patienten.

Teutonengrill von Rimini
Teuto­nen­grill von Rimini

Ob es Rotwein oder Weiß­wein war, den sie getrunken haben, spielt dabei keine Rolle. Allein der Alkohol macht, dass der Blut­druck steigt. Glei­ches gilt daher für Bier­trinker und Schnaps­dros­seln. Bei ihnen tritt derselbe Effekt ein, gege­be­nen­falls sogar noch stärker.

Natür­lich spielt die Menge des konsu­mierten Alko­hols eine große Rolle. Wer eine ganze Flasche Prosecco auf einmal nieder­macht, trinkt eindeutig zu viel. Ganz wetter­un­ab­hängig. Wenn er die Flasche dazu noch leert, während er auf dem Teuto­nen­grill an der Adria schmort, wird der Kreis­lauf, der sowieso schon Schwerst­ar­beitet leistet, um den erhitzten Körper zu kühlen, noch mehr geschwächt.

Ein bisschen Wein, aber viel Wasser

Sicher, robuste Naturen wird das nicht gleich umhauen. Aber sowie irgend ein kleines Virus oder eine uner­kannte Altlast im Körper schlum­mert, reagiert dieser mit Schwindel, Übel­keit, kaltem Schweiß. Wenn also Wein, dann bei Hoch­som­mer­tem­pe­ra­turen moderat. Und viel Wasser dazu.

Dieselbe Mass­regel gilt für Bier­trinker. Eine Halbe ist okay. Aber drei bis vier Halbe setzen dem  Kreis­lauf ziem­lich zu – auch wenn die Leber mit den ange­flu­teten Alko­hol­mengen fertig werden sollte. Und der Körper über die zuge­führte Flüs­sig­keit­menge sogar froh ist.

Was aber ist moderat? Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) hat dem zuträg­li­chen Alko­hol­konsum enge Grenzen gesetzt. Sie empfiehlt 20 Gramm Alkohol pro Tag für Frauen, 30 Gramm für Männer. Bezogen auf Wein, entspricht das 2 bezie­hungs­weise 3 Glas à 0,1 l. Wer diese Mengen­vor­schriften respek­tiert, ist allen wissen­schaft­li­chen Unter­su­chungen zufolge gegen jegliche Blut­druck­erhö­hung gefeit.

2 Antworten zu „Der Sommer, die Hitze, der Blutdruck: lieber Wein als Bier“

  1. Ich kann nur jedem davon abraten sich bei schönen Sonnen­stunden dem Alko­hol­ge­nuss zuzu­wenden. Ganz schnell kommt hier der Körper an seine Grenzen, denn der gewohnte Konsum ist bei Hitze in keinster Weise mehr anwendbar. Selbst bei Festi­vals oder ähnli­chem lieber auf alko­hol­freie Alter­na­tiven zurück­greifen, denn hier geht garan­tiert nichts schief 🙂

    Test­pro­banden trinken in der Sonne – Sat.1

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