Robert Parker

Bordeaux 2010: Parker überrascht mit fünf neuen 100-Punkte-Weinen

Er halte den Jahr­gang 2010 nach wie vor für einen „sehr großen Jahr­gang“, erklärte der ameri­ka­ni­sche Wein­kri­tiker letzte Woche in einer Video-Botschaft. Seine Neube­wer­tungen bergen aller­dings zahl­reiche Über­ra­schungen – und haben den Markt sofort in Bewe­gung versetzt. Weinkenner.de bringt die Liste der Auf- und Absteiger.

Er halte den Jahr­gang 2010 nach wie vor für einen „sehr großen Jahr­gang“, erklärte der ameri­ka­ni­sche Wein­kri­tiker letzte Woche in einer Video-Botschaft. Seine Neube­wer­tungen bergen aller­dings zahl­reiche Über­ra­schungen – und haben den Markt sofort in Bewe­gung versetzt. Weinkenner.de bringt die Liste der Auf- und Absteiger.

Robert Parker
Robert Parker

Per Video-Stream hat sich der ameri­ka­ni­sche Wein­kri­tiker Robert Parker am letzten Freitag zu Wort gemeldet. Es ging um den Bordeaux-Jahrgang 2010, der in diesen Wochen die Keller der Châteaux verlässt und physisch in den Handel kommt.

Der Ameri­kaner bestä­tigte, dass 2010 ein „sehr großer Jahr­gang“ in Bordeaux ist. Die Weine sind powerful, massiv, durchweg ein Volu­men­pro­zent höher im Alkohol als 2009, in der Spitze bei 15,5 Vol.% liegend. Der Jahr­gang sei „ besser als 2000“ und „mindes­tens so eindrucks­voll“ wie 2005. Seine Qualität kommt nach Parkers Einschät­zung der des 2009er Jahr­gangs nahe. Aller­dings über­steigt er sie nicht. Parker lässt keinen Zweifel daran, dass er den Vorgän­ger­jahr­gang für noch besser hält: „2009 ist der beste Jahr­gang, den ich je in Bordeaux getrunken habe.“

2010er kommt dem 2009er nahe

Diese Einschät­zung birgt inso­fern Spreng­stoff, als der Jahr­gang 2010 derzeit zu höheren Preisen gehan­delt wird als der Jahr­gang 2009.

Parkers Neube­wer­tung der Weine ist vom Markt mit großer Span­nung erwartet worden. Im Vergleich zu den Früh­ver­kos­tungen aus dem Mai 2011 ist sein Punkt­ni­veau insge­samt gestiegen. Zwar haben einige Weine die ganz hohen Erwar­tungen, die in sie gesetzt waren, nicht immer komplett erfüllen können. Aber von den klas­si­fi­zierten Gewächsen erhält letzt­lich nur ein Wein weniger Punkte als damals: Château Giscours.

Im Vorfeld der Veröf­fent­li­chung waren Gerüchte laut geworden, dass Parker bei der neuer­li­chen Verkos­tung nur neun Weine in den 100-Punkte-Rang heben werde. Bei der Erst­ver­kos­tung waren es zehn Weine, die als poten­zi­elle 100-Punkte-Kandidaten galten. Der Markt speku­lierte hingegen darauf, dass Pichon-Longueville-Baron oder Vieux Château Certan die Ideal­note erhalten würden, die bei mehreren anderen Verkos­tern die maxi­male Punkt­zahl erreicht hatten.

Zwei unbekannte Boutique Winerys mit Idealnote

Falsch. Die maxi­male Punkt­zahl erhielten nach wie vor zehn Weine, davon aller­dings fünf neue, denen Parker ursprüng­lich nicht zuge­traut hatte, die Ideal­note zu bekommen: Cheval Blanc, Le Pin, Pape Clément sowie zwei unbe­kannte Boutique Winerys aus St. Emilion bezie­hungs­weise Pomerol: Le Dome und La Violette. Beide erzeugen nur wenige tausend Flaschen. Le Dome besitzt mit 80 Prozent den höchsten Cabernet franc-Anteil aller Weine von St. Emilion. La Violette ist ein rein­sor­tiges Merlot-Gewächs. Beide waren ursprüng­lich deut­lich nied­riger bewertet worden.

Heraus­ge­fallen aus dem Kreis der poten­zi­ellen 100-Punkte-Kandidaten sind dafür fünf hoch­ran­gige Châteaux: Mouton-Rothschild, Lafite-Rothschild, L’Eglise Clinet, La Mission Haut-Brion und über­ra­schen­der­weise auch Ausone. Den 100-Punkte-Status bestä­tigen konnten laut Parker nur Haut-Brion, Latour, Petrus, Beau­séjour (Duffau Lagar­rosse) und Pontet-Canet.

Der Markt reagiert schnell

Ein über­ra­schendes Ergebnis. Aller­dings fragen sich viele User in den einschlä­gigen Wein­foren, wer sich über­haupt noch für Parkers Punkte inter­es­siere nach den Skan­dalen um seinen früheren spani­schen Mitar­beiter und nach den Irri­ta­tionen, die durch den Verkauf seines News­let­ters The Wine Advo­cate an einen Singa­purer Wein­händler entstanden sind.

Die Frage ist schnell zu beant­worten: der Markt. Schon am ersten Werktag nach Veröf­fent­li­chung der neuen Bewer­tung stieg der Preis für den Wein von Pontet-Canet am Platz London um knapp 25 Prozent an. Gleich­zeitig fiel der Kurs von Pichon-Longueville Baron deut­lich, nachdem er vorher in Erwar­tung einer Höher­stu­fung um fast 20 Prozent gestiegen war.

Übri­gens: Den 2010er Le Dome gibt es derzeit bei Unger Weine in Aschau (www.ungerweine.de) für 229 Euro pro Flasche. Das entspricht dem Preis vor Veröf­fent­li­chung als 100-Punkte-Wein.

Die Liste der Neubwer­tungen des Jahr­gangs 2010 finden Sie auf Seite 2.

2 Antworten zu „Bordeaux 2010: Parker überrascht mit fünf neuen 100-Punkte-Weinen“

  1. Heinz Magnus sagt:

    Das Parker-Foto zeigt einen Menschen in brutaler Häss­lich­keit. Bei einer ange­nom­menen Balance von Erschei­nung und Bedeu­tung sind alle Wertungen dieses Menschen marginal.

  2. […] Parker fügte zu seiner Liste an top bewer­teten Weinen aus 2010 gleich zu Beginn 2013 noch einige 100 Punkte Weine […]

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