Die alten, zwölfjährigen Lagavulin White Horse Distillers aus den sechziger Jahren und Anfang der Siebziger sind Whisky-Legenden – in keiner Weise vergleichbar mit den aktuellen Lagavulin 12y old Cask Strength. Heute im Raritäten-Tasting: der „Cream Label“ und der „White Label – Pure Malt with red 12 on neck label“ aus längst vergangenen Zeiten.
Diese beiden Abfüllungen stammen aus einer Zeit, als Whisky noch nicht als Cask Strength Whisky abgefüllt wurde und überwiegend in Sherry- Fässern reifte. Nachdem 1952 ein Feuer große Teile der Destillerie zerstörte, musste diese für zwei Jahre geschlossen werden. Sechs Jahre, nachdem man wieder produzieren konnte, schloss die zweite Brennerei auf dem Gelände, Malt Mill. 1962 wurden die Stills von Malt Mill im neuen Lagavulin Still House eingebaut und fortan zur Whiskyproduktion benutzt.
Der zwölfjährige White Horse Pure Malt Carpano Torino Import von 1973 wurde folglich noch mit den alten Lagavulin Stills produziert und war zugleich der erste zwölfjährige Standard-Whisky der Brennerei. Als Nachfolger kam der „White Label“ mit roter „12“ auf dem Hauptetikett (siehe Foto). Diesen gab es wiederum mit und ohne „Horse on the glas”.
Der Cream Label Montenegro Zola eroberte etwa zehn Jahre später den Markt. Dieser zwölfjährige Pure Malt, in grüner Flasche mit cremefarbenem Label, war die letzte Abfüllung dieses Alters und wurde durch den heute noch aktuellen 16-jährigen ersetzt (damals White Horse Distillers – heute Port Ellen).
Beide Whiskys wurden jedoch noch mit dem hauseigenen Malz hergestellt. 1974 stellte Lagavulin schließlich das arbeitsaufwendige Verfahren des Floor Maltings ein, das Malz wird seitdem von außerhalb bezogen.
Lesen Sie Udo Kaypingers Tasting Notes dieser Raritäten auf der folgenden Seite!


