Nur drei von zehn Juro­ren hiel­ten den Deut­schen für den bes­ten Wein

Weinberg | Foto: © Weingut Huber

Wein­berg | Foto: © Wein­gut Huber

Außer­dem noch mit von der Par­tie zwei Mit­ar­bei­ter gro­ßer öster­rei­chi­scher Wein­im­por­teure, die unter ande­rem die Lau­renz V.-Weine in Öster­reich ver­trei­ben. Dazu Lenz selbst und Die­ter Hüb­ler. Beide punk­te­ten mit. Also keine streng nach Objek­ti­vi­tät zusam­men­ge­stellte, unab­hän­gige Jury, son­dern eher ein mit den Orga­ni­sa­to­ren sym­pa­thi­sie­ren­der Freun­des­kreis. Die ein­zi­gen neu­tra­len Teil­neh­mer der Runde waren Luzia Schrampf, die für die öster­rei­chi­sche Tages­zei­tung „Der Stan­dard“ schreibt, und Caro Mau­rer, ers­ter weib­li­cher Mas­ter of Wine aus Deutsch­land. Dazu meine Person.

Weegmül­lers Grü­ner Velt­li­ner „Vom Bal­kon der Pfalz“ war nur für drei der zehn Juro­ren der beste Wein. Dass er am Ende die höchste Gesamt­punkt­zahl erhielt, war vor allem der Arith­me­tik geschuldet.

Mise­ra­ble Qua­li­tät vie­ler Überseeweine

Etikett Erste Lage Berg - Markus Huber

Auch für mich war er nicht der beste Wein. Ich habe min­des­tens drei andere Grüne Velt­li­ner ihm vor­ge­zo­gen. Mich störte die anbie­dernde Rest­süße, die er auf­weist und die ihn allzu gefäl­lig macht. Grü­ner Velt­li­ner hat für mich tro­cken zu sein, mine­ra­lisch, leicht wür­zig, säu­re­be­tont. Wenn er dann noch eine gewisse Stof­fig­keit mit­bringt wie Mar­kus Hubers Erste Lage Berg oder der Sil­ver Bul­let von Lau­renz V. – umso besser.

Am meis­ten beein­druckt an die­ser Probe hat mich, ehr­lich gesagt, die mise­ra­ble Qua­li­tät so vie­ler ost­eu­ro­päi­scher, ame­ri­ka­ni­scher und neu­see­län­di­scher Grü­ner Velt­li­ner. Fast die Hälfte der Weine war von schlich­tes­ter bis feh­ler­haf­ter Qua­li­tät. Viele über­see­ische Velt­li­ner nerv­ten mit pene­tran­ter, drop­si­ger Fruch­tig­keit. Luzia Schrampf, die Öster­rei­che­rin, hatte dafür den schö­nen Aus­druck „Klo­zu­ckerl“ parat.

Deutsch­land – Grü­ner Veltliner-Land?

Grüner Veltliner | Foto: © ÖWM /Armin Faber

Grü­ner Velt­li­ner | Foto: © ÖWM /Armin Faber

Auch der Grüne Velt­li­ner des Elt­vil­ler Wein­guts J. Kög­ler erwies sich als äußerst beschei­den, der des Pfäl­zer Wein­guts Ham­mel war immer­hin ordent­lich. Von „Deutsch­land schlägt Öster­reich“ (wie inzwi­schen auch das deut­sche Wein­por­tal Yoo­press mel­det, das vom Decan­ter abschreibt) kann jeden­falls keine Rede sein. „Wenn die Deut­schen mit Grü­ner Velt­li­ner anfan­gen – genial!“ jubelte Lenz, der Grüne Veltliner-Missionar, in der Runde. Ganz so weit bin ich noch nicht.

Trotz­dem: Es gab auch hoff­nungs­volle Ansätze. Einige Grüne Velt­li­ner aus Ost­eu­ropa und aus Über­see waren mehr als eine par­fü­mierte „Exo­ten­suppe“ (wie­der so ein Aus­druck von Luzia Schrampf). Viel­leicht sind sie erste Indi­zien dafür, dass diese Sorte nicht nur in Öster­reich gute Ergeb­nisse bringt. Wel­che Weine es waren, die mich beson­ders beein­druck­ten, könnt ihr, liebe User, der nach­fol­gende Tabelle ent­neh­men… – wenn der Lach­an­fall abge­klun­gen ist.

Das Ran­king mit den Bewer­tun­gen fin­den Sie auf der fol­gen­den Seite!


  Eine Antwort zu “Zum Lachen: Deutschland schlägt Österreich beim Grünen Veltliner”

  1. Könte bei ries­ling auch umge­kehrt sein :-)

 Antworten

(erforderlich)

(erforderlich)