Fruch­tig, frisch und gut gekühlt – so stellt man sich den idea­len Som­mer­wein vor. Wer ihn jetzt schon trin­ken möchte, sollte mal zu einem Vinho Verde grei­fen – aller­dings zum rich­ti­gen. Clau­dia Kühle war in Por­tu­gal und hat eine spek­ta­ku­lär schöne Land­schaft vor­ge­fun­den – aber nur wenige inter­es­sante Weine.

Landschaft der Vinho Verde Region in PortugalZu Gast in Por­tu­gals größ­tem D.O.C-Anbaugebiet, der Vinho Verde Region im äußers­ten Nord­wes­ten des Lan­des. Die Begeis­te­rung ist groß: atem­be­rau­bend schöne Land­schaf­ten, lie­be­voll restau­rierte Quin­tas, eine vor­züg­li­che Küche und begeis­terte Win­zer, die für einen herz­li­chen Emp­fang sor­gen. Die ein­zige Ent­täu­schung ist der Vinho Verde: harm­lose, mit Koh­len­säure auf­ge­peppte Weine, gut gekühlt, aber limonadig-süß und ziem­lich belanglos.

Lei­der keine ein­ma­lige Erfah­rung auf der Reise, zu der die regio­nale Wein­bau­kom­mis­sion Comis­são de Viti­cul­tura da Região dos Vin­hos Ver­des, kurz: C.V.R.V.V.,  eine Hand­voll Jour­na­lis­ten ein­ge­la­den hatte.  Die Kom­mis­sion ist dafür zustän­dig, die Pro­duk­tion und die Ver­mark­tung der Vin­hos Ver­des zu über­wa­chen  und dafür zu sor­gen, dass die Sti­lis­tik erhal­ten bleibt: als unkom­pli­zier­ter Leicht­wein, der jung und gut gekühlt getrun­ken wird und so erfri­schend wirkt wie eine Atlan­tik­b­rise im hei­ßen por­tu­gie­si­schen Sommer.

Export­schla­ger für Por­tu­gals Weinwirtschaft

Vinho Verde gibt es als Weiß-, Rosé- und RotweinDiese Eigen­schaf­ten haben den Vinho Verde zu einem Export­schla­ger für Por­tu­gals Wein­wirt­schaft gemacht. Mar­ken­weine wie Casal Gar­cia, Gatão, Gazela und Casal Men­des sind in der gan­zen Welt weit ver­brei­tet. Wer kei­nen anspruchs­vol­len Wein, son­dern etwas Unkom­pli­zier­tes für die heiße Jah­res­zeit sucht, liegt mit einem die­ser Vin­hos Ver­des mög­li­cher­weise rich­tig. Die Weine sind süf­fig, kos­ten wenig und machen kei­nen dicken Kopf. Aller­dings muss man wis­sen, dass sie von einer Schorle nicht weit ent­fernt sind.

Auch in den Rega­len deut­scher Super­märkte sind diese Vin­hos Ver­des zu fin­den. Sie kos­ten unter fünf Euro und wer­den als natür­li­che, authen­ti­sche Pro­dukte des por­tu­gie­si­schen Wein­baus gefei­ert. Authen­tisch? Natür­lich? Ein Fei­gen­blatt! Nach dem Motto „pri­ckelnde Fri­sche bei fruch­ti­ger Süße“ wird auf die malolak­ti­sche Gärung, die den Vin­hos Ver­des einst auf natür­li­che Weise ihr Pri­ckeln ver­lie­hen hat, ver­zich­tet – um die Säure sprit­zi­ger zu halten.

 Antworten

(erforderlich)

(erforderlich)