Unter 10 Euro: Auener Weißburgunder S trocken von Marcus Hees

Nov 022012

Der junge Nahe-Winzer Mar­cus Hees gehört zu den Bot­schaf­tern der „Gene­ra­tion Ries­ling“. Lei­der gerät sein Weiß­bur­gun­der dadurch unge­recht­fer­tigt in den Schat­ten. Dabei gibt es kaum einen Wein die­ser Sorte, der für 7,60 Euro mehr Qua­li­tät bietet.

 2011 Auener Weißburgunder S trockenÖffent­lich gefei­ert wird der Ries­ling. Er sei der König der Reben, heißt es, auch an der Nahe. Doch der Weiß­bur­gun­der ist „abso­lut gleich­be­rech­tigt“, fin­det Mar­cus Hees, der 27jährige Win­zer des gleich­na­mi­gen Fami­li­en­wein­guts in Auen, einem stil­len, abge­le­ge­nen Dörf­chen im äußers­ten west­li­chen Zip­fel des Anbau­ge­biet Nahe.

Hees hat nicht unrecht. So einen trink­freund­li­chen, aber gleich­zei­tig anspruchs­vol­len Wein wie sei­nen 2011er Weiß­bur­gun­der S tro­cken fin­det man nicht oft in Deutsch­land. Er ist weder behä­big noch breit noch über­la­den, besitzt trotz sei­ner Kraft Finesse, ist dabei mode­rat im Alko­hol und ver­strömt über­aus zarte Pfirsich- und Zitrusa­ro­men, im Hin­ter­grund eine feine Schie­fer­note: ein schmelzig-weicher Wein mit mil­der, rei­fer Säure, der Ein­stei­ger begeis­tern kann und Ken­nern Respekt abnötigt.

Im Römer­stich wird noch alles von Hand gemacht

Boden im Römerstich

Boden im Römerstich

Der Buch­stabe S steht für Selek­tion – also eine Aus­wahl der bes­ten Trau­ben, in die­sem Fall aus der Lage Römer­stich: eine Steil­lage mit Böden aus Sand­stein und ver­wit­ter­tem Schie­fer, der bis zur Ober­flä­che reicht, sehr warm und extrem tro­cken. Kein Grand Cru, aber sicher ein Pre­mier Cru, wenn es eine ent­spre­chende Klas­si­fi­ka­tion in Deutsch­land gäbe. „Hier muss alles von Hand gemacht wer­den, nicht nur die Lese“, sagt Hees. „Das ein­zige Hilfs­mit­tel, das wir haben, ist der Seilzug.“

Der Weiß­bur­gun­der S tro­cken ist der Top­wein des Wein­guts aus die­ser Sorte. Nur 1300 Fla­schen wer­den von ihm gefüllt. Dass 40 Pro­zent in Bar­ri­ques (über­wie­gend gebrauch­ten) aus­ge­baut wur­den, schmeckt man nicht, merkt es höchs­tens an der run­den, har­mo­ni­schen Art des Weins. Ver­gleich­bare Qua­li­tä­ten für 7,60 Euro zu fin­den, dürfte schwer sein.

„Ich bin der Junior-Sklave“

Hees ist ein klei­nes Wein­gut. Nur 4,5 Hektar ste­hen unter Reben. Wenn die Fami­lie nicht ein klei­nes Land­ho­tel mit Gast­haus in Auen führte („Zum Jäger aus Kur­pfalz“), würde es zum Leben ver­mut­lich nicht reichen.

Um den Wein küm­mern sich Mar­cus und sein Vater. „Ich bin der Junior-Sklave“, scherzt der kesse Jung­win­zer über sich selbst. Frei­lich macht er kei­nen Hehl dar­aus, dass er gerne Sklave ist. Von Anfang an hatte er Spaß am Wein. Spä­ter kam die Lei­den­schaft hinzu, inzwi­schen auch der Ehrgeiz.


2011 Auener Weißburgunder S trocken
88
Weingut Hees
2011

Weißwein
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  Eine Antwort zu “Unter 10 Euro: Auener Weißburgunder S trocken von Marcus Hees”

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