2010 Car­menère Reserva

2010 Carmenere Reserva - Casillero del DiabloDie Begeis­tung für den Car­menère hielt sich bei der Gruppe in Gren­zen. „Riecht alko­ho­lisch und schmeckt säu­er­li­cher als die Num­mer 4“, schreibt Lisa, die am wenigs­ten mit die­sem Wein anfan­gen kann und ihn mit einem ☹ abstraft (Num­mer 4 war der Caber­net Sau­vi­gnon). Aber auch die ande­ren fin­den, dass der Wein nach dem Öffnen der Fla­sche eine „domi­nante Schärfe“ (Michael) auf­weist, an „rote Paprika“ erin­nert (Ramona). Am Ende des Abends, als der Rest der Fla­sche noch ein­mal nach­ver­kos­tet wird, ist der Ein­druck etwas bes­ser. „Ange­nehm weich“ fin­det Marco den Wein jetzt. Für ihn riecht er „wie ein Caber­net nach Blau­bee­ren und Laven­del“. Und Michael schreibt: „Gewinnt mit der Zeit. Säure und Pfef­fer wer­den deut­lich dezenter.“

Kom­men­tar von Jens Priewe: Für mich ist die­ser Car­menère der beste Rot­wein der Probe, wenn­gleich ich zuge­ben muss: auch der schwie­rigste. Erst sechs, sie­ben Stun­den nach Öffnen der Fla­sche hat er sich gefun­den. Ein kom­pak­ter, mus­ku­lö­ser Wein, im Gegen­satz zu vie­len chi­le­ni­schen Car­menè­res nicht nach altem Leder und Mar­me­lade schme­ckend, son­dern frisch, frucht­be­tont, blitz­sau­ber. Macht rich­tig Druck am Gau­men, bringt viel Tan­nin mit, hat Poten­zial für wei­tere Jahre.


Weininfo: Car­menère ist eine ursprüng­lich aus Bor­deaux stam­mende, dort aber seit etwa 1900 prak­tisch gar nicht mehr ange­baute rote Reb­sorte, die ihre neue Hei­mat in Chile gefun­den hat. Sie wird vor allem im Cach­a­poal Val­ley und im war­men Col­cha­gua Val­ley ange­baut, wo sie jedes Jahr voll aus­rei­fen kann und inten­sive, cha­rak­ter­starke, „typisch chi­le­ni­sche“ Weine ergibt. Der Camenère reifte zu 40 Pro­zent im Stahl­tank und zu 60 Pro­zent in Bar­ri­ques aus ame­ri­ka­ni­scher Eiche (9 Monate). Danach wur­den beide Par­tien mit­ein­an­der verschnitten.



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